Corona-Hilfe Feuerwehr koordiniert den Einsatz der Helfer

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Jens Schulte koordiniert in der Hauptfeuerwache die Angebote der Helfer und die Anrufe der Hilfesuchenden. Foto: factum/Jürgen Bach

Leonberg - Ich kann von 9 Uhr bis 18 Uhr helfen – rufen Sie an, ich bin nicht in der Risikogruppe“, steht auf dem in Folie eingeschweißten Aushang am Laternenmast. Die Menschen rücken gegenwärtig näher zusammen und entdecken ihre moralischen Stärken – obwohl das oberste Gebot der Stunde lautet: „Auf Distanz bleiben!“

Das widerspricht Millionen Jahren menschlicher Entwicklung. Denn immer, wenn Gefahr droht, fühlen sich die Menschen in der Nähe anderer sicherer und geschützt. Das Perfide an dem Coronavirus ist aber, dass es genau dieses menschliche Bedürfnis nach Nähe braucht, um weiter wüten zu können.

Doch Menschen in Bedrängnis werden nicht allein gelassen. Eine Initialzündung in der Stadt ist die Idee der Handballer des SV Leonberg/Eltingen gewesen, Hilfe anzubieten. Viele ziehen nun mit. Die Stadt bündelt seit Montag über die Feuerwehr die Versorgungs- und Hilfsangebote.

Wir haben bei der Feuerwehr sowieso die Bereitschaft, also macht es Sinn, dass hier die Angebote koordiniert werden“, sagt der Leonberger Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD). „Ob Privatpersonen, Gruppen, Vereine oder Initiativen: Jeder, der hilft und helfen möchte, kann sich hier unter der Rufnummer 0 71 52 / 9 90 46 62 anmelden“, sagt Cohn. Ebenfalls die Nummer anrufen können alle, die Hilfe benötigen.

Seniorin ist überglücklich

„Ihr seid meine Rettung“, gab es schon am Montagvormittag Dank und Lob von einer Seniorin. Sie ist zwar weit über 90, aber noch rüstig und versorgt sich weitgehend selbst. Doch die Herausforderungen durch das Coronavirus bringen sie nun an ihre Grenzen. „Für die Dame haben wir einen Einkaufsservice organisiert und sichergestellt, dass sie auf längere Zeit täglich ein frisches Mittagessen geliefert bekommt“, zeigt sich Jens Schulte zufrieden.

Er koordiniert in der Hauptfeuerwache die Angebote der Helfer und die Anrufe der Hilfesuchenden. Der Student der Fahrzeugtechnik hat nun unfreiwillig keine Vorlesungen und will helfen. Neben dem Sportverein hat der Feuerwehrmann bereits inzwischen mehr als zehn private Helfer auf seiner Liste. Ein Lebensmittelgroßhandel hat Unterstützung angeboten, wenn Grundnahrungsmittel ausgehen, auch ein Internet-Portal hat sich in die Liste eintragen lassen und örtliche Firmen, die technische Hilfestellung und Lieferdienste anbieten. „Wir schauen, was wir tun und organisieren können“, heißt es in der Feuerwache, wo täglich von 8 bis 18 Uhr angerufen werden kann. Sollte der Aufwand für das Angebot stark anwachsen, bekommt Jens Schulte Verstärkung.

Telefonische Auskunft

Ebenfalls über eine Hotline versucht auch die Leonberger Stadtverwaltung derweil, so viel Normalität wie möglich aufrecht zu halten, nachdem der Dienstbetrieb im Rathaus heruntergefahren wurde. Dringliche Angelegenheiten können weiterhin nach vorheriger Terminabsprache erledigt werden. Telefonisch sind die Mitarbeiter montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr erreichbar.

Zudem wurde unter der Telefonnummer 0 71 52 / 9 90 56 32 eine Hotline eingerichtet, die 24 Stunden erreichbar ist. Während der Sprechzeiten sollten die Beschäftigten direkt angerufen werden. Es kann auch die zentrale Rufnummer 0 71 52 / 99 00 angewählt werden.

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