Corona-Fälle an Schulen und Kitas Montags klingelt es an der Hotline 1000 Mal

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Der Kindergarten Regenbogen soll laut der Leonberger Stadtverwaltung am Montag wieder normal öffnen. Foto: factum/Jürgen Bach

Leonberg/Weissach - Die Mitarbeiter in den Kindergärten in Höfingen und Flacht, die in der vergangenen Woche positiv auf das Coronavirus getestet wurden, haben wohl niemanden angesteckt. Zumindest nicht in den betroffenen Einrichtungen. Das teilt das Landratsamt Böblingen auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Das Gleiche gilt für die Leonberger Schellingschule, wo zwei Kinder der Nachmittagsbetreuung positiv getestet worden waren. „Bisher sind uns keine weiteren Fälle bekannt“, sagt Pressesprecherin Simone Hotz. Im Falle der Schellingschule seien einige Tests beim Hausarzt erfolgt, ein Teil im Testzentrum.

Bei einem Fall wird die ganze Gruppe geschlossen

Simone Hotz verweist aber darauf, dass dies nichts an den jeweiligen Maßnahmen ändert: Der Kindergarten Regenbogen in Höfingen bleibt geschlossen und öffnet erst am kommenden Montag wieder. An der Schellingschule findet für insgesamt 14 Tage keine Nachmittagsbetreuung statt. Und alle Kinder und Kollegen, die als Kontaktperson 1 gelten, müssen 14 Tage in Quarantäne verbringen, auch wenn der Corona-Test negativ ausgefallen ist. Das sei das übliche Vorgehen, das der Bund und die Länder beschlossen haben. „Die betroffene Gruppe oder Klasse wird ‚geschlossen’, und grundsätzlich werden alle Kinder als Kontaktpersonen getestet, gegebenenfalls natürlich auch die Erzieherinnen und Lehrer und Lehrerinnen“, erklärt die Sprecherin des Landratsamtes.

Nur im Fall von Flacht, wo ein junger Mann im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) positiv getestet worden war, läuft der Betrieb eingeschränkt weiter. Nur Kinder, die in der Woche vor dem positiven Test keinen Kontakt zum FSJler hatten, dürfen in die Villa Kunterbunt kommen. Derzeit befinden sich noch 25 Kinder in Quarantäne.

200 bis 350 Kontaktpersonen anrufen

Wenn solche Corona-Fälle innerhalb einer größeren geschlossenen Gruppe auftreten, bedeutet das für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, die mit der Kontaktverfolgung betraut sind, eine Menge Arbeit. Und die hatte sich in der vergangenen Woche dann gleich noch verdreifacht. Wie viele Einzelpersonen und Familien informiert werden mussten, dazu konnte das Landratsamt keine genaue Zahl nennen. „Die Zahl liegt so zwischen 200 und 350. Tatsächlich ist die Arbeitsbelastung durch das Kontaktpersonenmanagement sehr hoch. Es muss ja auch nachverfolgt werden, wer Kontaktperson 1 oder auch sonst Kontaktperson ist“, erklärt die Pressesprecherin.

In Flacht war der positive Corona-Fall am Dienstagabend bekannt geworden, der Kindergarten blieb am Mittwoch ganz zu. Einige Eltern wurden aber erst am Freitagmorgen vom Gesundheitsamt kontaktiert. „Das ist halt sehr zeitaufwendig“, sagt Simone Hotz. Und nicht immer erreiche man diejenigen sofort. Insgesamt sind derzeit sechs Mitarbeiter mit der Kontaktpersonenverfolgung befasst, jeweils zwei oder drei pro Fall.

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