Citystreife Friolzheim bilanziert Parkverstöße und unverschlossene Schultüren

Von Holger Schmidt
Knöllchenalarm: In der Finken- und Falkenstraße in Friolzheim sind die meisten Parkverstöße gezählt worden. Foto: dpa/Fredrik von Erichsen

Parkverstöße und nicht verschlossene Türen an kommunalen Gebäuden machen das Gros der Vorkommnisse aus, die im laufenden Jahr bis Ende September die City-Streife in Friolzheim beschäftigt haben. Von insgesamt 33 Vorfällen berichteten Martina Goos und Diane Schneider am Montagabend im Gemeinderat, und das bei etwa 150 Einsätzen im Jahr. Hinweise auf Betäubungsmittelmissbrauch gab es dagegen keine. „Die sind extrem schnell weg, wenn wir kommen“, relativierte Martina Goos allerdings jedoch diese Erkenntnis in der Gemeinderatssitzung.

Im Sommer dreimal pro Woche und von Oktober bis April je zweimal wöchentlich geht die City-Streife in Friolzheim auf Kontrollfahrt. Rund 150 Einsätze kämen dabei pro Jahr zusammen, überschlugen die beiden Verantwortlichen. Insgesamt 23 Mal stießen sie auf Falschparker mit Schwerpunkt in der Finken- und Falkenstraße. Mehrfach waren auch Türen und Fenster an Schule und Sportzentrum sowie der Zehntscheune nicht abgeschlossen – das Gebäude aber war leer, und es war nach Einbruch der Dunkelheit.

Keinerlei ortspolizeilichen Rechte

Dreimal wurden Jugendliche mit Alkohol an der Schule, am Betzenbuckel oder auf dem Spielplatz Brühl angetroffen. Die jungen Leute mussten ihre Hinterlassenschaften aufräumen, und das Team hat sie dann des Platzes verwiesen. Ebenso gerieten Müllablagerungen unter anderem an der Waldhütte und Graffiti in der Unterführung Mönsheimer Straße ins Visier der City-Streife, doch die Übeltäter waren in diesen beiden Fällen bei deren Eintreffen längst über alle Berge.

„Wir fordern nicht, wir bitten und verlangen“, erklärten Martina Goos und Diane Schneider auf Nachfrage aus dem Gemeinderat, dass sie über „keine ortspolizeilichen Rechte“ verfügten. Und auch die Gemeinde Friolzheim gibt Anzeigen wegen erfasster Parkverstöße und anderem weiter ans Landratsamt. „Die Ordnungsgelder gehen an die Kreiskasse“, stellte Friolzheims Bürgermeister Michael Seiß mit Blick auf anderslautende Behauptungen klar.

City-Streife wünscht sich mehr Einsatzzeit

Um die City-Streife weiter zu optimieren, sollte nach Meinung der Mitarbeiterinnen mehr Zeit vor Ort in Friolzheim zur Verfügung stehen. „Eineinhalb Stunden bei 35 Kontrollpunkten sind schon etwas kurz“, unterstrich Diane Schneider, „es wäre hilfreich, 15 bis 30 Minuten mehr pro Einsatz zu haben.“

City-Streifen rund um Leonberg

Groß und Klein
 Im Umkreis von Leonberg gibt es mehrere Kommunen, sowohl kleine Gemeinden als auch größere Städte, die auf die Dienste einer Sicherheitsfirma zurückgreifen – das reicht von der 3000-Seelen-Gemeinde Mönsheim bis hin zu Ditzingen mit seinen fast 25 000 Einwohnern. Auch Wimsheim, Heimsheim, Rutesheim, Weil der Stadt und Hemmingen beispielsweise haben eine City-Streife. In Ditzingen ist sie seit 2004 unterwegs, in Rutesheim seit 2013.

Aufgaben
 Störungen wie Lärm, Müll und Vandalismus auf Spielplätzen und Freizeitgeländen, aber auch zahlreiche Parkverstöße sind oft der Anlass für Kommunen, einen privaten Sicherheitsdienst für eine City-Streife zu beauftragen, um das Ordnungsamt gerade in Randzeiten wie abends oder am Wochenende zu entlasten.

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