Charity Bike Cup in Heimerdingen Wetter und Teilnehmer sind treu

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Nur auf dem Rad brauchen die Teilnehmer keinen Mund-Nasen-Schutz. Foto: Andreas Gorr

Ditzingen - Die Rahmenbedingungen waren zwar ungewöhnlich, das Ergebnis aber trotzdem beeindruckend. Über 800 Teilnehmer sorgten beim Charity Bike Cup in Heimerdingen nicht nur für gute Stimmung – sondern auch für eine Spendensumme von 35 000 Euro für den guten Zweck.

Vieles anders: Normalerweise ist der Charity Bike Cup in Heimerdingen ein Radsportfest für die ganze Familie. Mit vielen Stars, einer Menge Zuschauern und einem bunten Unterhaltungsprogramm. An Stars mangelte es auch an diesem Sonntag nicht. Auf den Rest musste wegen Corona jedoch verzichtet werden. „Das tut schon weh“, sagt Patrick Betz vom Veranstalter Radsportakademie, „aber wir sind froh und dankbar, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte.“

Sicherheit geht vor: Ditzingens Oberbürgermeister Michael Makurath gab morgens den Startschuss – und zeigt sich ebenfalls erfreut: „Ich finde es toll, dass für den guten Zweck gefahren werden kann. Gerade in diesen Zeiten, wo Hilfe noch nötiger gebraucht wird als sonst.“ Möglich gemacht hat dies auch die Stadt mit ihrer Unterstützung. Denn natürlich wurde im Vorfeld auch über eine mögliche Absage diskutiert. „Aber ein großes Kompliment an den Veranstalter“, lobt Michael Makurath, „er hat ein professionelles und absolut verantwortungsbewusstes Sicherheitskonzept vorgelegt.“ Dazu gehörte unter anderem auch die Schaffung von Abstandskorridoren auf dem Gelände, das verpflichtende Tragen von Mund-Nasen-Masken abseits des Rennens, der zeitliche verzögerte Start der Teams oder Stationen mit Desinfektionsmitteln.

Schnelle drei Runden

Treue: Auf zwei Dinge ist beim Jedermann-Radrennen eigentlich immer Verlass: auf das Wetter – und auf die Treue der Teilnehmer. Trotz der besonderen Bedingungen waren insgesamt 800 am Start. Der Schnellste beim Lila Race am Morgen war Tobias Rübenach. Die erste der vier Runden á 19 Kilometer war neutralisiert, für die restlichen drei Runden benötigte er gerade mal 1:25,58 Stunde. Bei den Frauen siegte Anna Giesen in 1:30,54 Stunde.

Stolzer Betrag: Der Aufwand der Organisatoren hat sich gelohnt – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn am Ende stand eine Spendensumme von 35 000 Euro für den guten Zweck. Der Erlös geht wie immer an Star Care, also an Kinder in Not. Unterstützt werden damit karitative Einrichtungen in der Region. Wem genau welcher Betrag zu Gute kommt, steht noch nicht endgültig fest. Geknackt wurde damit auch die Halbe-Million-Schallgrenze. Seit der Premieren-Veranstaltung 2007 kamen schon über 500 000 Euro für die gute Sache zusammen.

Weltmeister und Radsport-Legenden

Stars am Start: Wie immer kamen Prominente aus den unterschiedlichsten Bereichen: Ein Fußball-Weltmeister (Guido Buchwald), ein Tatort-Kommissar (Richy Müller), ein Skisprung-Weltmeister (Alexander Herr), eine Biathlon-Weltmeisterin (Simone Hauswald) und Radsport-Legenden (Didi Thurau, Olaf Ludwig) – um nur einige zu nennen. Echte Kunst: Eigentlich kamen die prominenten Teilnehmer, um Rad zu fahren. Doch am Vorabend wagten sie sich auf weitestgehend unbekanntes Terrain: Die Stars betätigten sich künstlerisch. Und zwar stundenlang. Mountainbiker Karl Platt, sechsfacher Transalp-Gewinner, zeichnete den südafrikanischen Tafelberg. Richy Müller dagegen signierte schlicht ein weißes Blatt Papier. „Ich wurde von vielen Seiten beraten“, erzählt er lachend, „aber am Ende habe ich mich für diesen Weg entschieden.“ In Planung ist, dass die gesammelten Werke nun ausgestellt und danach versteigert werden. Natürlich ebenfalls für den guten Zweck. Blick nach vorne: Der Charity Bike Cup 2020 war etwas ganz Besonderes. „Seit dem Ausbruch der Pandemie war es die erste Veranstaltung dieser Art in Württemberg“, weiß Patrick Betz. Nach bewährtem Muster findet das Rennen im Zwei-Jahres-Takt in Heimerdingen statt, das nächste Mal also wieder 2022. Wo die Veranstaltung im nächsten Jahr sein wird, ist noch unklar. „Jetzt sind wir erst mal glücklich, dass unter diesen besonderen Umständen dieses Jahr alles geklappt hat“, sagt Patrick Betz.

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