CDU-Basis im Altkreis zur Vorsitzendenwahl Der Außenseiter holt deutlich auf

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Das Wahlpaket für die 1001 stimmberechtigten CDU-Mitglieder. Foto: Matthias Miller

Altkreis Leonberg - Darf’s ein bisschen konservativer sein als bisher, ein wenig moderner und ökologischer oder schifft die größte Partei der Nation weiterhin auf Merkel-Kurs? An diesem Samstag bekennt die CDU Farbe. Wer wird die Partei in die Zukunft führen – Norbert Röttgen, Armin Laschet oder Friedrich Merz?

Im Altkreis Leonberg ist die Stimmungslage durchaus unterschiedlich. Wobei der Chef des Leonberger Stadtverbandes seiner Meinung treu bleibt: „Ich bin für Friedrich Merz“, sagt Oliver Zander, der auch Landesvorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT ist. „Ich bin der Ansicht, Merz kann auch Kanzler“, sagt Zander. Er habe vor einiger Zeit lange mit Friedrich Merz telefoniert und dabei gespürt, wie er für die „Sache“ und Deutschland brenne.

Mittelständler zwischen Merz und Röttgen

„Diese Aufbruchstimmung und Überzeugung brauchen wir jetzt!“, ist er überzeugt. Merz spreche die Konservativen in der Partei an, verbinde dieses zusätzlich mit Wirtschaftskompetenz, die vor allem jetzt und auch nach Corona gebraucht werde.

Doch nicht alle Mittelständler in der Partei sind stramme Merz-Anhänger. Der MIT-Kreisvorsitzende Andreas Wierse hat aus Gesprächen den Eindruck mitgenommen, dass viele seiner Kollegen mit Norbert Röttgen gut leben könnten. „Er hat an seinem Wirtschaftsprofil gearbeitet und viele Sympathien“, sagt der Mittelständler aus Leonberg-Warmbronn. Wierse glaubt aber auch, dass bei Friedrich Merz die Themen Bürokratieabbau und internationale Wettbewerbsfähigkeit, Hauptanliegen der Mittelständler, gut aufgehoben wären. Er selbst sieht sich „einen Tick näher“ an Röttgen als an Merz.

Staubach: Laschet hat Stehvermögen bewiesen

„Ich finde es gut, dass es drei qualifizierte Bewerber mit unterschiedlichen Profilen gibt“, meint Elke Staubach, die Vorsitzende der Frauenunion und Chefin der CDU-Fraktion im Leonberger Gemeinderat. Dass kurzfristig Jens Spahn oder eine Kandidatin antrete, sieht sie nicht. „Wobei ich mir die Kandidatur einer Frau gewünscht hätte“, sagt Elke Staubach.

„Ich persönlich favorisiere Ministerpräsident Armin Laschet“, so die Leonberger CDU-Kommunalpolitikerin. Er vertrete die Mitte der Partei und sei am ehesten in der Lage, die verschiedenen Facetten und Schwerpunkte innerhalb der Union zu integrieren. „Im Übrigen hat Armin Laschet auch über lange Zeit und unter schwierigen Bedingungen Stehvermögen bei wichtigen Aufgaben bewiesen“, rechnet Elke Staubach dem Kandidaten an. „Friedrich Merz hat dagegen vor einigen Jahren das Handtuch geworfen und ist in die Wirtschaft gegangen.“

Kurtz: Röttgen könnte CDU jünger und weiblicher aufstellen

Er habe sich nicht durchgebissen mit seinen Ideen und Vorstellungen. Norbert Röttgen habe in den Umfragen aufgeholt. Von daher werde es spannend, meint Staubach, wer nun letztendlich als CDU-Bundesvorsitzender gewählt wird.

Eine der insgesamt 1001 stimmberechtigten CDU-Mitglieder ist Sabine Kurtz. Für die Leonberger Landtagsabgeordnete ist derjenige der Richtige an der Parteispitze, der die notwendige Zeit und die Erfahrung sowie die bundespolitische Verankerung für diese nicht einfache Aufgabe mitbringt: „Eine ganz schwere Wahl.“ Dennoch hat Sabine Kurtz ihren Favoriten gekürt: Sie wird wohl bei Norbert Röttgen ihr Kreuz machen. „Der ist in der Lage, die CDU breiter aufzustellen, sie jünger und weiblicher zu machen.“ Röttgen sei in der Lage, Ökologie und Ökonomie mit globalem Denken zu verknüpfen.

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