CDU-Basis im Altkreis zur Vorsitzendenwahl Keine eindeutige Tendenz auch im Strohgäu

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Ähnlich ist die Stimmungslage in Weil der Stadt: „In unserem Vorstand ist eine sehr große Mehrheit für Norbert Röttgen“, berichtet der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Joachim Oehler. Aber: „Wir würden es sehr begrüßen, wenn eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur im Frühjahr zwischen den Unionsparteien einvernehmlich beschlossen wird. Für uns ist klar, dass der beste und aussichtsreichste Kandidat in das Rennen um das Kanzleramt gehen muss.“

Ausgewogen ist das Meinungsbild bei der CDU in Renningen. „Ein Teil unseres Vorstandes und der Fraktion spricht sich klar für Merz als Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten aus, ein anderer Teil tendiert klar zu Norbert Röttgen für beide Ämter“, erklärt die Stadtverbandsvorsitzende Kerstin Bangemann. Sie selbst tendiert zu Röttgen. Bemerkenswert für Kerstin Bangemann: „Das Duo Laschet/Spahn spielte hier keine Rolle.“

Nichtgewählte sollen sich weiter einbringen

Vertrauen, dass die Delegierten aus dem Kreisverband die richtige Wahl treffen, hat die CDU in Rutesheim. „Wir haben keinen direkten Vertreter aus unserem Stadtverband, deshalb verlassen wir uns auf die richtige Wahl und Entscheidung der Delegierten“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Christina Almert.

Jeder Kandidat habe unterschiedliche Vorzüge. „Deshalb ist es uns wichtig, dass die beiden Nichtgewählten sich und ihre Erfahrungen und Kompetenzen weiterhin in der CDU einbringen und wünschen uns eine gute Zusammenarbeit,“ sagt Almert. Der neugewählte Vorsitzende sollte alle Flügel der Partei zu einer Einheit führen, und weil er demokratisch gewählt wird, sollten sich auch alle gemeinsam hinter ihn stellen.

Almert blickt in die Zukunft: „Nach der Wahl muss sich die CDU schnell mit der Schwesterpartei CSU zusammensetzen und einen Kanzlerkandidaten bestimmen. Dieser soll dann gemeinsam bestimmt werden. Das muss nicht unbedingt der CDU-Vorsitzende sein.“

Wirtschaftskompetenz wird in Nach-Corona-Zeit gebraucht

Ganz nah dran am Berliner Politikbetrieb ist Marc Biadacz. Der Böblinger Bundestagsabgeordnete kennt alle drei persönlich und sagt: „Alle drei sind wählbar“. Vor zwei Jahren hat Biadacz seine Stimme Jens Spahn, dem alten Kumpel aus JU-Zeiten, gegeben. Nun muss er sich neu orientieren. „Wer verkörpert die Mitte?“ Diese Frage ist für Biadacz ausschlaggebend. Dass Röttgen „unheimlich aufgeholt hat“, ist Biadacz nicht entgangen.

Auch im Strohgäu gibt es keine eindeutige Tendenz. Aus Sicht des Hemminger Bürgermeisters Thomas Schäfer (CDU) brächten die Kandidaten Kompetenzen mit, die er für wichtig halte – „wobei sich meine Präferenz auf die Kandidaten Merz und Laschet fokussiert. Die wirtschaftliche Ausprägung in hoffentlich bald Nach-Corona-Zeiten gepaart mit der transatlantischen Ausrichtung und dem Neuanfang unter US-Präsident Biden sehe ich als entscheidenden Vorsprung für Friedrich Merz.“

„Vielleicht mehr Röttgen als Laschet“

Konrad Epple, der Ditzinger CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete im Wahlkreis Vaihingen, hat eine „leichte Tendenz“ zu Friedrich Merz. Der habe schließlich einen „guten Job gemacht“ meint er auch mit Verweis auf Merz’ Fraktionsvorsitz zu Beginn der 2000er-Jahre.

Rainer Wieland hat noch nicht entschieden. „Ich bin immer noch hin und hergerissen“, sagt der Gerlinger über das Votum auf dem „Parteitag der ganz neuen Art“. Im Ludwigsburger CDU-Kreisverband sei etwas mehr als die Hälfte für Merz, gibt deren Vorsitzender und Vizepräsident des Europäischen Parlaments die Stimmung der für Mitglieder offenen Delegiertenbesprechung zu Beginn der Woche wieder. Die anderen lägen weitgehend gleich auf – „vielleicht ein wenig mehr Röttgen als Laschet“.

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