Busunternehmen in Weissach Zukunft des Wöhr-Reisefestivals bleibt offen

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Monika Wöhr-Kühnemann (Mitte) berät Kundinnen beim Reisefestival. Foto: factum/Jürgen Bach

Leonberg - Das Wöhr-Reisefestival ist immer ein Anziehungspunkt. Aus der ganzen Region kommen Interessenten an diesem Sonntag in die Leonberger Stadthalle, hören Vorträge über unterschiedliche Reiseziele, informieren sich an den Infoständen oder buchen gleich vor Ort ihre nächste Reise.

Doch es sind auf den ersten Blick deutlich weniger Besucher hier als in den vergangenen Jahren. „Letztlich entscheidet sich erst im Nachgang anhand der Buchungen der Erfolg dieses Tages“, sagt Geschäftsführerin Monika Wöhr-Kühnemann. Es ist noch nicht entschieden, ob diese Veranstaltung so fortgeführt wird. Immerhin kooperiert Wöhr seit Jahresbeginn mit Schlienz-Tours aus Kernen. Die Organisation des Touristikbereichs hat Monika Wöhr-Kühnemann dorthin abgegeben. Aber die Marke Wöhr-V.I.P.-Liner wird fortgeführt, und auch der Standort in Weissach bleibt mit einer langjährigen Mitarbeiterin als Buchungsstelle für Schlienz-Tours erhalten. Hier können weiter Reisen im Wöhr V.I.P. Liner gebucht werden.

Nicht jeder findet Kooperation gut

Über 45 Jahre hinweg hat Monika Wöhr-Kühnemann den Touristik-Bereich aufgebaut, das Festival feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Aber ganz loslassen kann und will sie nicht. Sie wird auch künftig einzelne Reisen planen und begleiten. So wie in diesem Jahr im September die Tour „Tegernsee für Insider“. Der Tegernsee ist ihre zweite Heimat, dort hat sie in den 70er Jahren mit ihren Eltern gelebt, bevor sie nach München zum Studium ging. Die Kooperation mit Schlienz-Tours war notwendig geworden, weil es immer schwieriger wurde, alle Reisen mit Buchungen zu füllen. Wie Kunden beim Festival berichten, kam es auch zu kurzfristigen Absagen von Reisen.

Doch über die neue Kooperation mit Schlienz ist nicht jeder Kunde glücklich, die meisten wollen dem Unternehmen eine Chance geben und es testen. Aber in den Augen einzelner Stammkunden sind die beiden Luxusbusse nicht vergleichbar. Obwohl der Schlienz Luxusbus größer und neuer ist als der V.I.P.-Liner, setzen die Wöhr-Stammkunden auf Reisen im altbewährten Bus. „Dort gibt es eine große Bordküche“, schwärmen Hannelore und Klaus Jock aus Gerlingen. Da gibt es Frühstück oder auch Mittagessen, je nach Reise. Sie machen gerne Busreisen jeglicher Art und gehörten immer zu den ersten Buchern. Denn bei Wöhr-Reisen wurden die besten Plätze in den ersten beiden Sitzreihen in der Reihenfolge des Buchungseingangs vergeben. „Bei Schlienz ist das anders, da kostet der Platz in der ersten Reihe pro Tag fünf Euro Zuschlag.“

Bereits im vergangenen Jahr hatten sie noch bei Wöhr die Nordcap-Reise gebucht, daher müssen sie dieses Mal die 160 Euro Zuschlag nicht bezahlen. Das wird aber künftig anders. „Dann ist Schlienz künftig für uns nicht mehr die erste Wahl“, macht Klaus Jock deutlich. Sie haben sich für eine sehr beliebte Reise entschieden. 16 Tage lang geht es mit einem umfangreichen Programm zum Nordcap. Zwei Freundinnen haben ebenfalls bereits diese Reise gebucht und wollen sich am Sonntag nur den Vortrag anhören. „Für uns war entscheidend, dass Wöhr der einzige Reiseveranstalter ist, der über Finnland zum Nordcap fährt.“

Größeres Angebot für die Kunden

Besonders beliebt ist diese Premium-Reise nicht nur wegen der Reiseroute und des Programms. Der Busfahrer fungiert hier gleichzeitig als Küchenchef und zaubert jeden Tag ein Mittagessen für die 28 Teilnehmer. Wer denkt, da gibt es jeden Tag Würstchen oder Spaghetti, der irrt. Auf der Speisekarte steht sogar Zwiebelrostbraten. Für andere sind so lange Busreisen gar nichts. Ein Paar will sich heute hier nur Tipps holen, was es für Reiseziele und Programmpunkte gibt. Sie sind noch fit und würden lieber fliegen nach Norwegen und die Reise selbst organisieren. Doch die meisten Besucher am Sonntag in der Stadthalle sind Bus-Fans und Stammkunden. Manche fahren sogar dreimal im Jahr mit Wöhr-Tours. Dass es künftig keine Tagesreisen mehr gibt, bedauern viele.

Die Kooperation mit Schlienz-Tours bietet Monika Wöhr-Kühnemann zufolge aber auch Vorteile für die Kunden. „Schlienz hat ein größeres Angebot an Flusskreuzfahrten, mehrere Schiffe sind für ihn in Vollcharter im Einsatz. Darunter sind Reisen zum Rhein in Flammen, ins malerische Südfrankreich, über die Donau oder auch eine kombinierte Flug-Schiffsreise nach Nordspanien“, erklärt die Fachfrau. Das Angebot für die Kunden werde jetzt also umfangreicher und die Reisen seien vom Preis-Leistungsverhältnis mit dem von Wöhr vergleichbar. Und: „Den von allen geschätzten Haustürservice wird es auch bei Schlienz-Tours weiter geben“, verspricht Monika Wöhr-Kühnemann.

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