Bundestagswahl 2021 Leonberg bleibt eine liberale Hochburg

Von Thomas Slotwinski und Sophia Herzog
Jasmina Hostert ist begeistert, dass sie für die SPD in den Bundestag einzieht. Foto: Eibner

Altkreis Leonberg - Leonberg bleibt eine liberale Hochburg. In der Stadt am Engelberg holt die FDP 18,7 Prozent und setzt damit den positiven Trend vergangener Wahlen fort. Der Kandidat Florian Toncar (16,8 Prozent) bleibt allerdings unter dem Gesamtergebnis seiner Partei. Die CDU in Leonberg die Nase vor der SPD deutlich vorne: 24,2 Prozent für die Christdemokraten, 21,8 Prozent für die Sozialdemokraten. Die Grünen, im Leonberger Gemeinderat stärkste Fraktion, holen als 18,5 Prozent. Ihr Kandidat Tobias Bacherle bekommt bei den Erststimmen lediglich 17,3 Prozent. Genau umgekehrt verhält es sich bei Marc Biadacz und Jasmina Hostert: Der CDU-Abgeordnete erhält in Leonberg eine persönliche Zustimmung von 27,7 Prozent, die künftige SPD-Parlamentarierin 22,4 Prozent.

Damit ähnelt das Ergebnis in Leonberg den Resultaten im gesamten Landkreis. CDU und FDP haben hier mehr Resonanz als andernorts. Aber auch die Grünen sind stark. Und die SPD profitiert erkennbar vom Scholz-Effekt.

SPD holt in Weil der Stadt auf

Noch etwas stärker schneiden die Christdemokraten im Westen des Wahlkreises ab und holen in Weil der Stadt 25,7 Prozent – haben dort ihr Ergebnis im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 allerdings deutlich verschlechtert. Die SPD folgt mit 20,6 Prozent der Zweitstimmen. Die FDP liegt mit 17,7 Prozent auf dem dritten Platz, sehr dicht gefolgt von den Grünen, die in der Keplerstadt 17,6 Prozent schaffen. Die AfD liegt mit 8,6 Prozentpunkten etwas unter dem Ergebnis der vergangenen Bundestagswahl.

Ähnliche Ergebnisse zeigen sich auch in Rutesheim. Hier siegt die CDU mit 26,9 Prozent, gefolgt von SPD (21,3 Prozent) und FDP (17,9 Prozent). Die Grünen liegen mit wenig Abstand (17,4 Prozent) auf Platz vier. In Renningen hingegen zeichnete sich lange ein anderer Sieger ab: Bis kurz vor der vollständigen Auszählung der Stimmen hatte die SPD knapp die Nase vorne. Am Ende machte dann aber doch die CDU das Rennen. 22,7 Prozent der Renninger stimmten für die Christdemokraten. Die SPD holte 22,2 Prozentpunkte, die Grünen 19,8.

Keine großen Überraschungen im Enzkreis

Für große Überraschungen sorgen die Enzkreis-Gemeinden, die zum Wahlkreis Pforzheim (279) gehören, nicht: Bereits bei der letzten Bundestagswahl lag die CDU in bei der Zweitstimme in den Gemeinden Heimsheim, Friolzheim, Mönsheim und Wimsheim weit vorne und holte jeweils Prozentpunkte um die 35.

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Am tendenziellen Vorsprung der Christdemokraten hat sich auch bei dieser Bundestagswahl nichts geändert – nur der Abstand zur Konkurrentin SPD ist kleiner geworden. In Heimsheim holte die CDU 25,4 Prozent der Zweitstimmen, die SPD 21,4. In Friolzheim stimmten 27,6 Prozent der Einwohner für die CDU, 18,7 Prozent entschieden sich für die SPD.

Ähnliche Trends auch in Wimsheim: Hier liegt die CDU bei 25,8 Prozent, die SPD bei 20,4. Die gleichen Zahlen schrieben die Sozialdemokraten auch in Mönsheim, die CDU liegt hier bei 26,3 Prozent.

Krichbaum holt Direktmandat

Einigkeit gab es zwischen den vier Enzkreis-Gemeinden um den dritten Platz auf dem Siegertreppchen: In Friolzheim hat die FDP mit 18,2 Prozent den größten Vorsprung im Vergleich zu den Grünen (14,8 Prozent), in Heimsheim den kleinsten: Hier holte die FDP 18,7 Prozent der Zweitstimmen, die Grüne rund 17 Prozent.

Auch der Blick auf das Direktmandat ist eindeutig: Hier hat CDU-Kandidat Gunther Krichbaum bei den Erststimmen die Nase vorne. Zu Redaktionsschluss (21 Uhr) lag er im ganzen Wahlkreis mit 29,8 Prozent gute 9 Prozentpunkten vor Konkurrentin Katja Mast (SPD).

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