Bundestagswahl 2021 Frohnmaier: „Politik kann E-Autos nicht verordnen“

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Markus Frohnmaier aus Weil der Stadt will für die AfD erneut in den Bundestag einziehen. Foto: /Stefanie Schlecht

Kreis Böblingen - Herrn Frohnmaier, der Afghanistan-Abzug ist in aller Munde. Haben Sie nach diesem Debakel überhaupt noch Lust, sich im Bundestag zu engagieren?

Ja, natürlich. Wir setzen uns schon lange dafür ein, dass gerade der westliche Interventionismus beendet werden muss. Wir müssen uns darüber im Klaren werden, dass wir unsere Vorstellung von Gesellschaft und Zusammenleben nicht in andere Länder übertragen können. Jetzt stellt sich die Frage, wie wir dafür sorgen, dass Deutschland nicht wie im Jahr 2015 eine Massenmigration erlebt

Welche Schwerpunkte wollen Sie denn setzen?

Ich bin entwicklungspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion und würde gerne diese Arbeit fortsetzen. Hier wird es insbesondere darum gehen, wie wir die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Partnerländern intensiver ausgestalten und wo wir auch sparen können.

Das bedeutet?

Es ist beispielsweise immer noch so, dass wir mit China eine Zusammenarbeit durchführen. China ist aber kein Entwicklungsland mehr. Es ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und Nuklearmacht mit eigenem Raumfahrtprogramm. Die brauchen keine Entwicklungshilfe mehr. 

Wo sehen Sie im Landkreis den größten Handlungsbedarf?

Wir müssen den Wirtschaftsstandort attraktiv halten. Das können wir nur, wenn wir ganz ehrlich über die Themen Energiewende und Mobilität sprechen und dafür sorgen, dass Arbeitsplätze hier im Kreis Böblingen bestehen bleiben.  

Welchen Beitrag wollen Sie zur Verkehrswende leisten?

Eine Verkehrswende muss vom Markt angestoßen werden. Man kann nicht von der Politik aus verordnen: So, jetzt fahren wir alle E-Autos. So etwas gibt es normalerweise nur im Sozialismus. Das muss der Markt regeln.

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Was können Sie zum Klimaschutz beitragen?

Ich bin der Meinung, dass der Klimaschutz schon daheim anfängt und im Übrigen wieder stärker Umweltschutz heißen sollte. Wir müssen davon wegkommen, dass immer nur abstrakt über CO2-Ausstoß gesprochen wird. Wir müssen vielmehr zur Frage kommen, was man als Bürger tun kann, um umweltverträglicher zu leben. Das kann jeder von uns. Vielleicht sollte man darüber mal mit der eigenen Oma sprechen. Die sind in der Regel viel umweltfreundlicher als wir jüngeren Leute aufgewachsen und aufgezogen worden.

Was muss bei der Digitalisierung geschehen?

Wenn ich von Weil der Stadt mit der S-Bahn nach Stuttgart fahre, bricht gefühlt 20 Mal die Verbindung ab. Das geht einfach nicht. Wir sind das viertgrößte Industrieland der Welt und hinken hier völlig hinterher. Das muss sich ändern. 

Welches Projekt würden Sie persönlich sofort anpacken, wenn Sie wiedergewählt würden?

Ich würde sofort damit beginnen, dass wir endlich durchgesetzt bekommen, dass G-20-Staaten nicht weiterhin deutsche Entwicklungshilfe erhalten, also China, Indien, Indonesien, Mexiko oder Brasilien. Das sind alles potente Wirtschaftsländer, die brauchen keine Entwicklungsleistungen mehr. Und ich würde dafür sorgen, dass wir nicht mehr 8,5 Millionen Euro für LED-Leuchten in Moscheen in Marokko bezahlen.

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In welchen Themenbereich müssen Sie sich selbst noch stärker einarbeiten?

Wüsste ich auf Anhieb nicht. Ich bin eigentlich in allen Themen gut drin.

Björn Höcke oder Jörg Meuthen?

Alice Weidel

Klimakrise: Fake-News oder Menschheitsproblem?

Die Klimakrise ist ein Thema, mit dem sich die Menschheit in der Tat beschäftigen muss. Aber nicht so, wie es momentan gemacht wird 

Nazizeit: Fliegenschiss oder eine Katastrophe der deutschen Geschichte?

Eine Katastrophe der deutschen Geschichte. Aber man soll die deutsche Geschichte nicht ausschließlich darauf reduzieren 

Netflix oder Fernsehen?

Netflix

Mozart oder Madonna?

Wagner

Veggie-Schnitzel oder Schweinehals?

Rostbraten 

Markus Frohnmaier, Sprecher von Alice Weidel

1991
 wurde Markus Frohnmaier im rumänischen Craiova geboren. Er wuchs zunächst in einem Kinderheim auf, wurde aber von einem deutschen Ehepaar aus Weil der Stadt-Schafhausen adoptiert. Hier besuchte er die Hauptschule, es folgten Abitur und Jura-Studium in Tübingen


2015
 Wahl zum Bundeschef der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative

Seit 2017
ist er Sprecher Alice Weidels, die im gleichen Jahr für den Bundestag kandidierte. Über die Landesliste zog Markus Frohnmaier ebenfalls in den Bundestag ein

2019
 Bei der Kommunalwahl verpasste er den Einzug in den Rat von Weil der Stadt.

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