Bundestagswahl 2021 Biadacz: Infrastruktur muss ausgebaut werden

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Schafft Marc Biadacz die direkte Wiederwahl am 26. September? Foto: Stefanie Schlecht

Kreis Böblingen - Herr Biadacz, die Nachrichten sind dieser Tage geprägt vom Chaos in Afghanistan. Vergeht einem angesichts so eines Debakels nicht die Lust, für den Bundestag zu kandidieren?

Nein. Die Bilder sind schrecklich und menschlich eine Tragödie. Trotzdem: Wer in die Politik geht, will etwas gestalten und bewegen. Ich glaube, dass dieser Einsatz in Afghanistan auch gute Dinge hinterlassen hat. Die Bildungsrate ist höher, die Menschen haben mehr Zugang zu Trinkwasser. Es war nicht alles vergebens, aber dennoch ist es keine Sternstunde für den Westen.

Welche Schwerpunkte wollen Sie in Ihrer politischen Arbeit setzen?

Für mich als Digital- und Arbeitsmarktpolitiker ist es wichtig, die Zukunft der Arbeit zu gestalten. Deswegen möchte ich, dass die Arbeitsplätze – gerade auch hier im Landkreis – in Zukunft weiterhin bestehen bleiben. Gleichzeitig sollen im Bereich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz neue Arbeitsplätze entstehen.

Welchen Beitrag wollen Sie zur Verkehrswende leisten?

Wir müssen Straßen, Bahnnetze und Fahrradwege ausbauen und die individuelle Mobilität fördern. Die schadstoffarmen Diesel und Benziner sollen als Brückentechnologie eingesetzt werden, bis wir etwa auf Wasserstoff oder sogenannte E-Fuels umsteigen können.

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Was tun Sie für die Digitalisierung?

Wir brauchen ein flächendeckendes 5G-Netz, um in den nächsten Jahrzehnten wirtschaftlich stark zu bleiben. Dafür will ich mich in Berlin einsetzen.

Wo sehen Sie im Wahlkreis Böblingen den größten Handlungsbedarf?

Ganz klar bei der Infrastruktur. Bei den Straßen, der Bahn und den Radwegen – aber eben auch bei der digitalen Infrastruktur.

Was tun Sie für den Klimaschutz?

Beim Klimaschutz ist das Wichtigste: Mit ihm kann man nicht verhandeln. Deswegen müssen wir auf Innovation und Wettbewerb setzen. Deutschland und Europa sollten gute Vorbilder für die ganze Welt sein – gerade für die Schwellenländer. Wenn wir Umwelt- und Klimaschutz und dazu wirtschaftlichen Wohlstand und Wachstum miteinander vereinen, werden viele andere Länder sich das bei uns abschauen. Dann können wir effektiven Klimaschutz für die ganze Welt schaffen.

Welches Projekt wollen Sie als erstes anpacken, sollten Sie am 26. September wieder gewählt werden?

Das Thema Bildung: Bildung ist zwar Ländersache, aber der Bund kann viel mitbewegen. Wir hatten den „Digitalpakt Schule“ mit 5,5 Milliarden Euro – das war ein guter Anfang, aber wir brauchen jetzt einen „Digitalpakt 2.0“. Damit gerade Kinder und Jugendliche aus einkommensschwächeren Familien von digitalen Bildungschancen profitieren.

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Wie sollen die Menschen im Wahlkreis Böblingen konkret davon profitieren?

Indem wir die Antragstellung digital machen. Die Schulleiter und Lehrkräfte müssen schneller und unbürokratischer Anträge stellen können, damit das Geld, was der Bund zur Verfügung stellt, schneller abgerufen werden kann.

In welche Themen müssten Sie sich bei einer Wiederwahl einarbeiten?

Die Pandemie hat mir als Arbeitsmarkt- und Digitalpolitiker gezeigt, dass ich mich stärker in die Virologie und das Gesundheitswesen einarbeiten musste. Das hört auch nicht auf, denn wir sind noch nicht über Corona hinweg. Wir müssen uns weiterhin mit den richtigen Maßnahmen beschäftigen und mit der Frage, welche am Ende wirken. Da hört auch für mich das Lernen nie auf.

Wen bevorzugen Sie: SPD oder Grüne?

Beides gute Parteien – deswegen: Man kann auch zu dritt eine Koalition bilden.

Laschet oder Söder?

Ganz klar: Armin Laschet ist unser Kanzlerkandidat. Deswegen Armin Laschet.

Hans-Georg Maaßen oder CDU?

CDU.

Netflix oder das gute alte Fernsehen?

Kino.

Mozart oder Madonna?

Freddie Mercury und Queen.

Marc Biadacz

1979
in Böblingen geboren

1999
der CDU beigetreten

2000
Abitur an der Mildred-Scheel-Schule

2000/2001
Zivildienst beim Deutschen

Roten Kreuz Kreisverband Böblingen

2001 bis 2007
Studium der Sozial- und Politikwissenschaften in Stuttgart

2004 bis 2009 sowie 2014 bis 2019
Mitglied des Böblinger Gemeinderats

ab 2008
berufliche Tätigkeit bei Mercedes-Benz, als Büroleiter des Sindelfinger Oberbürgermeisters sowie im Marketingbereich

seit 2017
Bundestagsabgeordneter

Musik
Biadacz ist Fan von Freddie Mercury und Queen, vor seiner ersten Rede im Bundestag lief in seinem Büro „We will rock you“ – um die Nerven zu beruhigen

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