Bürgermeisterwahl in Mönsheim Michael Maurer will Ökologie und Ökonomie verbinden

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Michael Maurer will nächster Bürgermeister von Mönsheim werden. Foto: /Simon Granville

Michael Maurer hat sich gründlich in die Materie eingearbeitet und wartet im Gespräch mit zahlreichen Detailkenntnissen über Mönsheim auf, streut Namen von Ansprechpartnern und Zahlen aus dem aktuellen Haushaltsplan ein. Der mit 25 Jahren jüngste der drei Bewerber um die Nachfolge von Bürgermeister Thomas Fritsch zeigt sich selbstbewusst und ist überzeugt davon, „dass man mir das Rathaus-Handwerk als solches nicht erklären muss. Natürlich kann jemand in meinem Alter keine 30-jährige Berufserfahrung mitbringen, aber man arbeitet in der Verwaltung ja in einem Team“, betont er. Und er weiß: „In Mönsheim muss man als Bürgermeister mitarbeiten, man ist sozusagen oberster Sachbearbeiter.“ Dadurch sei man aber am Puls und nah an den Menschen vor Ort.

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Der Verwaltungsfachangestellte, so seine offizielle Berufsangabe, weiß, wovon er spricht. Nach seiner Ausbildung, die er bei der Stadt Marbach am Neckar mit der Fachrichtung Landes- und Kommunalverwaltung absolvierte, war er als Fallmanager im Dezernat für Migration und Integration beim Landratsamt Heilbronn tätig, wechselte dann in ähnlicher Funktion zur Stadt Stuttgart. Für einige Monate arbeitete in der Stadtkämmerei im Bereich Vollstreckung und Beitreibung, seit 2021 als Dienstellenleiter im Bezirksamt Feuerbach, wo er nach eigenen Worten mit zehn Mitarbeitenden für eine Reihe von Aufgaben wie das Standesamt, Bürgerservice, Haushalt, Informations- und Kommunikationstechnik sowie als Beauftragter für Digitalisierung und Datenschutz zuständig ist.

Was treibt die Bürgerinnen und Bürger um?

Erfahrungen mit dem Verwaltungshandeln habe er schon früh als Jugendlicher in seinen verschiedenen ehrenamtlichen Engagements gemacht, etwa als es darum ging, Projekte wie einen Jugendtreff zu organisieren, erzählt er. „Damals habe ich mich mit anderen zusammengeschlossen, im konkreten Fall bin ich der Jungen Union beigetreten.“ Als Mitglied der Jugendfeuerwehr wollte er erfahren, was man tun muss, um ein neues Fahrzeug zu bekommen. „Mir war wichtig zu verstehen, wie solche Vorgänge praktisch funktionieren, um mitreden zu können und zu begreifen, an welchen Stellschrauben man drehen müsste, um etwas zu verändern.“

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Der im Landkreis Ludwigsburg aufgewachsene und heute in Stuttgart lebende Kandidat hat auch die Mönsheimer Bürgerinnen und Bürger gefragt, was sie umtreibt. Deswegen habe jeder Haushalt einen kleinen Fragebogen von ihm bekommen. „Die Rückmeldungen haben mir gezeigt, dass es Generationen übergreifende Themen gibt“, so Michael Maurer. Ob Unternehmen, Ehrenamtliche in Vereinen oder Eltern – alle würden sich mehr Kommunikation wünschen.

Keine Worthülsen fabrizieren, sondern konkret werden

Aus diesem Grund wolle er als Bürgermeister bereits gefasste Beschlüsse des Gemeinderats, beispielsweise zum Beitritt zur „Agenda 2030“ oder zur Schulentwicklung, nicht nur mit dem Gremium konkret umsetzen, sondern diese auch kommunizieren und transparent machen. Denn viele Themen würden eng miteinander zusammenhängen. Seiner Meinung nach müsse die Gemeinde „eine Art Vorbildfunktion“ haben, auch in Sachen Umweltschutz. „Ich bin fest davon überzeugt, dass man Ökologie und Ökonomie gut verbinden kann“, betont der junge Mann, der sich selbst dem bürgerlichen Lager zurechnet. Ihm sei wichtig, keine leeren Worthülsen zu fabrizieren, sondern konkret zu werden. Zum leidigen Thema Durchgangsverkehr fragt er: „Warum tun sich hier die Heckengäu-Gemeinden nicht zusammen und setzen ein Lkw-Fahrverbot durch?“

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Wie seine beiden Mitbewerber um den Mönsheimer Bürgermeister-Posten hat Michael Maurer einen vertieften Blick in den Haushalt der Gemeinde geworfen, zitiert und kommentiert einzelne Positionen, die Pro-Kopf-Verschuldung etwa oder die Anschubfinanzierung für die Vorplanung für weiteren Hochwasserschutz. „Doch beim kommunalen Haushalt wird es immer um einen Kompromiss gehen“, so der Kandidat. „Wenn eine Idee gut ist, ist es mir egal, woher sie kommt“, meint er ganz pragmatisch. Er selbst stehe für eine werteorientierte Kommunalpolitik, aber der Kompromiss müsse über allem stehen. „Wir müssen hier schlussendlich alle an einem Strang ziehen“, ist Michael Maurer überzeugt.

Kandidatenvorstellung

Termin
 Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 22. Mai, statt. Die Gemeinde Mönsheim organisiert eine öffentliche Kandidatenvorstellung für Donnerstag, 12. Mai, um 19 Uhr in der Festhalle der Appenbergschule. Die Veranstaltung wird online übertragen, mehr dazu unter www.moensheim.de.

Ablauf
 Jeder Bewerber hat 15 Minuten Zeit, sich vorzustellen. Danach haben die Zuhörer Gelegenheit, Fragen zu stellen.

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