Bürgermeisterwahl in Mönsheim Kandidat Paul Czerkies im Gespräch

Von
Bürgermeisterkandidat Paul Czerkies vor dem Rathaus in Mönsheim. Foto: /Jürgen Bach

„Ich bin ein Teamplayer, ich will nah an den Menschen sein.“ Das betont Paul Czerkies im Gespräch immer wieder. Der 38-Jährige hat als letzter der drei Bewerber um die Nachfolge des Bürgermeisters Thomas Fritsch, der nach drei Amtsperioden nicht mehr kandidiert, seinen Hut in den Ring geworfen. „Es ist das erste Mal, dass ich so einen Wahlkampf mitmache“, erzählt er.

Dass er dabei gleich in die Vollen geht, zeigt sein dichter Terminkalender und die große Zahl der Menschen, mit denen er bereits Kontakt hatte. Die Kindergärten und die Mönsheimer Landwirte hat er bereits besucht, im Schloss Obermönsheim seine Aufwartung gemacht, mit Fußballverein, DLRG und Tennisclub Gespräche geführt, ebenso Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung und Vertreter der Gemeinderatsfraktionen kennengelernt.

Der Haustürwahlkampf kommt erst noch

Die Phase des Haustür-Wahlkampfes komme aber erst noch, sagt Czerkies mit einem Schmunzeln. Der Mann kniet sich offensichtlich rein in sein Vorhaben, in Mönsheim den Bürgermeister-Posten zu erringen.

Er nennt auf Anhieb einige zentrale Themen in der Gemeinde, wenn er auch vermeidet, ins Detail zu gehen. Er weiß um den starken Durchgangsverkehr, führt bedarfsgerechte Wohnformen und eben solche Kinderbetreuung an, die Hochwasserproblematik im Ort und die Sicherheit für die Bürger.

Fokus auf Bürgerdialog und Bürgerbeteiligung

Er lässt durchblicken, dass er durchaus einige Ideen hat, betont im gleichen Atemzug aber, dass der neue Bürgermeister zunächst mit dem gesamten Gemeinderat sprechen müsse. „Zu vielem möchte ich mir erst einmal ein genaueres Bild machen. Es würde manchem hier sauer aufstoßen, wenn ich schon mit konkreten Dingen vorpresche“, glaubt er. Paul Czerkies setzt ebenfalls auf Bürgerdialog und -beteiligung, auch von Jugendlichen.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Drei wollen ins Mönsheimer Rathaus

Sein Interesse für die Kommunalpolitik sei vor allem durch den Einsatz bei den Corona-Impfaktionen des Landkreises geweckt worden, erklärt er. Dorthin wurde der Zollbeamte „auf eigenen Wunsch“, wie er betont, für acht Monate abgeordnet. So habe er als Impfkoordinator und beispielsweise bei der Einrichtung von Pop-up-Impfzentren eng mit den Gemeindeverwaltungen im Enzkreis zusammengearbeitet. „Das hat mir viel Spaß gemacht und ich hatte den Eindruck, da kann man etwas bewirken“, erzählt er. Er glaube auch, dass man in den Kommunen mit seiner Arbeit zufrieden gewesen sei.

Hauptberuflich Hauptzollsekretär

In puncto fachlicher Qualifikation für das Amt des Bürgermeisters verweist Paul Czerkies auf seine über 20-jährige Berufserfahrung. Nach mittlerer Reife und einer Ausbildung zum Bürokaufmann ging er zum Justizvollzugsdienst, wurde Landesbeamter. „Weil ich das nicht bis zu meinem Lebensende machen und meinen Horizont erweitern wollte“, wechselte er dann vor drei Jahren zum Hauptzollamt Stuttgart, wo er als Hauptzollsekretär Beamter der Bundesfinanzverwaltung ist und am Flughafen Stuttgart Fluggäste und Waren kontrolliert.

„Als Beamter muss ich mich mit Verwaltungsakten, Zuständigkeiten und gesetzlichen Grundlagen auskennen.“ Als Kaufmann bringe er außerdem die betriebswirtschaftlichen Sichtweisen mit, erklärt der in Schlesien in Polen geborene Czerkies, der als 14-Jähriger nach Deutschland kam.

„Eine soziale Ader benötigt auch ein Bürgermeister“

Mit seiner Partnerin Evelin Eidner lebt Paul Czerkies in Pforzheim und ist nach eigenen Worten umfangreich ehrenamtlich engagiert, von der Ukraine-Hilfe, über den ehrenamtlichen Polizeidienst, die Arbeit mit straffällig gewordenen Jugendlichen und die Tätigkeit bei der Gewerkschaft bis hin zu seiner Mitgliedschaft beim Deutschen Roten Kreuz in Kieselbronn, um nur einige zu nennen. „Mir geht es dabei stets um das Miteinander“, sagt der Kandidat. Er weiß, dass er das in Zukunft nicht mehr im bisherigen Umfang tun kann, sollte er gewählt werden. „Aber eine soziale Ader benötigt auch ein Bürgermeister. Das kann ich dann verknüpfen, etwa mit der Jugendarbeit oder der Ukraine-Hilfe“, meint er.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Mönsheim kann Haushalt nur knapp ausgleichen

Paul Czerkies ist Mitglied bei der CDU, betont aber, dass er „politisch breit aufgestellt“ sei und für das Bürgermeisteramt in Mönsheim als Unabhängiger kandidiere. „Es geht doch im Grunde immer um den einzelnen Menschen.“

Kandidatenvorstellung

Termin
 Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 22. Mai, statt. Die Gemeinde Mönsheim organisiert eine öffentliche Kandidatenvorstellung für Donnerstag, 12. Mai, um 19 Uhr in der Festhalle der Appenbergschule. Die Veranstaltung wird online übertragen, mehr dazu unter moensheim.de.

Ablauf
 Jeder Bewerber hat 15 Minuten Zeit, sich vorzustellen. Danach haben die Zuhörer Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen