Bürgermeisterwahl in Mönsheim Bürger fühlen den Kandidaten auf den Zahn

Von Brunhilde Arnold
Die Bürgermeister-Kandidaten Christoph Friedrich, Michael Maurer und Paul Czerkies (von links) bei ihrer Vorstellungsrunde in der Festhalle in Mönsheim Foto: Jürgen Bach

Das Interesse der Mönsheimerinnen und Mönsheimer, die drei Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters kennenzulernen, war groß: Rund 250 Gäste waren in die Festhalle an der Appenbergschule gekommen. Mit von der Partie war Alt-Bürgermeister Werner Dangel, der selbst 24 Jahre Rathauschef in Mönsheim war. Der heute 80-Jährige hatte die Aufgabe übernommen, die Reihenfolge auszulosen, in der sich die Bewerber vorstellen sollten.

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Zuerst ging der Pforzheimer Paul Czerkies an den Start. Der 38-jährige Beamte der Bundesfinanzverwaltung, der beim Zoll tätig ist und auch eine kaufmännische Ausbildung hat, riss – wie auch seine Mitbewerber – die ganze Bandbreite der kommunalpolitischen Themen an, vom Klima- und Hochwasserschutz über Verkehrsentlastung und ein kinder- und familienfreundliches Mönsheim bis hin zu Wohnraumbeschaffung und Gewerbeförderung. Paul Czerkies betonte, dass für ihn ehrenamtliches Engagement selbstverständlich und er ein Teamplayer sei.

Schmuckhersteller zieht es nach Wiernsheim

Der 25-jährige Michael Maurer aus Stuttgart hob den Wunsch der Mönsheimer nach mehr Kommunikation hervor und folgerte daraus, wie er sagte, man müsse „auf gut Deutsch schwätze mit de Leut“. Der Verwaltungsfachangestellte ist beim Bezirksamt der Stadt Stuttgart tätig. Aufhorchen ließ er mit seiner Aussage im Zusammenhang mit Flächen für den Wohnungsbau, dass das Mönsheimer Unternehmen Friedrich Binder GmbH & Co. KG plane, aus der Gemeinde abzuwandern. Daraus werde sich für Mönsheim die größte städtebauliche Herausforderung der kommenden Jahre ergeben.

Die Firma mit 270 Beschäftigten produziert Schmuckketten. Auf einer neuen Gewerbefläche im Nachbarort Wiernsheim will sie mittelfristig räumlich expandieren, wie Geschäftsführer Kai Binder auf Nachfrage bestätigte.

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Der Rutesheimer Christoph Friedrich, der mit seiner Familie in Wimsheim lebt, betonte, dass er als Bürgermeister nah bei den Menschen sein möchte und auch zu schwierigen Entscheidungen bereit sei. Der 32-jährige Sozialpädagoge arbeitet in Vaihingen/Enz beim Jugendamt des Landkreises Ludwigsburg.

Nach der Vorstellungsrunde hatten die Bürger das Wort. Mit zahlreichen, fast durchweg sachlich gestellten Fragen fühlten sie den Kandidaten auf den Zahn, wobei sie fast immer von allen dreien Antworten auf ihre Anliegen haben wollten. Präferenzen für den einen oder anderen Bewerber ließen sich beim Publikum nicht erkennen, zumal auch mit Beifall sparsam umgegangen wurde.

Wunsch nach einer Grillstelle

Die Bewerber zeigten sich gut vorbereitet oder waren zumindest um Antworten nicht verlegen. Zuhörer Paul Eder wollte wissen, wie man die Menschen in den verschiedenen Ortsteilen von Mönsheim, die wohl manchmal nicht gut aufeinander zu sprechen seien, miteinander verbinden könne. Alexander Schmidt lobte den „schönen, großen Paulinensee“, an dem er aber die Grillstelle von früher vermisse. Hierzu wiesen die Kandidaten zwar auf eventuelle Kosten und den immer wieder auftretenden Vandalismus hin, sagten aber ihre Unterstützung zu und setzten auf Einbinden der verschiedenen Interessengruppen.

Andere Zuhörer wollten wissen, wie weiterer Wohnraum zu schaffen sei und wie man im Ort die Barrierefreiheit vorantreiben könne. Ottmar Kolb fragte, wie man den ländlichen Charakter des Ortes erhalten könne und welche Rolle künftig Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz spielen. Das Gewinnen von pädagogischen Kräften für die Kinderbetreuung, die Förderung von Vereinen, der Umgang mit den knappen kommunalen Finanzen sowie der Ausbau von Radwegen trieben die Mönsheimer um.

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Der Gemeinderat Andreas Bürle (Freie Wählergemeinschaft) fragte die Kandidaten, bei welchem von drei Themen – Sanierung Appenbergschule, Straßeninstandsetzung oder Sanierung des Feuerwehrmagazins – sie ihre Priorität setzen würden. Michael Maurer sagte zum wiederholten Mal, dass es „unterm Strich immer um einen Kompromiss geht“, Christoph Friedrich priorisierte die „Muss-Aufgaben“ Ganztagsbetreuung und Feuerwehr, Paul Czerkies setzte auf die Feuerwehr als für die Sicherheit am wichtigsten. „Schule und Straßen würde ich fast gleichsetzen, wobei ich die Schule bevorzugen würde“, sagte der 38-Jährige.

Nach ihren drei wichtigsten Werten gefragt, nannte Czerkies Tatkraft, offene Kommunikation, ehrlich miteinander sein; Maurer gab Familie, kompromissbereit sein und Zusammenarbeit an; Friedrich betonte ebenfalls die Familie, die Wertschätzung der Menschen und dass man alles schaffen könne. „Das möchte ich vorleben.“

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