Brand im Schützenhaus Rutesheim Schützengilde Diana steht vor einem Trümmerhaufen

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Der Tag danach: Das Vereinsheim ist komplett ausgebrannt. Foto: factum/Bach

Rutesheim - Fassungslos stehen der Vorstand und einige Mitglieder des Schützenvereins Diana am Tag nach dem großen Brand vor den verkohlten Trümmern des Vereinsheims. Immer wieder halten Autos auf dem Parkplatz an der Straße zwischen Rutesheim und Flacht an, weitere Vereinsmitglieder gesellen sich zu der Gruppe. Es herrscht betretenes Schweigen.

Die drei Kriminaltechniker von der Spurensicherung der Kripo und der Schutzpolizei steigen gerade aus ihren Schutzanzügen. Sie sind von ihrem ersten Rundgang durch die Brandruine zurück. Ihr Job ist es, die Barndursache zu ermitteln. „Als Erstes geht es darum, festzustellen, ob es fahrlässig oder vorsätzlich, sprich durch eine Brandstiftung, zu dem Feuer gekommen ist“, sagt einer der drei Fachleute. Eine erste Einschätzung über die Ursache des Großbrandes haben die Kriminaltechniker parat. „Bislang liegen keine Erkenntnisse vor, dass es Brandstiftung gewesen ist“, lautet ein erstes Fazit. Doch die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hat einen Gutachter bestellt, der die Brandursache ermittel soll.

Gestandene Männer hatten Tränen in den Augen

Der Vereinsvorsitzende Willi Wendel und sein Stellvertreter Eberhard Mouris schrauben gemeinsam mit mehreren Vereinsmitgliedern deshalb Baustellen-Absperrgitter um das Brand-Areal und kennzeichnen es mit rot-weißem Absperrband. Wendel trägt noch die Einsatzuniform der Leonberger Feuerwehr. Den Eltinger Kfz-Meister, der auch in der Leonberger Feuerwehr tätig ist, hat die Alarmierung mitten in der nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses des Leonberger Gemeinderates erwischt. „Mit dem Rad bin ich zur Feuerwache geeilt und dann sind wir zum Einsatzort gefahren“, schildert Willi Wendel.

Im Obergeschoss loderte bei der Ankunft der Helfer aus Leonberg ein heftiges Feuer. Die Wehren aus Weissach und Rutesheim waren bereits voll im Einsatz. Auch erste Vereinsmitglieder waren schnell vor Ort und wollten helfen. „Gestandene Männer hatten Tränen in den Augen. Und das nicht vom vielen Rauch“, hat Willi Wendel beobachtet. Das verwundert nicht, denn vieles, vor allem den Innenausbau des Vereinsheimes, haben die Mitglieder in unzähligen Stunden in Eigenleistung vollbracht. „Da hängt viel Herzblut dran“, bestätigt auch der stellvertretende Vereinsvorsitzende Eberhard Mouris.

1999 ist das Vereinsheim schon einmal abgebrannt

Es ist nicht das erste Mal, dass das Domizil des 1959 gegründeten Vereins durch einen Brand zerstört wurde. Anfangs war ein Bauwagen das Vereinsheim. Bis dann 1966 mit dem Bau des ersten festen Hauses begonnen wurde. „Das wurde Stein für Stein von den Mitgliedern aufgebaut“, weiß Mouris. Weil die finanzielle Decke dünn war und die Kosten hoch, wurde sogar ein altes Haus in Rutesheim abgerissen, um Baumaterial zu gewinnen. Die Schießmöglichkeiten wurden erweitert – Pistolenbahnen und Luftgewehrstände kamen hinzu.

Am 5. Mai 1999 wurde das Vereinsheim durch einen Kabelbrand beschädigt. Ein Siebenschläfer hatte sich in der elektrischen Installation eingenistet. In zweijähriger Bauzeit wurde ein neues Schützenhaus errichtet. „Der Innenausbau erfolgte in Eigenleistung, es entstand ein Versammlungssaal, Jugendräume, das Vorstandsbüro, neue Sanitärräume“, zählt Mouris auf.

„Nicht nur wir sind durch den Brand obdachlos geworden, sondern auch die Jäger aus Weissach und Flacht“, sagt Willi Wendel. Die Waidmänner haben im Vereinsgebäude ihre Wildkammer, wo die erlegten Tiere gekühlt und verarbeitet werden. Erhebliche Schäden durch das Feuer hat auch die Klubstation des Ortsverbandes Leonberg des Deutschen Amateur-Radio-Clubs erlitten. Der Club hat einige Räume in dem Schützenhaus, und seine riesige Antenne steht auf dem Gelände der Sportschützen.

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