Bow Tie Big Band Jazzmusik im Renninger Sportstadion

Von
Ungewöhnliche Kulisse für einen musikalischen Auftritt. Doch dem Publikum gefällt das Konzert im Renninger Rankbachstadion sichtlich gut. Foto: factum/Jürgen Bach

Renningen - Allen Wetterkapriolen zum Trotz ist ein Open-Air-Konzert in Pandemie- Zeiten die Wahl der Stunde. Nachdem der Auftritt der Bow Tie Big Band vergangene Woche wetterbedingt ausfallen musste, sind am Samstagnachmittag rund 200 Besucher bei herbstwarmer Sonne im Renninger Rankbachstadion auf ihre Kosten gekommen.

Auf der Bühne stehen die Junior Jazzband unter der Leitung von Thomas Schöck und die Bow Tie Big Band unter dem Co-Bandleader, Stefan Schreiber. „Karl Farrent konnte wegen der Konzertverschiebung leider nicht teilnehmen“, erzählt der Bandmanager, Matthias Hartmann. Unterstützung gibt es von den Sängerinnen Liv Keilbach und Beata Ruxton und dem Sänger Stefan Eitel. „Liv Keilbach ist eine talentierte junge Sängerin, die schon beim Konzert der Band in der katholischen Kirche vergangenes Jahr begeistern konnte. Beata Ruxton und Stefan Eitel sind unsere langjährigen Vocals, die all unsere Konzerte routiniert und immer mit viel Begeisterung begleiten.“

Der Wunsch nach ein bisschen Normalität

Mit einer mobilen Bühne auf der Stadionlaufbahn haben die Musiker ihren Wirkungsraum gefunden. Für ein sehr gutes Klangerlebnis werden keine Mühen gescheut, Musik- und Lichttechnik sind perfekt aufeinander abgestimmt, um den Zuschauern ein unvergessliches Erlebnis in einer ungewöhnlichen und schwierigen Zeit zu ermöglichen. Gespielt wurden Teile der Programme, die für das erste Konzerthalbjahr 2020 geplant waren. „Ich finde es wichtig, wann und wie auch immer es möglich ist, selber zu musizieren und auch Musik anzubieten. Das Feedback unseres Publikums zeigt, dass auch dort etwas gefehlt hat und sie sehr gerne wieder Konzerte besuchen möchten“, betont Matthias Hartmann. „Der Wunsch nach einem Schritt in Richtung Normalität eint uns da. Und eine willkommene Ablenkung in schwierigen Zeiten ist es allemal.“

Dabei war das Jahr für die Musiker auch in Sachen Probe kein einfaches. Denn Proben waren Corona-bedingt schlichtweg nicht möglich. „Als dann wieder mehr Personen im privaten Umfeld erlaubt waren, haben wir wieder angefangen zu musizieren. Noch ohne konkretes Ziel, einfach aus Spaß an der Musik.“

Es geht nur ein Konzert im Freien

Zehn bis zwölf Konzerte gibt die Jazzband im Durchschnitt jährlich. Inklusive der Auftritte bei anderen Veranstaltern, etwa in Jazzclubs oder auf Jazzfestivals. Nun war in diesem Jahr das Stadionkonzert das erste. Doch wie ist die Idee zum Open-Air auf dem Rankbach-Sportgelände entstanden? „Ich habe überlegt, was prinzipiell möglich wäre. Welche Chance wir überhaupt hätten, auf die Bühne zu gehen und uns in Renningen mal wieder zu zeigen“, sagt der Bandmanager.

In einem Gespräch mit der Stadtverwaltung war schnell klar, dass einzig und allein ein Konzert im Freien, aber in einem abgeschossenen Rahmen möglich sein kann. Gerade, um hier auch die Konzertbesucher konkret erfassen zu können.

„Meine Frau, ehemalige Leichtathletin und Trainerin, machte dann den Vorschlag, ins Renninger Leichtathletikstadion zu gehen“, sagt er lächelnd. So wurde es also entwickelt, das sichere Open-Air- Konzert unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Auch Mund-Nasenschutz wurde von den Besuchern auf den Wegestrecken getragen.

Stadtverwaltung hat verstnd

Lobend spricht Matthias Hartmann von der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Vereinen. „Wir haben in Renningen wirklich Glück“, sagt er zufrieden. „Wir stoßen immer auf offene Ohren und die Verantwortlichen haben sehr viel Verständnis für die Nöte der Vereine, vor allem jetzt in der für alle schwierigen Zeit.“

So wird versucht, Unmögliches möglich zu machen. Für die Musiker, die Vereine und auch für die Menschen, die sich nach ein bisschen mehr Kultur und Musik in ihrem Leben sehnen.

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen