Böblinger Kreistag Grüne legen auch im Kreis zu

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So sieht die Stimmenverteilung für den Böblinger Kreistag aus. Die Sitze: Freie Wähler 25, CDU 17, SPD 11, Grüne 16, FDP 6, Linke 3, NPD 0, AfD 5, FRiDi 0, SALZ 1. Foto: Landratsamt

Kreis Böblingen - Auch bei der Kreistagswahl sind die Grünen die Gewinner, obwohl sie nur die drittstärkste Fraktion stellen. 16 der 84 Sitze stehen ihnen künftig zu, fünf mehr als vor der Wahl. Ebenfalls fünf Plätze sind erstmals für die AfD reserviert. Im Gegenzug kippten die Wähler auf der rechten Seite des Parteienspektrums die NPD aus dem Kreisparlament. Die Nationalen waren bisher mit einem Ausgleichssitz vertreten.

Zu den Gewinnern darf sich auch die FDP zählen. Ihren Anteil steigerte sie von 4,6 auf 7,6 Prozent, was ein Plus von vier auf sechs Kreisräte ausmacht. Mit praktisch unverändertem Ergebnis bleiben den Linken ihre drei Sitze erhalten .

Klimaschutz ist dominierendes Thema

„Unser Zugewinn liegt vor allem daran, dass die Bürger zunehmend erkannt haben, dass in puncto Klimaschutz dringend mehr gemacht werden muss“, erklärt Roland Mundle, der grüne Fraktionschef im Kreistag. Die Wähler trauten seiner Partei am ehesten zu, die notwendigen Schritte zu unternehmen. „Diesem Vertrauensvorschuss wollen wir gerecht werden.“

Die tatsächlichen Wahlsieger auf Kreisebene sind und bleiben mit 25 Sitzen die Freien Wähler. „Unser Ziel war, die stärkste Fraktion zu bleiben, das ist klar gelungen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Thomas Sprißler, OB in Herrenberg. Auf der anderen Seite der Wahlbilanz steht ein Verlust von mehr als sechs Prozent der Wählerstimmen. Die CDU büßte in gleicher Größenordnung ein. Gemeinsam mit den Freien Wählern war sie bisher gewohnt, mit breiter Mehrheit die Kreispolitik im Zweifel allein bestimmen zu können. Diese Überlegenheit ist auf die Hälfte der 84 Sitze geschrumpft.

Herrenberger OB ist Stimmenkönig

„Nach der politischen Großwetterlage haben wir die Veränderung erwartet“, sagt Sprißler. Er selbst hat den Titel des Stimmenkönigs knapp verteidigt, mit zehn Voten Vorsprung vor dem Sindelfinger OB Bernd Vöhringer (CDU). Hingegen hat der einstige Bürgermeister und ehemalige Fraktionschef der Freien Wähler, Winfried Dölker, die Spitzenposition in seinem Wahlkreis eingebüßt. Diese nimmt nun sein Amtsnachfolger Ioannis Delakos ein.

Über den Umgang mit der AfD haben die Freien Wähler sich noch wenig Gedanken gemacht. „Schauen wir mal, wie sie sich verhalten“, sagt Sprißler. Derselben Ansicht ist auch Roland Mundle: „Wenn sich die AfD an demokratische Spielregeln hält, können wir mit ihnen diskutieren.“

Blaues Auge für die SPD

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Tobias Brenner, der Fraktionschef der SPD. Gemessen am Ergebnis der Europawahl herrscht daran kein Zweifel. Bundesweit verloren die Genossen gut elf Prozent, im Kreis waren es gut zwei. Das Ergebnis sei keinesfalls enttäuschend, meint Brenner. „Das ist die Großwetterlage.“ Ungeachtet des Niedergangs kommentiert der Fraktionschef die Situation humoristisch: „Mit der SPD ist es wie mit den anderen Roten, dem VfB.

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