Böblingen Erste Warnzeichen am Arbeitsmarkt

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Die Zahl der Stellen, die Unternehmen ausschreiben, sinkt. Gut 2800 sind es Stand Ende Oktober. Foto: pixabay

Böblingen - Am Arbeitsmarkt im Landkreis Böblingen scheint die zunehmend trübe Stimmung in der Wirtschaft genauso vorbeizugehen wie die Brexit-Debatte und der Streit über Strafzölle. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober im Vergleich zum Vormonat gesunken, in absoluten Zahlen um 350, relativ gerechnet um 5,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank von 2,9 auf 2,8 Prozent.

In den Tiefen der Statistik der Arbeitsagentur verbergen sich allerdings erste Warnzeichen. Vor allem wegen des Vergleichs zum Oktober des vergangenen Jahres formuliert Susanne Koch, die Chefin der Arbeitsagentur, skeptische Sätze. „Die übliche Erholung fällt schwächer aus als in den Jahren zuvor“, sagt Koch.

„Typisch für den Oktober“

Im Herbst sinken die Arbeitslosenzahlen für gewöhnlich vor allem, weil das Ausbildungsjahr beginnt. Dies lässt sich an der Statistik für die jüngeren Jahrgänge eindeutig ablesen. In der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen sank die Zahl derjenigen, die eine Arbeit suchen, um annähernd 25 Prozent. Dies sei „typisch für den Oktober“, sagt die Agenturchefin.

Insgesamt waren vor zwölf Monaten aber 334 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als aktuell. In der Quote macht dies einen Anstieg von 2,7 auf 2,8 Prozent aus, was allerdings noch immer nah an der Vollbeschäftigung liegt.

Für besorgniserregend hält Koch hingegen die Zahl der Stellen, die Unternehmen ausschreiben. Gut 2800 sind es Stand Ende Oktober, damit beinahe 500 weniger als noch ein Jahr zuvor. Dies sei „ein ungewöhnlicher Rückgang, wenn auch ausgehend von einem sehr hohen Niveau“, sagt Koch. Diese Entwicklung hält schon seit Monaten an.

Kreis Böblingen bleibt an der Spitze

Lokal betrachtet, macht das Minus in der aktuellen Statistik ausschließlich die Geschäftsstelle in Leonberg aus. Vor einem Jahr war sie mit einer Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent einsamer Spitzenreiter im Landkreis. Stand Ende Oktober stieg die Quote auf 2,6 Prozent. Dies ist zwar noch immer die beste Zahl im Wettbewerb mit Herrenberg und Böblingen, dort blieb die Kennziffer mit 2,8 Prozent aber im Jahresvergleich unverändert.

Innerhalb der Region Stuttgart bleibt der Kreis Böblingen an der Spitze, knapp gefolgt von Ludwigsburg mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent. Das Schlusslicht ist Stuttgart mit 4,2, Tabellenvorletzter Göppingen mit 3,6 Prozent.

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