Betreuung in Mönsheim Waldwichtel jetzt mit kommunalen Kitas gleichgestellt

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Auch in der kalten Jahreszeit sind die Kinder draußen unterwegs. Foto: Gorr/Archiv

Mönsheim - Die Waldwichtel sind in Mönsheim angekommen. Der Waldkindergarten, der im September 2016 seinen Betrieb im Wohngebiet Gödelmann aufgenommen hat, erfreut sich „nun doch wachsender Beliebtheit unter den Mönsheimer Familien“, wie es der Bürgermeister Thomas Fritsch in der Vorlage für den Gemeinderat formuliert hat.

Schon seither hat die Kommune die vom Verein Naturkinder Flacht getragene Einrichtung unterstützt, indem sie einen Großteil des Abmangels getragen hat. Das waren 90 Prozent für die Kleingruppe mit bis zu zehn Kindern und 80 Prozent für die reguläre Gruppe mit bis zu 20 Kindern. Weil nun die Kosten für den Waldkindergarten weiter gestiegen sind, einigten sich die Gemeinde Mönsheim und der Trägerverein darauf, dass 100 Prozent des Abmangels übernommen werden. Dafür sollen künftig Mönsheimer Kinder vorrangig aufgenommen werden. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Die Nachfrage steigt

18 bis 20 Kinder seien immer in der Normalgruppe, acht bis zehn in der Kleingruppe, erläuterte Evelyn Quass, die Vorsitzende des Vereins. Der Verein betreibt weitere Waldkindergärten in Heimsheim, Weil der Stadt und Öschelbronn, im nächsten Jahr kommt noch einer in Rutesheim dazu. 18 Kinder aus Mönsheim selbst besuchen derzeit den Waldkindergarten Waldwichtel, der sein Domizil am Rande des Wohngebiets Gödelmann hat und von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet ist. Inzwischen steigt die Nachfrage nach Plätzen auch von Mönsheimer Familien. Für das Jahr 2020 sei geplant, 22 Kinder aus dem Ort in der Einrichtung zu haben, sagte Evelyn Quass. Und die Tendenz sei steigend.

Bei der Vorlage des Haushaltsplans 2020 für die Kinderbetreuungseinrichtung wurde deutlich, dass die Kosten für den laufenden Betrieb gegenüber dem Vorjahr um 75 000 Euro auf dann rund 380 000 Euro steigen werden. Als einen der Gründe nannten Quass und die Schatzmeisterin des Vereins, Tanja Koose, die Personalkosten. „Wir wertschätzen die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher und wollen sie angemessen nach TVÖD bezahlen, wie ihre Kollegen in den kommunalen Kindergärten auch“, sagte sie. Man würde sonst auch keine Mitarbeiter auf dem umkämpften Markt für Erzieher finden. Zu Buche schlagen ebenfalls die Kosten für die Ausbildung des Erziehernachwuchses.

Auswahl für die Eltern

Der Bürgermeister Thomas Fritsch schlug angesichts der guten Resonanz aus der Elternschaft auf das besondere Angebot des Waldkindergartens vor, den kompletten Abmangel aus dem Betrieb zu übernehmen und damit den Waldkindergarten den kommunalen Einrichtungen gleichzustellen. Nur die Trägerschaft verbleibe beim Verein Naturkinder Flacht. Die Mönsheimer Eltern hätten dann die Wahl für die Betreuung ihrer Kinder, denn es gibt mit der Villa Kunterbunt und dem Wichtelhaus noch zwei Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft.

Damit die Eltern eine echte Wahlfreiheit haben, wurde beschlossen, dass der Waldkindergarten die gleichen Gebühren erhebt wie die kommunalen Kindergärten. Zahlten die Eltern bisher für die Waldwichtel 160 Euro im Monat, so werden dies künftig auch dort nur noch 120 Euro sein. Im Gegenzug werden dann überwiegend Kinder aus Mönsheim in den Genuss des Waldkindergartens kommen. Laufende Verträge mit auswärtigen Eltern sollen aber weitergeführt werden.

Günstiger als ein Anbau

Thomas Fritsch zeigte sich mit der gefundenen Lösung zufrieden. „Auch wenn wir jetzt den Abmangel zu 100 Prozent zahlen, ist das immer noch viel günstiger, als wenn wir für die Villa Kunterbunt einen Anbau gemacht hätten“, sagte er. Ein solcher war vor einiger Zeit in der Gemeinde angesichts steigender Kinderzahlen diskutiert worden.

Bei den Kapazitäten für die Kinderbetreuung sei man derzeit und in den nächsten Jahren im „grünen Bereich“, so Fritsch. In allen drei Einrichtungen zusammen – ohne die Krippe – gibt es 129 Plätze.

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