Besondere Ausstellung in Gerlingen Eine Schau zum Gackern im Museumshaus

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Der Hahn im Korb... Foto: factum Foto:  

Gerlingen - Sie sind überall. In der Schusterwerkstatt, im Korb des Weingärtners, im Kochtopf, auf dem Glas mit der Hühnerbrühe, auf der Weinflasche, oder zwischen den Sonntagstrachten aus Ungarn. Wer in den nächsten Tagen ins Gerlinger Stadtmuseum geht, muss mit Hühnern rechnen. Oder Eiern, oder Sprüchen, die mit diesem Thema zusammenhängen. „Es ist eine Ausstellung zum Lachen“, sagt die Museumsleiterin Catharina Raible.

Ostern anders aufbereitet

Die Historikerin hat Ostern in diesem Jahr etwas anders aufbereitet – nach den Hasen auf Fahrrädern oder den Eiern. Und das sowohl thematisch wie museumsdidaktisch. Thematisch musste der Osterhase dem Huhn das Feld für „Da lachen doch die Hühner“ überlassen. Mal sehen, ob die beiden deswegen noch ein Hühnchen zu rupfen haben. Didaktisch hat Raible kurz entschlossen einen in diesem Haus neuen Weg eingeschlagen: Hühner, Eier und alles Drumherum ist im ganzen Haus verteilt.

Eigentlich müsste man besser sagen versteckt. Denn der Besucher muss mit offenen Augen durch die Stockwerke gehen. Und dabei trifft er Dutzende, wenn nicht Hunderte, von Vertretern des Federviehs. Es ist eine fröhliche Ausstellung. Zum Schmunzeln, zum Lachen. Bald fragt sich der Besucher: „Wo ist denn das nächste Huhn?“ Und sei es nur das Maskottchen des Museums, für Kinderstunden im Haus erfunden: Gockel Gero. So hieß vor Jahrtausenden einer der ersten Herrscher auf dem Gebiet des heutigen Gerlingen. Vielleicht sah es damals so aus wie in der Steinzeitvitrine mit dem Mammut. Hupps – auch da haben sich Eier eingeschlichen. Auch eines mit einem grinsenden Dino-Baby. Das war lange vor der Steinzeit. Egal.

Der Mensch jedenfalls hat Hühner erst gehalten, als er vom umherziehenden Jäger und Sammler zum sesshaften Landwirt wurde – also so etwa 5000 vor Christus. Und schon wieder hat der Museumsbesucher etwas aus der Historie gelernt.

Eine Ausstellung zum Schmunzeln - Gussform für Zuckerhühner

Nächste Vitrine, nächstes Huhn. Bei der Bronzezeit liegt eine Gussform für Hühner aus Zuckermasse, von Konditoren gern als Alternative zum Osterhasen angeboten. „Ich verspreche mir von dieser Präsentationsform“, sagt Raible, „dass die Leute mit offenen Augen durchs Haus gehen, dass sie auch mal nach oben gucken, nicht nur wie ein Huhn nach unten.“ Und dann auf einem Türsturz eine Schachtel mit Müsliflocken erblicken – mit einem Huhn. Oder im nächsten Raum eine Packung mit Eiernudeln entdecken. Außerdem gibt es einen Bezug zu „Handel im Wandel“, dem Thema der aktuellen Wechselausstellung. Lebendige Hühner dagegen sucht man vergebens. Das sei zu viel des Aufwands.

Es ist, so die Museumsleiterin, „eine Suchausstellung zum Augenzwinkern“. Da wirkt manches seit Jahren vorhandene Stück wieder wie aus dem Ei gepellt.

Eröffnung
Die Ausstellung „Da lachen doch die Hühner“ ist im Stadtmuseum Gerlingen, Weilimdorfer Straße 9-11, bis zum Sonntag, 28. April 2019, zu sehen.

Ausstellungszeiten
Das Museum ist geöffnet dienstags von 15 bis 18.30 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Führungen sind unter anderem am 26. März um 15 Uhr und am 9. April um 15 Uhr. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Museums.

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