Beigeordnetenwahl in Leonberg Die Sieger verzichten auf Gesten des Triumphes

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Banges Warten der Gemeinderäte, während die Stimmen ausgezählt werden. Foto: factum/Simon Granville

Leonberg - So richtiger Jubel macht sich bei den Siegern nicht breit. Baubürgermeister Klaus Brenner, der mit einem engagierten Vortrag den Grundstein für seine erfolgreiche Wiederwahl gelegt hatte, nimmt im Publikum neben seiner Lebenspartnerin Sybille Bauernfeindt Platz und verfolgt von dort mit leicht entspannter Miene den Kampf ums Leonberger Finanzdezernat.

Als dieser beendet ist, verzichtet auch der dortige Sieger auf Gesten des Triumphes. Maic Schillack lächelt seinem Sohn zu, den er mitgebracht hat, und nimmt einige Glückwünsche entgegen. Danach eilt er direkt zurück nach Niedersachsen. Tags darauf steht eine wichtige Sitzung an.

Klares Ergebnis für Brenner trotz Gegenwind

Josefa Schmid hält es ebenso nicht länger als nötig am Ort ihrer Niederlage, die aber für viele im Saal ein Achtungserfolg ist. Die Niederbayerin fährt noch in der Nacht nach Hause, um am nächsten Tag schon wieder Pläne zu schmieden: Sie möchte auf jeden Fall in einem Rathaus arbeiten. Die umtriebige Politikerin fühlt sich als Teil der kommunalen Familie.

Als es auf Mitternacht zugeht, herrscht in der Gäublickhalle im beschaulichen Ortsteil Gebersheim eine merkwürdige Stimmung. Dass Klaus Brenner weitermachen kann, freut eine Mehrheit der Stadträte, was sich ja auch in dessen klarem Wahlergebnis widerspiegelt. Vor allem die Grünen hätten sich jedoch einen anderen Baudezernenten gewünscht, am besten jenen mit dem eigenen Parteibuch.

Was passiert nun mit dem Haushalt 2021?

Doch zu vorgerückter Stunde ist Brenners Wiederwahl gefühlt graue Vorzeit. Ulrich Vonderheids megaknappe Niederlage treibt nicht nur seine eigenen Christdemokraten um. Auch Vertreter anderer Fraktionen diskutieren über den nun anstehenden Abgang des Finanzbürgermeisters. Schließlich sollte er in wenigen Wochen den Haushalt präsentieren, der im neuen Jahr verabschiedet wird – womöglich nach der Einführung des Wahlsiegers, die für den 14. Januar angesetzt ist. Wird er das jetzt noch tun? Am Mittwoch wird im Rathaus nicht gesehen. Ob er an diesem Donnerstag an der planmäßigen Ratssitzung teilnimmt, scheint ungewiss.

OB freut sich über neuen Beigeordneten

Der Oberbürgermeister sieht die pünktliche Haushaltsverabschiedung ungefährdet. „Unsere Kämmerei arbeitet nach Plan“, sagt Martin Georg Cohn (SPD). Inwieweit der Neue im Finanzfahrplan fürs kommende Jahr schon erste Akzente setzen wird, lässt der Rathaus-Chef offen. Schließlich trete Maic Schillack ja erst Mitte Januar seinen Dienst an.

Der OB macht keinen Hehl daraus, dass er mit der Wahl des Mannes aus Niedersachsen zufrieden ist: „Schillack hat eine sachliche und ruhige Art“, lobt Cohn. Elke Staubach ist nicht so zuversichtlich: „Anhand seiner Vorstellung kann man sich schwer ein Urteil bilden“, sagt die CDU-Fraktionschefin, die gerne Ulrich Vonder-heid als Sieger gesehen hätte. „Schillack kommt aus einem anderen Bundesland, da wird hier für ihn manches neu sein.“

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