Die 47-Jährige aus Niederbayern wird Dezernentin für Finanzen, Ordnung und Soziales.

Leonberg: Thomas Slotwinski (slo)

Leonberg - Josefa Schmid aus Niederbayern hat es geschafft. Der Leonberger Gemeinderat hat sie am Dienstagabend mit 17 Ja-Stimmen zur neuen Ersten Bürgermeisterin gewählt. 16 Stadträte waren gegen sie. Sie übernimmt die Dezernate Finanzen, Soziales und Ordnung. Möglicher Dienstantritt ist am 1. Juni. Schmid nahm die Wahl „in Demut“ an.

 

Traumstelle

In ihrer Vorstellungsrede sprach Josefa Schmid von einer „Traumstelle“, die sie als Langzeitengagement betrachtet: „Kommunalpolitik ist meine Leidenschaft, hierfür wende ich mein Herzblut auf.“ Leonberg will sie zu ihrem „Lebensmittelpunkt machen, hier wohnen und meine volle Arbeitskraft einbringen.“

Als Verwaltungsjuristin mit einem „breiten beruflichen Bildungshintergrund aus Finanzen, Verwaltung Recht und Politik“ will sie im Rathaus eine durch „drei K’s“ geprägte Führung praktizieren: Kommunikation, Kooperation und Kollegialität. In die Mitarbeiter will sie Vertrauen setzen, sie fördern, aber auch fordern.

Einheitliche Baustandards

Als langjährige Bürgermeisterin, Kreisrätin und nicht zuletzt als jetzige stellvertretende Leiterin des Bundesamt für Migration für Niederbayern habe sie nicht nur Erfahrung auf vielen Ebenen, sondern auch Führungs- und Personalverantwortung für bis zu 150 Beschäftigte.

Um das „gemeinsame Ziel“ der Verringerung des Schuldenstands zu erreichen, setzt Schmid auf einen „intensiven Austausch“ mit den Stadträten. Bei Haushaltsklausuren müssten Schwerpunkte und Priorisierungen „verbindlich“ festgelegt werden. Das Controlling solle unter anderem durch einheitliche Baustandards verbessert werden – ein Thema, das den Gemeinderat gerade bei Neubauten von Kindergärten schon lange umtreibt. Im „Förderdschungel“ will die künftige Finanzbürgermeisterin nach „passenden staatlichen Fördermitteln“ suchen: „Darin sehe ich ein großes Einsparpotenzial für die städtischen Finanzen.“

Im Ressort Bildung und Soziales möchte sich Josefa Schmid für eine „adäquate Ausstattung der Schulen mit Hard- und Software“ einsetzen: „Jedes Schulkind sollte über ein Tablet oder ein anderes digitales Endgerät verfügen.“

Mehr Bürgernähe

Dem Ordnungsdezernat, das seit Dezember weder einen Dezernenten noch einen Amtsleiter hat, will die 47-Jährige ein „gutes Image als Dienstleistungsbehörde“ verleihen. Die Devise laute: „Weg von Verhinderung und Kontrolle, hin zu Bürgerservice und kurzen Genehmigungsverfahren.“ Besonderes Augenmerk richtet Schmid auf die Sauberkeit, die zu einer „Visitenkarte der Stadt werden muss.“

Den Fraktionen und Gruppen im Gemeinderat als „Souverän“ sagte die FDP-Politikerin eine überparteiliche Arbeit zu: „Die beste Lösung für Leonberg ist die einzige, die wir verfolgen sollten.“