Beachvolleyball Heimsheimer sollen Vorrang haben

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Der Beachvolleyballplatz wird seit Jahren rege genutzt. Doch nicht nur Heimsheimer haben dort ihren Spaß. Foto: Andreas Gorr

Heimsheim - Die Beachvolleyballfelder der Stadt Heimsheim sorgen für jede Menge Spaß. Seit sie im Jahr 2015 angeschafft wurden, nutzen viele Besucher die Plätze unter freiem Himmel für den Freizeitsport. Inzwischen herrscht jedoch auch etwas Unmut. Denn anscheinend werden die Plätze häufig von Teams aus anderen Kommunen belegt, die Heimsheimer haben dann das Nachsehen. Zusammen mit dem TSV Heimsheim hat sich nun eine Lösung gefunden.

Die Beachvolleyballfelder wurden infolge des Stadtentwicklungskonzepts „Heimsheim 2025“ nahe der Stadthalle angelegt. Sie sind sowohl für den Schul- als auch für den Freizeitsport gedacht und sollen allen Heimsheimern zur Verfügung stehen. Die Kosten lagen bei rund 60 000 Euro.

Einige Heimsheimer können das Feld gar nicht nutzen

„Zum Leidwesen der Heimsheimer Freizeitsportler werden die Spielfelder jedoch zunehmend auch von auswärtigen Freizeitsportgruppen genutzt, sodass es Heimsheimern teilweise unmöglich ist, die Spielfelder zu nutzen“, berichtete die Stadtverwaltung im Gemeinderat.

Heimsheimer Freizeitsportler, darunter Hagen Adelmann und Robin Herb, wandten sich wegen dieser Entwicklung an den Bürgermeister Jürgen Troll. Es handelt sich bei den Spielfeldern um ein Angebot zur öffentlichen Nutzung. Wegen des Diskriminierungsverbots kann die Stadt Heimsheim daher auswärtige Besucher nicht einfach davon ausschließen. Andererseits seien hier Steuergelder eingesetzt worden, um gerade den Heimsheimern die Chance zu geben, hier zu spielen, so Jürgen Troll.

Der Kompromissvorschlag lautete deshalb: Die Felder sollen weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, also auch von jedem Spieler anderer Kommunen benutzt werden dürfen, jedoch sollen der Schul- und Vereinssport Vorrang bekommen. Das heißt: Eine öffentliche Nutzung wäre nur möglich, solange dort kein Verein trainiert.

Die Hobby-Volleyballer Hagen Adelmann und Robin Herb setzten sich daher mit dem TSV Heimsheim zusammen. „Dort wurden sie mit offenen Armen empfangen“, berichtet der Bürgermeister. Die Beachvolleyballer sollen zukünftig in die Abteilung Freizeitsport des TSV Heimsheim aufgenommen werden. Weitere Vorteile dieses Zusammenschlusses wären, dass die Volleyballer in den Wintermonaten die Stadthalle nutzen könnten und einen eigenen Lagerraum hätten. Die Stadt hätte auf der anderen Seite verlässliche Ansprechpartner.

Einstimmiger Beschluss

Im Gemeinderat sah man das Vorhaben kritisch. Nicht nur Sabine Kiedaisch (Bürger für Heimsheim) sah die Gefahr, dass auch manche Heimsheimer, die sich nicht an den Verein anschließen möchten, bei diesem System durch das Raster fallen und dazu gezwungen wären, ihren Platz auf dem Feld abzugeben, wenn dort ein Training stattfinden soll. Andere Ratsmitglieder teilten die Bedenken und taten sich schwer, die Nutzung beider Plätze so zu beschränken. Hagen Adelmann lenkte ein: „Wir möchten hier niemandem den Platz wegnehmen“, betonte er. Die Anfrage sei von Anfang an nur auf eines der beiden Felder bezogen gewesen.

Mit einem verbindlichen Trainingsplan, wie ihn sich Kiedaisch wünschte, konnte er nicht dienen. „Beachvolleyball ist extrem wetterabhängig, da ist es schwer, feste Zeiten anzugeben.“ Mit Schülern jedenfalls, die nach der Schule dort spielen möchten, würde der Trainingsbetrieb aber nicht kollidieren, sagte Hagen Adelmann. Das Training würde eher am Abend stattfinden.

Mit dem Kompromiss, nur eines der beiden Felder mit den Einschränkungen zu versehen, konnte sich der Gemeinderat anfreunden. Der Beschluss fiel einstimmig. Damit können die Beachvolleyballfelder weiterhin von jedem genutzt werden. Sobald die neue Sparte des TSV aber dort trainieren möchte, müssen die Spieler aber, im wahrsten Sinne, das Feld räumen – zumindest eines davon.

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