Barrierefreies Rutesheim Die Arbeitsgruppe steht in den Startlöchern

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Je nach ihrer Einschränkung nehmen Menschen mit einer Behinderung Hindernisse unterschiedlich wahr. Für einen Rollstuhlfahrer ist eine Gehsteigkante unüberwindbar, für einen Sehbehinderten hingegen eine wichtige Orientierungsmarke. Foto: dpa/Paul Zinken

Rutesheim - Das Projekt „Barrierefreies Rutesheim“ kommt gut voran und stößt bei den Bürgerinnen und Bürgern auf großes Interesse. Eine dafür gegründete Arbeitsgruppe kann am Donnerstag, 18. März, ihr erstes Treffen abhalten.

Vor einem Monat haben die Stadtverwaltung und der VdK-Ortsverband interessierte und betroffene Bürger dazu aufgerufen, sich einer Arbeitsgruppe „Barrierefreies Rutesheim“ anzuschließen. „Erfreulicherweise sind so viele dieser Einladung nachgekommen, dass sich die neu gegründete Arbeitsgruppe zu einem ersten Meeting zusammenfinden kann“, sagt die Bürgermeisterin Susanne Widmaier. Das wird coronabedingt hauptsächlich virtuell stattfinden. Lediglich diejenigen, denen das nicht möglich ist, werden im großen Sitzungssaal des Rathauses zusammenkommen.

Alexander Lang, den die Stadtverwaltung neben dem örtlichen Sozialverband VdK zur Unterstützung ins Boot geholt hat, wird zunächst das Projekt vorstellen. Als Rollstuhlfahrer kennt er viele Hürden, die Menschen mit Einschränkungen das Leben erschweren. Er hat es sich mit seiner Agentur „Barrierefreies Leben“ in Mühlacker zum Ziel gemacht, Kommunen auf ihrem Weg zur Barrierefreiheit zu begleiten.

Im Anschluss werden die derzeit 22 Mitglieder der Arbeitsgruppe Gelegenheit haben, sich vorzustellen, etwas zu den eigenen Einschränkungen zu erzählen und Vorschläge für Veränderungen zu machen, die ihnen persönlich oder auch anderen helfen könnten. „Auf diese Weise können wir uns einen Überblick verschaffen, wo die Probleme liegen und ob wir noch jemanden zur Unterstützung des Teams suchen müssen“, erläutert die Chefin der Stadtverwaltung.

„Wo Verbesserungsbedarf besteht, sieht man oft nur, wenn man selbst betroffen ist,“ weiß Alexander Lang aus eigener Erfahrung. Aus den Vorschlägen der Teilnehmer wird eine Liste erstellt, auf deren Grundlage dann verschiedene Begehungsrouten ausgearbeitet werden. „Wann die Begehungen konkret stattfinden können, hängt natürlich von der Entwicklung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ab“, erklärt Alexander Lang. Die Teilnehmer können sich bereits für die Begehungen anmelden, die sie betreffen oder interessieren.

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„Die Gründung der Arbeitsgruppe und dieses erste Treffen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer barrierefreien Stadt,“ lädt auch der Erste Beigeordnete Martin Killinger zum Mitmachen ein. Es sei ein gutes Zeichen, dass sich 22 Bürgerinnen und Bürger bei Arndt Minter vom VdK-Ortsverein gemeldet und ihr Interesse an der Mitarbeit in der Arbeitsgruppe bekundet haben.

„Es spricht dafür, dass ein großer Handlungsbedarf besteht. Aber auch dafür, dass viele Rutesheimer bereit sind, zu helfen“, sagt Bürgermeisterin Susanne Widmaier. Nun hofft sie, dass bald erste Vorschläge umgesetzt werden können. „Jede Bürgerin, jeder Bürger soll sich möglichst schnell ohne Hilfe problemlos in der Stadt bewegen können.“

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