Ballettschule in Leonberg 180 Akteure gleichzeitig auf einer Bühne

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Ein Augenschmaus: Junge Nachwuchskräfte präsentieren ihre Tanzkunst in der Stadthalle. Foto: factum/Andreas Weise

Leonberg - Einen ganzen Tag nur für Jugendliche und Jung-Erwachsene, das war es, was Anita Düster, die Leiterin der Leonberger Ballettschule Evi Ritter ihren „Großen“ bieten wollte. Doch nicht nur ihre eigenen Schüler sollten von diesem Tag profitieren. Durch eine Kooperation mit befreundeten Tanzschulen, holte sie auch Tänzerinnen und Tänzer aus dem Umkreis mit in diesen Tag des Tanzes in der Leonberger Stadthalle.

So schlossen sich der Idee von Anita Düster die Tanzbühne Dance Stage ­(Asperg), die Ballettschule Tabea (Herrenberg) und das Tanzstudio (Renningen) an.

„Wir machen alle zwei bis drei Jahre eine große Aufführung mit der ganzen Ballettschule Evi Ritter“, erläutert Anita Düster. „Ich wollte gerne mal was für die fortgeschrittenen Schüler machen. So ­haben sie noch eine Auftrittsmöglichkeit in einem schönen Rahmen und auf einer guten Bühne“. Dabei mit weiteren Tänzerinnen und Tänzern in Kontakt zu treten und auch ein bisschen Konkurrenzluft zu schnuppern, war ein weiterer Gedanke der Ballettchefin.

Mit der Stadthalle in Leonberg fand Anita Düster für ihren Showabend die passende Bühne. „Ich bin Leonbergerin und wir haben Jahrzehnte in der Stadt­halle unsere Ballettabende gemacht“, erzählt die Ballettchefin. „Ich trauere diesen besonderen Aufführungen auch ein bisschen nach. Und deshalb ist es in diesem Rahmen eine gute Sache.“

Alle sind heiß drauf

Das Programm war vielfältig. Neben dem Ballett kamen die Stilarten Hip Hop, Jazz, Contemporary, Step meets Breakdance, Lyrical Jazz, Breakdance, Streetdance und The Jazz Hot auf die Bühne. Die einstudierten Choreografien lagen dabei jeweils bei den teilnehmenden Tanzschulen und Gruppen. Dabei gab die Gastgeberin Anita Düster nur die Vorgabe, Ballett nicht in der klassischen Form zu präsentieren, sondern im modernen Stil – passend zu den anderen Beiträgen.

„Ich wollte Stilrichtungen, die ein ­junges Publikum ansprechen“, betont sie. Insgesamt waren bis zu 180 Tänzerinnen und Tänzer auf der Leonberger Bühne. Gut die Hälfte der Schüler waren dabei Mitglieder der Ballettschule Evi Ritter.

Und, wie wichtig die Präsentation der eigenen Kunst ist, weiß Anita Düster genau. „Ballett ist eine Bühnenkunst, gemacht für die Bühne“, sagt sie lächelnd. „Wenn wir unterrichten, reden wir ständig von Zuschauern und von der Bühne. Vom Blick zum Publikum. Das ist die Essenz dieser Kunst, dass man sie auf der Bühne zeigt“. Und das ist es auch, was die Schülerinnen und Schüler wollen – auf der Bühne auftreten. „Da sind alle heiß drauf.“

Neben den Bühnenshows und den Unterrichtsstunden sind es ebenfalls die Workshops, die für die Kinder horizont­erweiternd sein können. „Ich wollte immer schon einmal gern einen Workshop-Tag machen“, schwärmt die Leonbergerin.

Denn vor den abendlichen Aufführungen in der Stadthalle wurde in den Räumen der Ballettschule Ritter in unterschiedlichen Räumen an den Tanzstilen gefeilt. Der Andrang war groß. Bei den Ballettkursen gab es sogar eine Warteliste.

Als Dozenten konnte die Chefin ­Hochkaräter bieten. „Beim Ballett wollte ich unbedingt meine Topleute haben“, schwärmt Düster. Mit Julia Krämer hat sie eine gebürtige Stuttgarterin engagieren können, die an der John-Cranko-Schule ausgebildet wurde und seit 1988 Mitglied des Stuttgarter Balletts war. 1996 wurde sie zur ersten Solistin ernannt und arbeitete mit weltbekannten Choreo­grafen. Nach ihrer aktiven Karriere leitet Julia Krämer seit 2011 Tanzprojekte für das Stuttgarter Ballett.

Hochkaräter als Dozenten

Eigens aus Berlin angereist war die Dozentin Elisabeth Kindler-Abali. „Sie ist eine ehemalige Schülerin von mir, die ­Profitänzerin geworden ist“, sagt Anita Düster. Kindler-Abali arbeitet heute als Tänzerin in Deutschland und den USA. Sie vermittelte den Schülern wie vielseitig und dynamisch zeitgenössischer Tanz ist.

Für Hip Hop, House und Commercial war Julstar zuständig. Schon früh war es dem Tänzer wichtig, sich nicht nur auf einen Stil festzulegen. Technik verbessern und coole neue Stilrichtungen kennenzulernen, stand in seinen Kursen im Fokus.

So bot Anita Düster den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, die im übrigen für die Workshops aus ganz Baden-Württemberg angereist kamen, die Möglichkeit tänzerisch über den Tellerrand zu blicken. Mehr sehen und mehr lernen – das wollte sie den Teilnehmern bieten, und genau das ist ihr gelungen.

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