Autorin Evi Schöps aus Heimsheim Sie ist Hirtin einer biblische Schafherde

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Evi Schöps verbindet ihre Themen elegant mit biblischen Texten. Foto: /Jürgen Bach

Heimsheim - Als sie ihren Mann geheiratet und dessen Namen angenommen hat, stand ihr Lebensthema fest. Schöps ist eine alte Bezeichnung für das männliche Hausschaf, noch heute bekommt man in Österreich teilweise einen leckeren Schöpsen-Eintopf, wenn die wollenen Tiere auf der Speisekarte stehen. „Da habe ich das Schaf zum Wappentier unserer Familie erhoben“, sagt Evi Schöps und schmunzelt ein bisschen.

Eine Herde mit mehr als hundert Tieren aus Keramik und anderen Materialien sammelt sie im Laufe des Jahre an. Und auch schriftstellerisch hat es ihr das Tier angetan. Der Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Heimsheim wird ihre Wirkungsort, wo sie sich schon seit 1998 austobt. „In der Bibel haben Schafe eine große Bedeutung“, erklärt Evi Schöps. Zum Beispiel stehen sie dort stellvertretend für die Gemeindemitglieder. „Ich bin Herdenmitglied und berichte aus dieser Sicht über aktuelle Begebenheiten.“

Witzige Wortspiele in jedem Satz

Da geht es dann, zum Beispiel im Sommer 2006, um die Fußball-WM in Deutschland. Die Autorin schlüpft in die Perspektive des Schafs, das auf den Fußballplatz stürmt: „Ein Wolltreffer“, geschossen mit einem Ball, der „momentan Klauen und Herzen bewegt“. Evi Schöps gelingen aber nicht nur diese witzigen Wortspiele rund um das Schaf, die sich in fast jedem Satz finden.

Sie schafft es auch, ihre aktuellen Themen elegant mit biblischen Texten zu verbinden und macht erstaunliche Entdeckungen. Das „grüne Gras“ ist nicht nur Spielort der Fußball-WM, sondern auch die Stelle, an der sich die im Markus-Evangelium beschriebene Speisung der Fünftausend ereignet, die fünf Brote und zwei Fische essen. Für die Autorin ist das ein Treffen unter dem Motto: „Die Welt zu Gast bei Freunden“.

Positive Rückmeldungen zur Schaf-Kolumne

Evi Schöps lebt seit 1975 in Heimsheim. Die studierte Grundschullehrerin hat bis 2012 auch an der dortigen Schule unterrichtet, zuletzt vor allem Religionsunterricht. Viele positive Rückmeldungen bekomme sie zu ihren Schaf-Kolumnen, die sie im zweimal pro Jahr erscheinenden Gemeindebrief schreibt. „So entstand die Idee, meine Wollumnen als Buch zu veröffentlichen“, sagt die 70-Jährige. Der Heimsheimer Verlag JoyEdition hat das übernommen, versehen mit zahlreichen liebevollen Zeichnungen, die Schöps im Sommer im Urlaub im Thüringer Wald alle neu gemalt hat.

„Lassen Sie sich zum woll-wollenden Lesen ver-locken“, schreibt sie im Vorwort. Nebenbei entstanden ist dabei wahre Fundgrube biblischer Stellen, die man auf amüsante Art neu entdecken kann und damit einen anderen Blick bekommt auf die Frohe Botschaft, Verzeihung, die Frohe Bot-Schaf.

Buch: Evi Schöps: Schafsinniges aus der Herde, Verlag
JoyEdition, 84 Seiten, 16,90 Euro.

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