Autobahnanschluss Heimsheim Das Loch im Radwegenetz bleibt noch lange offen

Von Kathrin Klette
Auf die andere Seite der Autobahnbrücke führt nur die Straße, kein Radweg. Foto: Simon Granville/Simon Granville

Heimsheim - Radfahrer haben es im Norden von Heimsheim nicht gerade leicht. Entlang der Landesstraße nach Mönsheim gibt es zwischen der Autobahn-Anschlussstelle und dem sogenannten Diebkreisel zur L 1180 keinen durchgängigen Radweg. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Denn das Areal wird gerade völlig überplant, und diese Pläne befinden sich erst am Anfang, teilt eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe auf Anfrage mit. Umfangreiche Voruntersuchungen laufen gerade. Immerhin ein kleines Ärgernis für Radfahrer ist vergangenes Jahr aber entfernt worden: die fehlenden paar Meter zur Ampel am Gewerbegebiet Kammertal.

Für Radfahrer ist die Situation auf dieser Strecke schon lange eine Belastung. Denn wer keine großen Umwege über Feldwege in Kauf nehmen möchte, dem bleibt auf dem Weg von Heimsheim nach Mönsheim im Bereich der Autobahnbrücke nur der Weg über die viel befahrene Mönsheimer Straße.

Pläne mussten zurückgestellt werden

Eigentlich hatte das Land diesen Lückenschluss des Radwegenetzes bereits auf dem Schirm. Aufgrund der schwierigen Verkehrssituation an der Autobahn und der regelmäßigen Staus wurde jedoch beschlossen, dass die betroffene L 1134 insgesamt erweitert werden muss, zum Beispiel soll sie eine weitere Fahrspur bekommen. Dazu müssen große Teile der Landesstraße bis zum Diebkreisel komplett überplant werden. Das bedeutete das Aus für die bisherigen Radwegpläne.

Wenn die Landesstraße umgebaut wird, soll auch gleich ein neuer Radweg gebaut werden, der die Lücke zum Diebkreisel schließt. Ob dieser dann parallel zur Straße verlaufen oder als Unterführung erfolgen wird, das ist noch offen. Klar ist nur: Bei dem immensen Aufwand für das Gesamtprojekt müssen die Radfahrer hier einen langen Atem beweisen. Ein Baustart, ganz zu schweigen von einem Abschlusstermin, lässt sich noch nicht benennen. Das Projekt ist allerdings Teil des Maßnahmenplans 2021 bis 2035 im Generalverkehrsplan Baden-Württemberg, heißt es von der Sprecherin des Regierungspräsidiums.

Die Auswirkungen auf die Umwelt werden überprüft

Zuletzt hatte das RP eine Art Umwelt-Screening veranlasst. Ende 2021 wurde es abgeschlossen, mit dem zu erwartenden Ergebnis, dass für den Landesstraßenausbau zwischen der Anschlussstelle der A8 und dem Gewerbegebiet Am Dieb „erhebliche und nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt nicht ausgeschlossen werden können“. Deshalb besteht die Pflicht zu einer sogenannten Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Dafür braucht es sowohl ein Lärm- als auch ein Luftschadstoffgutachten. Die Vergabe dafür wird aktuell vorbereitet.

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Dass das Gesamtprojekt dadurch gekippt werden könnte, sei sehr unwahrscheinlich. „Es besteht grundsätzlich immer die Möglichkeit, dass ein Projekt aufgrund einer erheblichen Beeinträchtigung von Natur und Landschaft nicht realisiert werden kann“, erklärt die RP-Sprecherin. Das öffentliche Interesse sei hier jedoch sehr hoch, zudem handle es sich um eine Ausbau- und nicht um eine Neubaumaßnahme.

Die Lücke zur Ampel ist geschlossen

Ein kleiner Schritt hin zu einer besseren Anbindung für Radfahrer im Norden von Heimsheim ist mittlerweile wenigstens geschafft: Nördlich der Autobahnunterführung ist das fehlende Stück zwischen dem Radweg und der Ampel an der Bushaltestelle fertiggestellt worden. Vom Diebkreisel kommend, endete der Radweg wenige Meter vorher mitten in der Wiese. Wer zum Gewerbegebiet Kammertal wollte, musste wohl oder übel auf die Landesstraße wechseln. Radfahrern war diese Stelle lange Zeit ein Dorn im Auge, erzählt Thomas Lindner vom ADFC, der auf die Situation in der Vergangenheit mehrfach aufmerksam gemacht hat. „Das war ein echter Schildbürgerstreich.“

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Ursprünglich hatte sich bei dieser Aussparung tatsächlich jemand etwas gedacht, heißt es zumindest vom RP Karlsruhe: „Auf den Lückenschluss bis zur neuen Busbucht wurde verzichtet, weil sonst der Radweg auf der Wartefläche der Busbucht geendet hätte.“ Man wollte einen Konfliktpunkt zwischen Radfahrern und Fahrgästen vermeiden. Nach dem Intervenieren mehrerer Stellen entscheid man sich jedoch dazu, die Verbindung nachträglich herzustellen. Nur kam dann die Erkenntnis dazwischen, dass der Ausbau des Radwegenetzes wegen der Pläne für die Landesstraße auf die Wartebank muss. Das kleine Teilprojekt geriet daraufhin mehrere Jahre in Vergessenheit, bevor es Mitte des vergangenen Jahres endlich fertiggestellt wurde.

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