August-Lämmle-Schule Leonberg Neue Mensa kostet doch drei Millionen Euro

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Parallel zu dem Langbau der August-Lämmle-Schule im Ramtel soll die neue Mensa für die Gemeinschaftsschule gebaut werden. Foto: Staudt

Leonberg - Der Sozial- und Kultusausschuss hat es empfohlen, der Gemeinderat hat nun zugestimmt. Die August-Lämmle-Schule, die einzige Gemeinschaftsschule in der Stadt, bekommt für rund 2,6 Millionen Euro eine neue Mensa. Der Umbau des gegenwärtigen Verpflegungsraumes in Klassenzimmern und Räume für den Ganztagesbereich wird voraussichtlich weitere 400 000 Euro kosten.

Damit ist das eingetreten, was viele im Gemeinderat befürchtet hatten und letztendlich zu der Verzögerung des Vorhabens geführt hatte – und zwar, dass die Stadt dafür drei Millionen Euro hinblättern muss.

Aber gerade diese Verzögerung führt zu den höheren Kosten. Der Grund ist, dass Bauen in den vergangenen Jahren nicht billiger wurde. „Die Baukosten sind im Schnitt etwa acht Prozent im Jahr gestiegen“, antwortete Dominik Heni, der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, im Sozialausschuss auf die Frage des SPD-Stadtrats Rüdiger Beising, wieso nun mit höheren Baukosten zu rechnen ist.

Zeit und Geld sind vergeudet

Außer verlorenes Geld für die Stadt (wegen zusätzlicher Planungen) und vergeudeter Zeit für die Schule hat also der Hickhack im Gemeinderat um den Bau einer neuen Mensa an der August-Lämmle-Schule nichts gebracht. Letztendlich wird nun doch die Variante gebaut, die im Februar 2016 ursprünglich vorgestellt wurde. Im Spätherbst 2016 lag die Kostenschätzung allein für die Mensa bei 2,3 Millionen Euro und bei 400 000 Euro für den Umbau.

Für Aufregung in den Gremien und zu der Verzögerung hatte geführt, dass es im Herbst 2016 hieß, die Mensa werde mehr als drei Millionen Euro kosten. Damals wurde gesagt, dass dies dem Umstand geschuldet sei, dass Gips­keuper im Boden sei und die Schule offenbar in einem Erdbebengebiet liege. Das hat sich dann als nicht zutreffend erwiesen.

Erbost hatte die Stadträte auch, dass der Stuttgarter Architekt Arne Rüdenauer nicht auf Einwände und Anregungen aus dem Gremium eingehen wollte. Die Forderungen gingen sogar so weit, ein anderes Architekturbüro zu beauftragen. Davon hatte der Baubürgermeister Klaus Bren­ner dringend abgeraten. „Dann verbrennen wir richtig Geld“, warnte er damals. Man könne ja versuchen, sich mit dem Stuttgarter Büro darauf zu einigen, dass ein örtlicher Architekt die Baubegleitung übernimmt, schlug Brenner vor. So kommt es jetzt. „Sind alle Fehler ausgemerzt?“, wollte der Stadtrat Matthias Bolay von der Neuen Liste wissen. Das bejahte der Amtsleiter Dominik Heni.

Den Spitznamen „Duplo-Riegel“ hatte die neue Mensa schon bei ihrer ersten Vorstellung. Sie soll ein lang gezogener Bau werden, denn der Architekt hat sich auf den schmalen Geländestreifen zwischen dem Langbau der August-Lämmle-Schule und der Gerlinger Straße konzentriert – und da kommt nur ein schmaler, lang gestreckter Bau in Frage.

Neue Spielfläche für Schüler

Der soll ebenerdig rund 200 Sitzplätze bieten und den Küchen- und Versorgungstrakt beherbergen, ohne die Fläche des Pausenhofes signifikant zu verringern. Zwischen dem Schulbau und der Mensa entsteht eine neue Spielfläche für die Schüler. Im Gefahrenfall ist die Zufahrt der Feuerwehr zum Pausenhof sichergestellt. Wichtig ist auch, dass eine natürliche Be- und Entlüftung über die Fenster und Oberlichter stattfinden kann.

In der geplanten Mensa lassen sich in zwei Schichten jeweils 200 ­Essen ausgeben. Das Regierungspräsidium hatte davor gewarnt, die Mensa für weniger als 200 Essen anzulegen. Laut aktuellen Erhebungen wollen mehr als 260 Schüler hier verköstigt werden – Tendenz steigend, denn Leonbergs einzige Gemeinschaftsschule hat mehr als 600 Schüler.

Bei dieser Variante kann auch die jetzige Mensa im Schulgebäude in dringend ­benötigte zusätzliche Klassenzimmer und Räume für die Ganztagesbetreuung umgebaut werden. Der jetzige Verpflegungsraum an der Schule mit seinen 96 Sitzplätzen ist entstanden, als das Modell Gemeinschaftsschule noch nicht im Gespräch war. Deshalb ist er nun entschieden zu klein.

Der Gemeinderat hatte seinerzeit den Wunsch, das Vorhaben einem in Bauleitung und Objektüberwachung erfahrenen Büro anzuvertrauen. Die Verwaltung hat mehrere Architekturbüros angefragt. Doch die meisten haben keine Kapazitäten frei.

Und so ging der Auftrag an Zwirlein Architekten in Stuttgart. Das Angebot des Büros Schneck aus Leonberg könnte Mehrkosten in nicht absehbarer Höhe enthalten, schlussfolgerte das zuständige Amt.

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