Attila Kalman Ein begnadeter Musiker mit vielen Facetten

Von Arnold Einholz
Attila Kalman lebt seine musikalische Berufung mit viel Engagement und Foto: privat

Leonberg - Singt dem Herrn ein neues Lied“ – heißt es am Sonntag, 10. Mai. Denn der fünfte Sonntag der Osterzeit ist „Sonntag Kantate“. Im Mittelpunkt stehen in den evangelischen Kirchen der Gesang zum Gotteslob und die Wertschätzung des Gesangs und der Kirchenmusik. Vielerorts wird dort der Sonntag als musikalisch besonders gestalteter Gottesdienst begangen – doch nicht dieses Jahr.

Allerdings darf der Leonberger Bezirkskantor Attila Kalman an diesem Tag zum ersten Mal den Gottesdienst in der Stadtkirche als „Kirchenmusikdirektor“ mitgestalten. Der Bischof der evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, hat ihm nämlich diesen Titel verliehen. Allerdings wird die Feier zur Verleihung verschoben, bis wieder ein großer musikalischer Gottesdienst stattfinden kann. Die Auszeichnung wird dann von Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke an Kalman verleihen.

Ein reiner Ehrentitel

„Das ist eine schöne Auszeichnung und Würdigung der Verdienste von Attila Kalman und ein Zeichen für die Bedeutung, die die Kirchengemeinde und der Kirchenbezirk der Kirchenmusik zumessen“, sagt Hanke. In vielen lutherischen Landeskirchen ist „Kirchenmusikdirektor“ eine Dienstbezeichnung für den leitenden Kirchenmusiker eines Kirchenkreises. In Württemberg und einigen anderen Landeskirchen ist es ein reiner Ehrentitel; damit sind keine erhöhten finanziellen Bezüge oder andere Privilegien verbunden.

Attila Kalman arbeite in der klassischen Kirchenmusik und der christlichen Popularmusik gleichermaßen auf einem sehr hohen künstlerischen Niveau und verbinde die Musikstile auf hervorragende Weise im Gottesdienst und in den vom ihm verantworteten Konzertreihen, so Hanke. Er leiste als Kirchenmusiker hier eine beispielhafte „brückenbauende Arbeit“. Seit seinem Dienstantritt in Leonberg im Jahr 2006 verantwortet er die monatliche Reihe „Stunde der Kirchenmusik“ in der Stadtkirche.

Höhepunkte des kulturellen Lebens

Die großen Oratorienkonzerte der Johanneskantorei und der jährliche Kantatengottesdienst in der Stadtkirche sind nicht nur Höhepunkte des kirchenmusikalischen Lebens im Kirchenbezirks, sondern auch Highlights des kulturellen Lebens der Stadt und haben eine Ausstrahlung für die gesamte Region. Neben der Johanneskantorei als Chor mehrerer Parochien mit etwa 80 Chormitgliedern leitet Kalman zwei Kinderchöre und eine Jugendkantorei der Gesamtkirchengemeinde und den Kammermusikkreis, der bei Konzerten als Begleitensemble fungiert. Jährlich wird ein Popchorwochenende angeboten, beim dem bis zu 70 Sänger mitwirken. Dieses Projekt erreiche Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, an einem wöchentlich probenden Chor mitzuwirken.

„Neben der klassischen Musik ist Attila Kalman auch in der Popularmusik gleichermaßen versiert“, findet Mattias Hanke. Seine diversen Aktivitäten in der christlichen Popmusikszene als Chorleiter, Sänger, Arrangeur und Komponist kommen ihm sehr zugute. So hat er zum Beispiel gemeinsame Projekte mit Johannes Nitsch und Gerhard Schnitter durchgeführt oder als Keyboarder mit den Liedermachern Christoph Zehendner und Clemens Bittlinger zusammengearbeitet. Attila Kalman arbeitet auch als Komponist für Bläserarrangements oder bei den Begleitsätzen zum Liederbuch „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder plus“.

Im Bezirk bildet er nebenamtliche Organisten und Chorleitern aus. In seiner 14-jährigen Amtszeit haben bisher 19 seiner Eleven die Befähigungsnachweisprüfung und 24 die landeskirchliche C-Prüfung absolviert. Außerdem fungiert er für die Kirchengemeinden als musikalischer Berater und gibt dort auch Konzerte.

Chorleiter, Sänger, Komponist

„Eine ausgewiesene Stärke von Attila Kalman ist seine Fähigkeit, gewinnbringende Kooperationen einzugehen und diese in seine Arbeit zu integrieren“, lobt der Landeskirchenmusikdirektor den Geehrten. So kooperiere er mit der Leonberger Jugendmusikschule, mit dem Kulturamt der Stadt Leonberg, etwa bei der Langen Kunstnacht und vor allem mit dem Sinfonieorchester Leonberg und seinem Leiter Alexander Adiarte. Etwa jedes dritte Jahr wird die Aufführung großer symphonischer Werke ermöglicht, wie das Deutsche Requiem von Johannes Brahms oder die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven.

„Attila Kalman setzt im Hinblick auf die Verbindung von Musik und Theologie wichtige Akzente“, sagt der Laudator. „Durch seine unkomplizierte menschliche Art kann er gute und verbindliche Kontakte zu Menschen knüpfen.“

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