ASG Leonberg Politik zum Anfassen für die Wähler von morgen

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Judith Skudelny, eine gefragte Gesprächspartnerin. Foto: factum/Jürgen Bach

Leonberg - Wenn man sich monatelang und vor allem inhaltlich auf einen Termin wie das politische Frühstück am Albert-Schweitzer-Gymnasium vorbereitet, dann kann eine ganz aktuelle Entwicklung schon mal an einem vorbei gehen. Etwa, dass die eingeladene FDP-Politikerin Judith Skudelny kurz vor dem Jahreswechsel einen Drohbrief mit einer Patronenhülse erhalten hat. „Ach, das war die?“ fragt eine Schülerin überrascht.

Schon vor den Herbstferien haben die      Schüler des Gemeinschaftskunde-­Neigungskurses damit begonnen, die 16.   Ausgabe des politischen Frühstücks vorzu­bereiten. „Wir haben die Politiker eingeladen, uns überlegt, welche Themenkomplexe wir ansprechen wollen und so weiter“, berichtet Sophie Drexler. Da es das letzte Schuljahr von Rektor Klaus ­Nowotzin vor seinem Ruhestand ist, wollte man „was richtiges Krasses machen“. Denn über Politik wird am ASG seit jeher viel gesprochen, auch wenn die Schule im    vergangenen Sommer negativ in die Schlagzeilen geriet, weil Neuntklässler in einer Chatgruppe rassistische Nachrichten und Bildchen verschickt hatten.

Alle werden eingeladen

Deshalb ist es den Schülern wichtig, ­alle Richtungen des demokratischen Spektrums einzuladen – auch die AfD. Und das schon, bevor sie 2017 in den Bundestag eingezogen war. „Es gab aber auch Jahre, da ist niemand von der AfD gekommen“, sagt Maja Welzer, Schülerin des ­Johannes-Kepler-Gymnasiums. Deshalb hatte es am Donnerstag noch große Auf­regung gegeben, als der zunächst einge­ladene Co-Landessprecher Dirk Spaniel kurzfristig abgesagt hatte. Doch mit Volker Münz war schnell Ersatz gefunden. „Es ist auch für uns wichtig, Informationen nicht nur aus den Medien zu bekommen, sondern den Politikern persönlich Fragen zu stellen“, sagt Sophie Drexler. So habe man die Diskussion in Gruppen vorbereitet. Aber nicht zu den einzelnen Politikern, sondern zu einzelnen Themen. „Es ist wichtig, Bescheid zu wissen, denn wir sind die Wähler von morgen.“

Waren die Frühstücksrunden in der Vergangenheit immer kürzer, dafür mit drei Politikern, hat der diesjährige Kurs ein anderes Konzept mit zwei längeren Gesprächen gewählt. „So kann man einfach länger diskutieren und jeder kann was sagen“, findet Sophie. Denn die Veranstaltung dient zweierlei Zwecken: Zum einen, sich gezielt mit politischen Themen auseinanderzusetzen. Und zum anderen, den Mitschülern dies auf eine spannende und authentische Weise näherzubringen.

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