Arbeitsmarkt im Altkreis Der Enzkreis hat die viertniedrigste Quote im Land

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In der Gastronomie sind Fachkräfte immer noch sehr gesucht. Foto: dpa

Altkreis Leonberg - Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Region ist im Mai stabil geblieben. „Vor allem deshalb, weil nach wie vor auch Fachkräfte gesucht werden“, erklärt Susanne Koch, die Chefin der Agentur für Arbeit in Stuttgart, die auch für den Kreis Böblingen zuständig ist. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist sogar gestiegen: Ende Mai waren im Kreis Böblingen 1176 offene Stellen gemeldet – 183 mehr als im Vormonat. Ein leichtes Plus gibt es auch bei der Zahl der Arbeitslosen. Zuletzt suchten 226 Frauen und Männer mehr einen Job als noch vier Wochen zuvor. Insgesamt verzeichnete die Stuttgarter Agentur 6066 Arbeitslose im Kreis Böblingen. Die Quote beträgt aber immer noch 2,7 Prozent.

Fachkräfte gesucht

Im Enzkreis ist die Arbeitslosenquote trotz dieses landesweiten leichten Anstiegs dennoch leicht auf 2,2 Prozent zurückgegangen. Im Vormonat lag sie bei 2,3 Prozent. Damit belegt der Enzkreis, gemeinsam mit dem Alb-Donau-Kreis, Platz vier in Baden-Württemberg. Insgesamt waren hier 2528 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. An offenen Stellen gab es im Enzkreis 1305, das sind 96 weniger als vor einem Jahr. Besonders gesucht sind Fachkräfte im Handwerk, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Gastgewerbe. „Wir haben nach wie vor einen robusten Arbeitsmarkt mit einem erfreulich hohen Stellenangebot“, sagt Martina Lehmann, die Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim.

Mitarbeiter langfristig binden

„Erste Spuren hinterlassen die wirtschaftlichen Unsicherheiten aber auch bei uns in der Region“, berichtet sie. „Unsere Betriebe sind bestrebt, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten und sie langfristig an sich zu binden, aber in Sachen Neueinstellungen sind sie deutlich zurückhaltender als noch vor einem Jahr.“

Auch ihre Stuttgarter Kollegin Susanne Koch spricht von einer „Eintrübung der wirtschaftlichen Situation“, die sich im Landkreis Böblingen bemerkbar mache. In den Vorjahren sind die Arbeitslosenzahlen im Mai eher rückläufig gewesen. Welche Auswirkungen laut Susanne Koch „der Abwärtstrend beim Wirtschaftswachstum“ habe, werde sich in den kommenden Quartalen zeigen.

Frauen profitieren

Vor allem Frauen profitierten im vergangenen Jahr von der bisher guten Konjunktur und dem Willen der Arbeitgeber, mehr weibliche Kräfte einzustellen. 2717 waren am Monatsende Mai arbeitslos gemeldet, ihr Anteil an der Zahl der Jobsuchenden betrug damit 44,5 Prozent – eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,5 Prozentpunkte. Im Monat Mai erhielten insgesamt 571 Frauen und Männer wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das waren allerdings 60 weniger als im Vormonat.

Seine Spitzenposition auf dem Arbeitsmarkt macht dem Kreis Böblingen der Kreis Ludwigsburg streitig, wo die Quote nun ebenfalls 2,7 Prozent beträgt. In den beiden Landkreisen gibt es aber immer noch die wenigsten Arbeitslosen in der ganzen Region Stuttgart. Deren Zahl ist in der Region im Mai überall gesunken – nur im Kreis Böblingen nicht.

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