Arbeit bei Lewa in Corona-Zeiten Pumpen baut man nicht im Homeoffice

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Wenn anderthalb Meter Abstand eingehalten werden können, dürfen die Lewa-Mitarbeiter ihre Gesichtsmasken abnehmen. Foto: factum/Simon Granville

Leonberg - „Wir müssen leider getrennt fahren“, sagt Werner Bartole. Der Beauftragte für Arbeitsschutz bei Lewa lässt am Fahrstuhl der Reporterin den Vortritt. Der kleine Lift in dem aus den 70er Jahren stammenden Verwaltungsgebäude in Leonberg lässt keine anderthalb Meter Abstand zu. Also gibt es Einzelfahrten. Es ist bei Weitem nicht die einzige Corona-Maßnahme, die der Pumpenhersteller am Stammsitz ergriffen hat.

„Wir haben immer versucht, das für die Mitarbeiter in einer fairen Form zu gestalten. Aber so, dass dabei alle Regeln eingehalten werden und wir weiterhin arbeitsfähig bleiben“, fasst es Martin Fiedler zusammen, der in der dreiköpfigen Lewa-Geschäftsführung fürs operative Geschäft zuständig ist. Ein schwieriger Spagat, noch dazu in einem produzierenden Betrieb.

Ohne Arbeit am Standort geht es nicht

Von Corona-Fällen und Mitarbeitern in Quarantäne blieb das Unternehmen nicht verschont. Auch der Umsatz ging leicht zurück in diesem Jahr. „Wir sind beim Umsatz nicht da, wo wir hinwollten“, sagt Fiedler. Doch wichtiger als die nackten Zahlen ist ihm etwas anderes: „Wir haben noch keinen Tag Kurzarbeit gemacht. Und wir mussten auch die Kantine noch keinen Tag schließen.“

Im Verwaltungstrakt des Pumpenbauers ist es eher ruhig. Viele Mitarbeiter sind im Homeoffice. Gleich zu Beginn des Shutdowns im Frühjahr habe man rund 100 000 Euro investiert, um dies zu ermöglichen, wo es ging. Aber nicht in allen Bereichen ist das möglich, schon gar nicht in der Produktion. „Sie können daheim einfach keine Pumpen bauen“, sagt Martin Fiedler.

Damit der gewerbliche Bereich weiter am Standort arbeiten kann, sei auch eine entsprechende Unterstützung aus den Büros nötig. „Die Ingenieure etwa arbeiten mit einer 3D-CAD-Software. Für diese Arbeitsplätze haben wir ein Zwei-Schicht-System eingeführt“, berichtet der Geschäftsführer. Ebenso gibt es nach Bereichen getrennte Zeiten in der Kantine.

Ischgl-Welle zu Beginn

Die Lewa-Geschäftsführer Stefan Glasmeyer und Martin Fiedler. Foto: factum
In den Produktionshallen lässt sich gut Abstand halten. Sie sind geräumig, die Werktische sind groß. Wo der Abstand von anderthalb Metern eingehalten werden kann, darf die Maske abgenommen werden. Wer durch die Gänge läuft, muss sie aber wieder aufsetzen. Darin haben die Mitarbeiter seit März Übung. „Wir hatten am Anfang eine kleine Ischgl-Welle“, berichtet Stefan Glasmeyer, der für den Vertrieb zuständige Lewa-Geschäftsführer. Die betroffenen Mitarbeiter, die Erkältungs- und Grippe-ähnliche Symptome zeigten, hätten aber besonnen reagiert und seien daheim geblieben.

Anschließend habe man ein Gremium zusammengestellt, das sich Schutzmaßnahmen überlegen sollte. „Wir haben beim ersten Gespräch ein paar Maßnahmen diskutiert und dachten, damit hat es sich“, erinnert sich Glasmeyer. Doch weit gefehlt. Die Corona-Gruppe traf sich bald täglich. „Manchmal haben wir uns wie Front-Runner gefühlt. Wir haben Maßnahmen ergriffen, die wenig später in den gesetzlichen Verordnungen verankert wurde“, sagt Martin Fiedler.

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