Antigen-Schnelltests in Weil der Stadt Ein kurzes befreiendes Gefühl der Sicherheit

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Corona-Antigen-Schnelltests an der Peter-Härtling-Schule Foto: privat

Weil der Stadt - Erst einmal Nase putzen, dann das sterile Wattestäbchen zwei bis vier Zentimeter weit hinein schieben, fünfmal im Kreis drehen. Fertig. Das Stäbchen kommt in ein mit Flüssigkeit gefülltes Teströhrchen, wird dort ausgedrückt und wieder herausgenommen. Nun gilt es, die Flüssigkeit in dem Röhrchen in die Vertiefung einer Testkassette zu träufeln. Nach 15 Minuten liegt das Ergebnis des Antigen-Schnelltests vor. Ein Strich heißt „negativ“. Bei zwei Strichen könnte sich die Testperson mit dem Coronavirus infiziert haben. Dieses Ergebnis muss durch einen PCR-Test bestätigt werden.

Am vergangenen Donnerstag wurde erstmalig an der Weil der Städter Peter-Härtling-Schule solch ein Schnelltest mit Schülern der Klassenstufen eins bis neun und den Lehrkräften durchgeführt. „Wir waren alle negativ“, sagt Volker Philippin, Schulleiter der Förderschule, wo derzeit 60 Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten unterrichtet werden. „Die Schüler waren alle sehr aufgeregt, und als wir die Ergebnisse erfahren haben, war das ein unglaublich befreiendes Gefühl zu wissen, dass wir zumindest für den Rest des Vormittags in unseren Räumen sicher sind.“

Die Landesregierung hatte sich darauf geeinigt, den Kommunen drei Millionen Schnelltests aus der Landesreserve zur Verfügung zu stellen und damit die Teststrategie des Landes deutlich zu erweitern. Das Angebot richtet sich vorrangig an Personen, die bislang noch keinen Testanspruch hatten, insbesondere an Schüler. Dass die Fördereinrichtung nun die „Pilotschule“ in Weil der Stadt ist, um den Ablauf zu proben, hat mit einer kleinen Vorgeschichte zu tun.

Thomas Kirchner, der in Weil der Stadt mit seinem Kollegen Thomas Backhaus eine Kinderarztpraxis führt, die auch Corona-Schwerpunkt-Praxis ist, trat bereits vor zehn Tagen an Volker Philippin als geschäftsführender Schulleiter in Weil der Stadt heran. „Ich war offen, die Schnelltests möglichst zügig vor dem offiziellen Start einzuführen, denn manchmal muss man einfach handeln, doch zu diesem Zeitpunkt waren diese Tests noch nicht kostenfrei.“

Anonymer Spender stellt 550 Euro zur Verfügung

Also machte sich Philippin auf die Suche nach Spendern und fand einen – der anonym bleiben möchte – der hierfür 550 Euro zur Verfügung stellte. Dieser Betrag sollte erst einmal für hundert Schnelltests vorab reichen. Unterstützung bekam der Schulleiter auch von der Stadtverwaltung zugesagt. „In den letzten Tagen überschlugen sich dann die Ereignisse und wir bekamen die Tests aus den Landesmitteln, die Spende brauchen wir jetzt gar nicht in Anspruch nehmen“, sagt Philippin.

Und da die Peter-Härtling- Schule bereits für den ersten Testlauf vorbereitet war, wurde sie jetzt in Weil der Stadt zur „Pilotschule“ ernannt. Nach dem ersten reibungslosen Test-Verlauf arbeitet die Stadtverwaltung derzeit in Zusammenarbeit mit Thomas Kirchner und dem Deutschen Roten Kreuz, Ortsverein Weil der Stadt, an einer Lösung, um die Tests ab dem kommenden Montag, 1. März, an weiteren Schulen in Weil der Stadt und den Teilorten durchführen zu können. „Ziel ist es, den Schülern und Lehrkräften an allen Schulen zweimal wöchentlich ein Testangebot vor Ort zu machen. Somit kann man den Schulbetrieb in Präsenz weitaus sicherer gestalten“, erklärt Bürgermeister Christian Walter.

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