An Wochentagen kann’s brenzlig werden Die Wimsheimer Feuerwehr sucht mehr Aktive

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Die Wimsheimer Feuerwache ist zwischenzeitlich erweitert worden und hat außerdem einen neuen roten Übungsturm erhalten. Foto: Simon Granville

Wimsheim - Die Wimsheimer Feuerwehr könnte noch mehr Aktive brauchen, die auch tagsüber im Ort einsatzbereit sind. Vor allem unter der Woche sind nicht immer genügend Mitglieder in der Gemeinde erreichbar, um den Bedarf bei einem Einsatz der Gefahrenstufe 2 zu decken. Dies erläuterte jetzt der Kommandant der Wimsheimer Freiwilligen Feuerwehr, Markus Geiger, den Gemeinderäten bei der Vorstellung des fortgeschriebenen Feuerwehrbedarfsplans für die Heckengäugemeinde. Zuletzt wurden die Daten 2016 vorgestellt. Dieser Plan gibt Auskunft darüber, welche örtlichen Verhältnisse für die Feuerwehr relevant sind und wie sie aufgestellt und ausgerüstet ist. Grundlage dafür ist das Feuerwehrgesetz Baden-Württemberg, das eine leistungsfähige Gemeindefeuerwehr fordert.

Zu 122 Einsätzen, darunter 42 Brände, rückten die Wimsheimer Brandschützer seit 2016 aus. Allerdings waren nur 104 dieser Einsätze im Ort selbst. In den übrigen Fällen leisteten die Wimsheimer die sogenannte Überlandhilfe Die wird fällig, wenn die Feuerwehr einer Gemeinde nicht genügend eigenes Personal bei einem Brand oder Notfall hat. So unterstützen sich die Gemeinden im Altkreis Leonberg und generell im östlichen Enzkreis in einer festgelegten Reihenfolge mit Personal, Fahrzeugen und Technik.

Viele Aktive arbeiten außerhalb

Denn nicht nur in der knapp 2900 Einwohner zählenden Gemeinde Wimsheim sind nicht wenige der aktiven Feuerwehrleute tagsüber aus beruflichen Gründen auswärts. Laut Kommandant Geiger hat sich die Zahl der Aktiven seit 2016 von 32 auf heute 41 zwar erhöht. Sechs von ihnen sind Beschäftigte von in Wimsheim ansässigen Firmen, die auch andernorts bei der Feuerwehr sind. Doch während es abends und nachts sowie an den Wochenenden genügend Aktive im Ort gibt, so ist das zu bestimmten Stunden tagsüber nicht immer der Fall, wenn sich auch die Situation im Vergleich zu 2016 verbessert hat.

Dann greift bei Bedarf im Rahmen der Überlandhilfe die Unterstützung der Wehrleute aus Mönsheim. „Wir müssen versuchen, mehr aktive Mitglieder zu gewinnen“, schlussfolgerte der Kommandant. Man habe vor allem bei Führungskräften wie Zug- oder Gruppenführern Bedarf. Auf die Frage von Gemeinderat Holger Lehmann (Bürgerinitiative Wimsheim), ob man denn „den Personalmangel einfach so stehen lassen“ könne, antwortete Geiger, es sei „jeder herzlich willkommen, zu uns zu stoßen“. Die nebenberufliche Grundausbildung der Ehrenamtlichen dauere acht Wochen.

Ein neuer roter Übungsturm

Wer dieser Aufforderung folgt, den erwartet nicht nur eine für insgesamt 1,8 Millionen Euro um- und angebaute sanierte Feuerwache samt rotem Übungsturm, sondern der kann in absehbarer Zeit auch mit zwei neuen Einsatzfahrzeugen unterwegs sein. Das Löschfahrzeug LF 8/6 ist 26 Jahre alt und weist einige Mängel auf. Es soll 2023 ersetzt werden und zwar durch ein mittleres Löschfahrzeug MLF und einen Gerätewagen Transport GW-T. Diese werden zusammen rund 300 000 Euro kosten. Vom Land wird mit einem Zuschuss von rund 91 000 gerechnet. Zum Fuhrpark der Wimsheimer Feuerwehr gehören weiter ein Hilfslöschfahrzeug HLF 20/16 und ein Mannschaftstransportwagen. Insgesamt, so lautet das Fazit des Feuerwehrchefs und der Gemeindeverwaltung, sei die Wimsheimer Feuerwehr leistungsfähig. Ein Ziel müsse es jedoch sein, eine Personalstärke zu erreichen, mit der in der Tagesverfügbarkeit ein voll besetztes zweites Fahrzeug sichergestellt werden könne.

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