American Football Der Auftakt macht Lust auf mehr

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Als ehemaliger Fußball-Torwart der SKV Rutesheim bringt Luis Turian (Mitte) beste Voraussetzungen mit. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Alligatoren sind nicht unbedingt für ihre Zurückhaltung bekannt, sondern dafür, kompromisslos zu sein und sich bietende Gelegenheiten energisch beim Schopf zu packen. Und genau diesem Ruf wurden die Herren der Leonberg Alligators beim Auftakt in die Football-Saison zu Hause auf dem Jahnsportplatz mehr als gerecht. In ihrem allerersten Spiel überhaupt setzten sie direkt ein dickes Ausrufezeichen und gewannen den Kampf der Alligatoren in der Kreisliga gegen Albstadt glatt mit 35:0. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Die Junioren mussten sich in ihrem ersten Spiel in der Landesliga den Fellbach Warriors mit 6:30 geschlagen geben. Nach der souveränen Meisterschaft in der Vorsaison war diese Pleite auch die erste auf dem Platz überhaupt. Zuvor hatte es nur eine Niederlage am grünen Tisch gegeben.

„Keiner hatte Angst, nervös waren aber schon einige“, gab Trainer Fabian Hoyer einen Einblick in die Gefühlslage des Herren-Teams vor dem Auftakt. Schließlich hatten die Alligators seit über einem halben Jahr in einer schweißtreibenden Vorbereitung auf diesen Tag hingearbeitet. Die Vorfreude war dann auch auf dem Feld zu sehen. Im ersten Angriff gelang Albstadt durch das Laufspiel zunächst konstanter Raumgewinn, mit der ersten gelungenen Defensivaktion fand Leonberg aber ins Spiel. Luis Turian fing einen Pass ab und trug ihn zurück in die gegnerische Endzone. Aufgrund eines illegalen Blocks wurde der Touchdown – hier wird der Ball in die Endzone befördert – zwar zurückgepfiffen, der Ballgewinn beflügelte das Team aber sichtlich.

Mit zunehmender Spieldauer im punktlosen ersten Viertel wandelten die Alligators die Anspannung immer mehr in aggressives Spiel und Konzentration um, hielten die anfangs fallengelassenen Bälle nun fest, waren hellwach und präsent in den direkten Duellen.

Das Passspiel kommt ins Rollen

Die Stimmung übertrug sich auch auf die gut 360 Zuschauer, die Cheerleader „Golden Bites“ sorgten für die entsprechende Stimmung. Ab dem bärenstarken zweiten Viertel machten sich all diese Faktoren dann auch auf der Anzeigetafel bemerkbar. Leonberg ließ in der Defensive bis tief in den vierten Abschnitt keinen einzigen Pass zu und sorgte für weitere Ballgewinne. Diese machten das zu überbrückende Feld für die Offensive kurz, zusätzlich kam nun auch das eigene Passspiel ins Rollen. So war die Begegnung beim Stand von 28:0 bereits zur Halbzeit entschieden.

Im Anschluss wurde es wieder ruhiger. Albstadt verlängerte zwar seine Ballbesitzzeiten, war aber weiterhin nicht wirklich gefährlich. Leonberg legte noch einen erlaufenen Touchdown zum 35:0-Endstand nach. Auf dieser Leistung lässt sich auch im weiteren Saisonverlauf aufbauen. Dennoch gibt sich Hoyer weiterhin demütig: „Da fast alle Mannschaften in dieser Liga neu sind, wissen wir nicht so richtig, wo wir stehen. Wir wissen aber, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen können.“

Junge Spieler mit Erfahrung

Diesen Schluss lässt auch die Besetzung des Kaders, vor allem auf den Schlüsselpositionen, zu. In Jan Bartosch, Luis Turian, Robin Ulrich, Mike Karigus oder Robin Mack auf defensiver Seite sowie Spielmacher Moritz Wieler, Theo Hamann oder Lukas Dank hat Leonberg junge Spieler, von denen einige bereits bei renommierten Vereinen in der Region aktiv waren. Trainer Hoyer gönnt sich trotz höherklassiger Erfahrung selbst kaum Einsatzzeiten: „Die Spieler auf meiner Position sind echt gut. Wenn einige so weitermachen und im Kraftbereich noch zulegen, können sie sich in Zukunft deutlich höher orientieren.“

Trotz der Freude über den Auftakt nach Maß verlieren die Verantwortlichen den Blick für die Realität nicht. „Für das erste Spiel war das schon gut, grundsätzlich bin ich aber nicht zufrieden. Ich habe viele Fehler gesehen, die gegen andere Gegner bestraft werden“, sagt Hoyer. Auch dafür sind Alligatoren schließlich bekannt: sie hören nie auf, hungrig zu sein.

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