American Football Alligators bekommen „Zuwachs“

Von
Gleich von Beginn an richtig gefährlich: die Leonberg Alligators. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Besser hätte das Premieren-Jahr gar nicht laufen können für die Leonberger Footballer, die unter dem Namen Alligators für Furore sorgten. Auf Anhieb holte die erst vor einem guten Jahr gegründete Abteilung der TSG Leonberg mit ihrer U 19-Mannschaft Pokal und Meisterschaft in der Bezirksliga. „Es stehen dieses Jahr noch viele Aufgaben an“, blickt Abteilungsleiter Marc Bartosch nach dem tollen Erfolg, mit dem eigentlich keiner gerechnet hat, voller Tatendrang nach vorne.

Der 23-Jährige und sein jüngerer Bruder Jan, Headcoach der Leonberger Alligatoren, haben mit ihrem Faible für die amerikanische Trendsportart mittlerweile fast 60 Gleichgesinnte infiziert, die mit ihnen regelmäßig mittwochs und sonntags auf dem TSG-Platz an der Strohgäustraße trainieren. „Gründen wir halt eine Abteilung“, sagten sie sich vor fast genau 14 Monaten und fanden damals über 20 Mitstreiter. Seitdem haben sie sich Stück für Stück hochgearbeitet und sind gewachsen. Haben Trikots und Bälle besorgt, mehrere kleine und sogar einen größeren Sponsor an Lang gezogen. Rüstung und Helm, die neu rund 500 Euro kosten, gebraucht aber auch schon für 80 Euro zu haben sind, schafften und schaffen sich die Spieler jedoch selbst an.

Eindeutiger sportlicher Höhepunkt für die Neulinge war der Liga-Durchmarsch der U 19-Mannschaft. Im Football melden sich die Teams entsprechend der Einschätzung ihrer eigenen Spielstärke in einer Spielklasse an. Für die Leonberg Alligators war das mit der Bezirksliga zunächst ganz unten. Doch ihre acht Spiele – unter anderem gegen die „Silver Arrows“ aus Stuttgart und andere Gegner bis nach Crailsheim – gewannen die von Jan Bartosch, Marc Disselhoff und Fabian Hoyer betreuten Jungs samt und sonders. Die abschließende Krönung gelang mit einem überdeutlichen 42:0, gleichbedeutend mit sechs Touchdowns, gegen die „Böblingen Bears“. Dass man sich in der Football-Gemeinschaft trotzdem bestens versteht, zeigen Kooperationen der Leonberg Alligators mit den „Patonville Generals“ aus Ludwigsburg oder den Stuttgarter „Silver Arrows“, bei deren Herren der Leonberger Louis Turian aushalf, während die Partner den Altkreislern Unterstützung im Management zukommen ließen.

„Unser Ziel ist es, den Jugend- und Herrenbereich zu trennen“, formuliert Marc Bartosch eines der Ziele, an denen sie derzeit arbeiten. Im Idealfall sollen im November zwei Mannschaften für den im April/Mai 2018 beginnenden Spielbetrieb der nächsten Saison angemeldet werden, und dann vielleicht in der Landes- oder Regionalliga. Das Vorhaben jedoch steht und fällt mit der Personaldecke. „Wir haben qualitativ hochwertige Spieler“, erklärt Jan Bartosch, „aber uns fehlt ein bisschen die Kadertiefe.“ Mindestens 23 Jungs in der Altersklasse U 19 müssen bei der Anmeldung zur Verfügung stehen – und bei den Herren sogar 26. Neue Interessenten, ob mit oder ohne Erfahrung, sind bei den Leonberg Alligators deshalb hochwillkommen. „Wenn der Nachwuchs stimmt, gehen wir bis November eine Liga hoch“, unterstreicht der Trainer. Etwas kürzer treten möchte dagegen sein Bruder, der kurz davor ist, seine Ausbildung zum Erzieher abzuschließen und parallel Sozialpädagogik studiert. Deshalb wurde schon der Vorstand erweitert und die Aufgaben auf mehrere starke Schultern verteilt, auch wenn Marc Bartosch bislang nach wie vor den Hut als Abteilungsleiter auf hat. Eine weitere willkommene Unterstützung hat sich in der Zwischenzeit auch an der Seitenlinie formiert. Seit einigen Wochen studieren knapp 20 Football-begeisterte Mädchen ihre Choreografie während des gut zweistündigen Trainings auf dem Leonberger TSG-Gelände ein. Sie werden dann während der Liga-Spiele für Stimmung sorgen.

Artikel bewerten
2
loading
Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen