Altkreis Nur Renningen tritt bei Mieten auf die Bremse

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Im Altkreis wird fleißig gebaut, wie hier im Ezach III. Foto: Bartek Langer

Altkreis - Grundsteinlegungen, Richtfeste, Einzugsfeten – im Altkreis wird so viel gebaut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Stuttgarter Speckgürtel expandiert kontinuierlich. Aber nicht zur Freude aller. Denn die Preise für Grundstücke und Häuser können sich oft nur noch sehr gut Verdienende leisten. Und viele mit niedrigerem oder mittleren Einkommen stöhnen über die vergleichsweise hohen Mieten etwa in Leonberg. Der Quadratmeterpreis für eine gemietete Wohnung liegt hier im Schnitt bei 7,60 Euro und damit rund 22 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dieser liegt bei 6,28 Euro.

Damit befindet sich Leonberg im Vergleich aller deutschen Städte auf Platz 18 der teuersten Mieten, Ditzingen sogar auf Rang 9. Unter den Top 30, die das Unternehmen F+B anhand von Wohnungsinseraten erarbeitet hat, sind allein 17 Städte aus Baden-Württemberg vertreten – ein Grund, warum die Landesregierung beim Thema Mieterhöhungen nun auf die Bremse tritt. Innerhalb von drei Jahren dürfen Mieten nur noch um 15 Prozent steigen, nicht um 20 wie bisher. Doch das gilt nicht per se für alle Städte und Gemeinden.

Landesregierung sucht 68 Kommunen aus

Die Landesregierung hat dafür in einem zweistufigen Verfahren (siehe zweite Seite) 68 Kommunen im Land ausgesucht – darunter überraschenderweise Renningen als einzige Kommune im Altkreis. In der näheren Umgebung sind nur noch Sindelfingen, Asperg, Möglingen, Bietigheim-Bissingen und Freiberg dabei.

Bietigheim-Bissingen ist eine von nur vier Kommunen, die um die Mietpreisbremse gebeten haben. Anders in Renningen. Im dortigen Rathaus war man sehr überrascht über die Entscheidung des Finanzministeriums und hat nun bis August Zeit, um dazu Stellung zu nehmen. „Wir müssen erst intern klären, wie wir strategisch damit umgehen“, erklärt der Bürgermeister Wolfgang Faißt . Es ist also noch nicht entschieden, ob sich Renningen für oder gegen die Mietpreisbremse ausspricht. „Wir brauchen noch etwa zwei Wochen, um verwaltungsintern alles abzuklären“, erklärt Claus Schwalm, der Leiter des Liegenschaftsamtes. Im Juli soll dann der Gemeinderat darüber entscheiden.

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