Altkreis Leonberg Parkende Autos machen dem Winterdienst das Leben schwer

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Enge Anliegerstraßen mit parkenden Autos wie hier in Ditzingen sind für Winterdienstfahrzeuge im Einsatz ein großes Problem. Von denen gibt es in jeder Kommune im Altkreis eine ganze Menge. Gefragt nach der schwierigsten Strecke hat Ditzingen noch eine andere Herausforderung auf Lager: die Zufahrt zur Tonmühle im Glemstal. „Es geht teilweise sehr steil nach unten, es gibt einige Kurven und die Strecke ist eine Art Hohlweg“, erklärt Rathaussprecher Jens Schmukal. Nicht immer könnten die Bauhofmitarbeiter sehen, wenn ein Fahrzeug entgegenkommt. Aneinander vorbei kommen sie dort nicht und einer muss zurücksetzen. Foto: factum/Granville

Altkreis Leonberg - Kurz nach 7 Uhr in Heimsheim. Der orangefarbene Unimog mit Schneepflug vorne dran schlängelt sich die Blossenbergstraße entlang. Dabei ist die eigentlich schnurgerade. Doch dank der Wohnhäuser auf beiden Seiten parken die Autos mal links und mal rechts. „Die Leute parken oft ohne Verstand“, beklagt Achim Gompper, der Leiter des Heimsheimer Bauhofs. Erschwerend kommt in der Blossenbergstraße dazu, dass nebenan ein Kindergarten ist. „Die Eltern parken sogar vor den Gittern, die den Gehweg freihalten sollen. Da kommt dann gar kein anderes Auto mehr durch“, berichtet Gompper.

Noch ist kein richtiges Winterwetter da. Und Schnee hat man in den vergangenen zwei Wintern suchen müssen. Doch der Winterdienst ist in den meisten Kommunen im Altkreis bereits gerüstet. Denn auch im November kann es nachts schon Minusgrade geben. Wenn es dann noch regnet, gibt es Glatteis.

Wo sind die schwierigen Winterdienst-Strecken?

Wo sind die schwierigsten Strecken für den Winterdienst? Diese Fragen haben wir den Städten und Gemeinden im Altkreis Leonberg gestellt. Steilhänge? Kurvige, enge Straßen ohne Wendemöglichkeit? Strecken, die dank der Nähe zu Gewässern zu überfrierender Nässe neigen? Oder Straßen, die wegen ihrer Lage an Krankenhäusern, Schulen oder Kindergärten permanent freigehalten werden müssen?

Ja, die sind auch genannt worden. Doch unabhängig voneinander schildern die Mitarbeiter der Bauhöfe, die in der Regel den Winterdienst erledigen, vor allem ein Problem: enge Straßen in Wohngebieten, die zugeparkt sind. Und in einigen Kommunen kommt teilweise die Hanglage noch obendrauf.

18 Prozent Gefälle in Weissach

So etwa in Weissach, wo es gleich fünf Straßen in Wohngebieten mit einem Gefälle bis zu 18 Prozent gibt. Parkende Autos führten hier immer wieder zu gefährlichen Situationen, etwa weil die Streufahrzeuge anhalten oder rangieren müssen. „Anfahren am Berg bei Schnee und Eisglätte ist nicht einfach, und es besteht die Gefahr, die parkenden Autos oder das eigene Streufahrzeug zu beschädigen“, erklärt Stefanie Ruoff, Pressesprecherin der Gemeinde.

„Viele Leute denken, ein Unimog kann nicht rutschen. Wenn der voll beladen ist mit Salz, wiegt er sieben Tonnen. Muss das Fahrzeug dann in Steillage anhalten, kann es bei Eisglätte auch ins Rutschen kommen“, erklärt Achim Gompper aus Heimsheim.

Halteverbot in zwei Straßen im Winter

In Hemmingen ist man deshalb sogar einen Schritt weiter gegangen. „In zwei Straßen gibt es von November bis März ein temporäres Halteverbot“, berichtet Thomas Pappelau vom Ortsbauamt, dem auch der Bauhof untersteht. Denn nur so komme das große Räumfahrzeug dort hindurch. Zwar verfügt die Gemeinde auch über kleinere Streufahrzeuge. „Aber wenn du viel Strecke machen musst, dann holst du für solch ein kurzes Stück nicht extra ein anderes Fahrzeug her“, erklärt Pappelau.

Dabei müsste die Situation gar nicht so sein, meint er. In allen Kommunen gebe es Stellplatzschlüssel: mindestens ein Parkplatz je Wohneinheit, oft sogar anderthalb. „Wenn man in so eine Garage guckt, dann steht da oft alles Mögliche drin, nur kein Auto“, sagt Pappelau. Selbiges hat auch Achim Gompper vom Heimsheimer Bauhof beobachtet. „Oder das Auto steht nicht in der Einfahrt, sondern auf der Straße“, sagt er.

Kommunen bitten um Rücksicht

Auch in Weissach wünscht man sich mehr Rücksicht. „Was wir im Winterdienst vermissen, ist oft das Verständnis der Verkehrsteilnehmer, dass ein Streufahrzeug mehr Platz braucht und auch einfach schwierig zu fahren ist. Trotzdem sorgen wir jeden Winter für freie und sichere Fahrt“, sagt Stefanie Ruoff.

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