Aktion einer Weil der Städterin Ute Wolfangel sammelt Spenden für Moria

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Ute Wolfangel ist seit langem engagiert. Der Anhänger ihrer Kette stammt aus einem Flüchtlings-Camp. Foto:  

Weil der Stadt - Die freiberufliche Texterin und Journalistin Ute Wolfangel aus Weil der Stadt engagiert sich schon lange in der Flüchtlingsarbeit. Sie kennt die Zustände in den Lagern auf den griechischen Inseln aus vielen eigenen Hilfseinsätzen. Jetzt sammelt sie vor allem dringend benötigte Kleidung.

Frau Wolfangel, wann waren Sie zuletzt auf den griechischen Inseln?

Ich war dreimal auf Lesbos, 2019 zweimal auf Samos. Die humanitäre Situation ist auf Samos genauso katastrophal, die Lage genau so angespannt. Es gibt auch dort zehnmal so viele Geflüchtete wie Unterkünfte. Wegen Corona und dem Lockdown im Camp habe ich mich dazu entschieden, in diesem Jahr nicht auf die Inseln zu gehen, sondern Spenden und weitere Hilfsgütersammlungen zu sammeln, um die Organisationen zu unterstützen, die bereits vor Ort gute Arbeit machen. Ich bin auch in der Seebrücke Böblingen und für die Initiative „Sichere Häfen“ aktiv.

Zu wem haben Sie aktuell Kontakt?

Meine direkten Ansprechpartner sind Philippa und Eric Kempson von „The Hope Project Lesvos“. Sie leisten schon seit sechs Jahren unermüdlich Hilfe für Geflüchtete auf der Insel. Sie haben mich informiert, damit ich bei Kundgebungen in Konstanz am Donnerstag und in Tübingen am Samstag aktuell berichten konnte. Bei diesen Kundgebungen war ich als Rednerin eingeladen. Auch bei den kommenden Kundgebungen werde ich sprechen, am Freitag in Herrenberg und am Samstag in Stuttgart.

In ihrem Beitrag schildert die Freiwillige Pia Lemmeroth, dass sie vor Ort ist, aber nichts tun darf. Warum ist das so?

Ja, die privaten NGOs und die Ehrenamtlichen vor Ort bekommen nur in Einzelfällen Zugang zu der abgeriegelten Zone, in der sich die Menschen aufhalten. Dabei könnten sie so viel tun: Sie könnten viele Menschen versorgen – mit Kleidung, Decken, Zelten, Schlafsäcken, Nahrung. Sie führen Warenlager und haben schon vor dem großen Brand Hilfsgüter verteilt, die sie mit Spenden einkaufen. Aber die griechischen Behörden verbieten ihnen, die Geflüchteten zu versorgen. Die Freiwilligen mutmaßen, dass die miserable Situation auf der Straße bewusst aufrecht gehalten werden soll, um die Menschen zu zwingen, in das neue Lager zu gehen. Die Geflüchteten möchten das Lager aber nicht beziehen. Sie befürchten eine Fortsetzung der schlimmen Zustände und haben Angst vor weiteren Bränden. Zugleich soll das Verbot der Hilfeleistung vermutlich als Abschreckung dienen, um andere Geflüchtete in der Türkei abzuhalten, auf die Inseln nach Europa zu kommen.

Sie rufen zu Spendenaktionen auf. Was wird am dringendsten benötigt?

Schuhe, Kleidung und Smartphones. Das sammle ich derzeit auch, also: Wer was übrig hat, darf sich gerne melden. In den Camps sind es vor allem junge Männer, die die Kleidung benötigen – es sollte also nicht größer als Größe M sein.

Wie läuft die Hilfsaktion praktisch ab?

Ich sammle es hier in Weil der Stadt und verschicke es dann nach Griechenland. Wir benötigen natürlich auch Geldspenden, denn 31 Kilo Fracht kosten 43 Euro.

Wer Kleidung oder Smartphones übrig hat, kann sich bei Ute Wolfangel melden: u.wolfangel@gmx.de. Die Kundgebungen, auf denen sie spricht, sind am Freitag, 18 Uhr, auf dem Marktplatz Herrenberg und am Samstag, 16 Uhr, auf dem Karlsplatz Stuttgart.

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