Absage der Weiler Fasnet Die Narrenzunft AHA will Vorbild sein

Von Sophia Herzog
Vor wenigen Wochen hatte die Narrenzunft die Fasnetseröffnung auf dem Marktplatz gefeiert. Nun folgt die Absage. Foto: Narrenzunft AHA

Weil der Stadt - Hoffnungsvoll sind die Weiler Narren am 11. November in die kommende Saison eingestiegen: Zur Fasnetseröffnung auf dem Weil der Städter Marktplatz organisierte die Narrenzunft AHA ein Programm, das, von den Coronakontrollen mal angesehen, fast Normalität anmuten lies. S’ Hexle war wieder aufgewacht – nach einem Jahr Pause, die nicht nur Corona geschuldet war, sondern auch der Marktplatzsanierung. Schon damals hatte der Vorsitzende der Narrenzunft, Frank Gann, von schwierigen Voraussetzungen für die Fasnet 2022 gesprochen. Trotzdem wollte man abwarten, positiv bleiben. „Fasnet ist eben auch viel Hoffnung“, hatte Gann gesagt.

Es wurde lange überlegt

Und nun kam sie doch, die Absage. Im Frühjahr 2022 werden alle offiziellen Fasnets-Veranstaltungen in Weil der Stadt ausfallen. Das hat der Vorstand der Narrenzunft nach langer und intensiver Diskussion angesichts der Coronazahlen entschieden. „Wir haben lange überlegt“, erklärt der Narrenchef Frank Gann. „Sollen wir, sollen wir nicht?“ Schlussendlich habe man sich dann aber doch schweren Herzens gegen das Feiern der Fasnet entschieden. „Wir sind ein großer Verein und haben eine große Reichweite“, so Gann – kommen zur Weiler Fasnet schließlich nicht nur die Weiler selbst, sondern viele Gäste aus der Region. 40 000 Zuschauer waren beim großen Fasnetsumzug 2020 dabei. Und mit vielen Gästen kommt eben auch eine große Verantwortung: „Wir haben eine gewisse Vorbildfunktion.“

Es gab keine Planungsmöglichkeiten

Ebenfalls ein Grund für die Absage waren für die Narrenzunft die noch fehlenden Details in der Corona-Landesverordnung. Weil es für die Durchführung von Fasnets-Veranstaltungen noch keine Richtlinien gibt, hätten die Narren in Sachen Organisation weiter ausharren müssen. „Vieles ist noch ungeklärt“, bestätigt Gann. „Wir hätte noch gar nicht planen können.“ Ähnliches berichtet auch Christian Walter, Bürgermeister der Stadt. Bereits vor vier Wochen habe man sich mit der Narrenzunft beraten, weil diese mit Blick auf den Wagenbau bereits mit den Vorbereitungen starten müsste. „Aus dem Sozialministerium war vor vier Wochen aber nur bekannt, dass die Fasnet möglich sein soll“, so Walter. Genaue Bedingungen seien noch nicht bekannt gewesen. „3G-Kontrolle wäre bei 40 000 Besuchern in Weil der Stadt schlicht nicht möglich.“

Die Antwort auf eine Anfrage an das Sozialministerium wurde laut Bürgermeister auch angesichts der in die Höhe schießenden Fallzahlen und unter Verweis auf die Dynamik der Situation nur vage beantwortet. „Insofern bedauere ich die Absage sehr“, sagt Walter. „Angesichts der nicht vorhandenen Planungssicherheit hinsichtlich der rechtlichen Bedingungen im Frühjahr ist die Entscheidung der Narrenzunft aber der einzig mögliche Weg.“

Eine „emotional schwierige“ Entscheidung

Und wie ist nun die Stimmung bei den Narren? „So eine Entscheidung ist emotional schwierig“, sagt Frank Gann. Trotzdem hätten die Mitglieder der Narrenzunft bisher nur Verständnis für die Entscheidung, besonders die älteren, berichtet der Vorsitzende. Und auch, wenn ihm das Tippen der schriftlichen Absage besonders schwer gefallen ist – ein wenig erleichtert ist Gann auch. „Wir laufen, Stand heute, in ein unkalkulierbares Risiko.“ Mit der Absage gibt es nun immerhin: Sicherheit.

Eine gute Nachricht gibt es dann aber doch. Das traditionelle Narrenblatt soll trotzdem erscheinen, geplant ist die Veröffentlichung für die Kalenderwoche fünf des kommenden Jahres.

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen