Aaronprojects aus Leonberg Das letzte Wort hat der Gemeinderat

Von

Der Gemeinderat bleibt aber weiter das entscheidende Gremium. Die Bürgerbefragung ermöglicht aber ein differenziertes Meinungsbild. Sie lässt im Gegensatz zum Bürgerbegehren abgestufte und gewichtete Antworten („sehr wichtig“ bis „ganz unwichtig“) zu und es können mehrere Fragen formuliert werden. Zudem müssen sich die Einwohner ihr Mitspracherecht nicht erst aufwendig erkämpfen.

Ein Modell, für das sich immer mehr Kommunen interessieren. Sechs Städte aus Baden-Württemberg und Bayern haben bei Aaronprojects bereits ihr Interesse bekundet. „Wir haben die 200 größten Städte in Deutschland angeschrieben. Der Rücklauf war insgesamt eher mau“, sagt Armin Bär.

Demokratie am Leben erhalten

Für ihn ist die Bürgerbefragungs-App aber ein Modell für die Zukunft. Nicht nur, weil die Digitalisierung im Alltag weiter voranschreitet. „Das ist eines der Instrumente, wie wir die Demokratie am Leben erhalten können. Die Hürden zu senken und die Menschen zu beteiligen, ist zwingend. Hoffentlich gelingt uns das mit der App“, sagt der Münklinger, der sich jetzt auch selbst politisch engagieren will und für die Freien Wähler im Gemeinderat in Weil der Stadt kandidiert.

In seinem Start-up hat er die Zukunft täglich vor Augen. Noch verdiene man das meiste Geld im Bereich Beratung und Sicherheit. Doch das Team arbeitet auch im Bereich der künstlichen Intelligenz, die etwa bei der Qualitätskontrolle in Produktionsbetrieben eingesetzt wird. „Da rollt jetzt eine riesige Welle auf uns zu“, meint Armin Bär.

Dass man irgendwann auch per App wählen kann, ist für ihn nur eine Frage der Zeit. Estland macht es bereits vor. „Auf das Niveau kann man auch hier kommen“, sagt er über das Merkel’sche „Neuland“.

Artikel bewerten
4
loading
Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen