80. Geburtstag in Leonberg Ein Leben für Straßenbau, Politik und Sport

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Marianne und Dieter Vestner mit der Staufermedaille, überreicht von Leonbergs OB Martin Geog Cohn. Foto: factum//Bach

Leonberg - Seinen letzten großen öffentlichen Auftritt hatte Dieter Vestner vor einem guten Jahr. Im Mai 2019 erhielt der langjährige Stadtrat der Freien Wähler in Leonberg die Staufermedaille des Landes – eine persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten, die pro Jahr nur rund 50 Mal vergeben wird und damit in der Wertigkeit auf Platz zwei nach dem Landesverdienstorden rangiert.

Am heutigen Donnerstag hat der Ratsveteran wieder Grund zum Feiern: Dieter Vestner vollendet sein 80. Lebensjahr. Den besonderen Geburtstag wird er im Kreise seiner Familie verbringen und dabei gewiss so manche Anekdote erzählen. Und von denen hat der Jubilar, auf den der oft überstrapazierte Begriff Urgestein tatsächlich zutrifft, reichlich auf Lager.

Ab und zu hat es gekracht

Immerhin 42 Jahre hat der gelernte Straßenbaumeister dem Leonberger Gemeinderat angehört. Und damit insbesondere bei Bauthemen seine fachliche Expertise oft mit Nachdruck eingebracht. Manchmal mit einer derartigen Vehemenz, dass es zwischen ihm und dem damaligen Oberbürgermeister Bernhard Schuler ab und an gekracht hatte. Doch die beiden Veteranen haben sich auch regelmäßig wieder vertragen.

„Es gibt wenige, die solch einen engen Kontakt zur Bevölkerung haben“, lobte Schuler im November 2017 Dieter Vestner, als sich dieser aus dem Gemeinderat verabschiedete und die Bürgermedaille verliehen bekam, die zweithöchste Auszeichnung der Stadt. „Sie engagieren sich mit Leidenschaft für die Stadt und machen aus Ihrer Meinung keinen Hehl“, hatte Schuler damals gesagt.

Aus zehn Jahren wurden 40

Dass Dieter Vestner überhaupt in die Kommunalpolitik gegangen war, ist dem damaligen Stadtrat und Architekten Hans-Jörg Ludmann zu verdanken. Der hatte ihn im Herbst 1974 gefragt, ob er nicht auf der Liste der Freien Wähler kandidieren wolle. Vestner sagte zu, wollte aber höchstens zwei Legislaturperioden dabei bleiben, also maximal zehn Jahre. Am Ende wurden es mehr als vier Jahrzehnte.

Vestner hatte damals eine ganz andere Aufgabe für die Stadt übernommen. Er war Trainer des Leonberger Teams bei der legendären Fernsehreihe „Spiel ohne Grenzen“, die damals europaweit ausgestrahlt wurde. Gegen Engelberg in der Schweiz traten die Leonberger seinerzeit an. Nur um zwei Punkte verpassten sie den Einzug ins Finale in Brüssel.

Voller Einsatz fürs Ehrenamt

Dieter Vestner wurde damals besonders bekannt, weil er beim Geldeinsammeln für eine soziale Einrichtung sogar auf dem Boden krabbelte, um möglichst viele Münzen zu bekommen. Am Ende hatte er 80 Prozent der Gesamtsumme buchstäblich zusammengekratzt.

Solcherlei Körpereinsatz machte ihm nichts aus, ist er doch ein erfahrener Turner und hatte jahrelang die Turnabteilung der TSG Leonberg geleitet. Seine Verbundenheit und die Treue zu seinem Verein brachte ihm den anerkennenden Spitznamen „Mr TSG“ ein.

Gleichwohl erkannte er schon frühzeitig die Notwendigkeit, dass die beiden großen Innenstadtvereine TSG Leonberg und TSV Eltingen fusionieren müssten, was vor zwei Jahren vollzogen wurde. Dass die angestammte Jahnhalle und das Vereinslokal Turnerheim mittlerweile dem Bagger zum Opfer gefallen sind, dürfte ihn insgeheim dennoch schmerzen.

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