329. Pferdemarkt Unten Party, oben Einsatzleitstelle

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Gemeinsame Einsatzleitstelle: Im Fall der Fälle können die Einsatzkräfte so besser zusammenarbeiten. Foto:  

Leonberg - Cordula Grün“, schallt es unten durch die Wagenhalle der Feuerwache. Eine Guggenmusikgruppe spielt sich warm für den Umzug. Die Menschen sitzen beieinander, essen und trinken gemütlich, während immer mehr Umzugsteilnehmer und Pferdemarktbesucher hereinströmen.

Nur eine Etage höher ist die Stimmung eine andere. Ruhig, aber angespannt ist die Atmosphäre im Einsatzlagezentrum. Seit fünf Jahren sitzen hier die Einsatzleiter von Polizei, Feuerwehr, DRK und Ordnungsamt der Stadt Seite an Seite und überwachen das Geschehen. Ab und an meldet sich ein Funkgerät, etwa wenn eine der Fußstreifen des DRK bei Kevin Schöneck eine neue Position durchgibt.

Ein großer Bildschirm ist aufgebaut, flankiert von zwei Leinwänden. Rechts projiziert ein Beamer aktuelle Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes drauf, links ist eine Karte von Leonberg zu sehen, über die ein Raster gelegt ist. Wie ein roter Faden zieht sich die Umzugsstrecke hindurch.

Der Sturm war stressig

Den stressigsten Teil des Tages haben die Einsatzkräfte der Leonberger Feuerwehr da schon hinter sich. Nach dem erneuten Sturm gestern Abend und 20 Einsätzen kontrollierten Feuerwehr und Ordnungsamt noch einmal alle Dächer in der Altstadt und sammelten den ein oder anderen Ziegel ein. Um 9 Uhr folgt die große Einsatzlagebesprechung mit allen Organisationen und dem Leonberger Oberbürgermeister Martin Georg Cohn. Dieser fällt schließlich die Entscheidung: Der Umzug findet um 14 Uhr wie geplant statt.

Bereits am Montag hatte es mehrere Treffen und Besprechungen gegeben, etwa mit dem Deutschen Wetterdienst. Und eben auch mit Pferdefachleuten. Dabei ging es nicht nur um die Frage, ob das Programm am Dienstag durchgeführt werden kann, und wenn ja, auch mit Pferden? Eine Entscheidung aus dieser Besprechung: Alles, was flattert, muss weg. Zumindest entlang der Umzugsstrecke. Denn die preisgekrönten Stuten und Gespanne führen traditionell den Festzug an, gefolgt von den Ehrengästen der Stadt in Kutschen.

Noch am Montag hat die Stadt ihre Fahnen eingeholt. Eine Stunde vor Umzugsbeginn setzt sich dann auch ein Wagen der Feuerwehr in Bewegung, um die Umzugsstrecke zu kontrollieren. An Bord sind auch der Einsatzleiter der Polizei, der Ordnungsamtschef sowie zwei Preisrichter der Pferdeschauen. Gemeinsam wird Ausschau gehalten nach Dingen, die die Tiere erschrecken könnten.

Wind, immer wieder Wind

Bis zur ehemaligen Hauptpost dauert die Suche: Dort hängt ein Stück einer Plane im Baum, vom Sturm in etwa sechs Meter Höhe geweht. Da hilft nur eins: Der Leiterwagen der Feuerwehr muss anrücken und das Teil aus dem Baum fischen. Auch in der Altstadt fällt den Preisrichtern so einiges auf. Ein Geschäft muss eine Werbefahne entfernen. Vor der Stadtkirche steht eine einsame Absperrung, an der jede Menge Absperrbänder hängen, die im Wind flattern. Ein Lokal muss die Tischdecken von einem Verkaufsstand vor der Tür abmachen, die der Wind immer wieder anhebt.

15 Minuten vor Start des Umzugs sind alle wieder in der Einsatzleitstelle zurück. Die Strecke kann freigegeben werden. Überwacht wird diese nicht nur in der Einsatzleitstelle. Die Polizei hat bereits zum zweiten Mal eine Drohne im Einsatz. Ob sie bei den Winden fliegen kann, entscheidet sich erst kurz vor dem Start. Schneller als 35 Kilometer pro Stunde darf es nicht wehen.

Viel zu sehen gibt es für die Beamten aber nicht. Immer wieder gibt es Löcher in der Zuschauermenge. An vielen Stellen, die sonst überfüllt sind, hat man am Dienstag einen guten Blick aufs Geschehen. Vorkommnisse gibt es keine.

Das DRK musste am Morgen einen Besucher kurz betreuen. Die Feuerwehr wurde ebenfalls noch vormittags zu zwei umgestürzten Bäumen gerufen. Dass nur halb so viele Zuschauer gekommen sind wie im Vorjahr, macht sich bemerkbar. „Das ist aber auch nicht schlimm. Man kann nicht jedes Jahr Vollgas geben“, sagt Matthias Schultheiß, der Ortsbeauftragte des Leonberger THWs.

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