125 Jahre CVJM Rutesheim Menschen im Glauben und Wirken verbinden

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Vor 100 Jahren ist der Posaunenchor des CVJM Rutesheim gegründet worden. Foto: privat

Rutesheim - Um gemeinsam zu beten, in der Bibel zu lesen, gesellig beisammen zu sein und nach Antworten auf Lebensfragen zu suchen, haben sich 1894 junge Männer in der Schusterwerkstatt von Jakob Brodmann getroffen. Hier fiel auch der Entschluss, einen „Jünglingsverein“ zu gründen. Wie vielerorts ist daraus auch in Rutesheim der „Christliche Verein Junger Männer“ hervorgegangen.

Bereits 1855 war es in Paris zur Gründung des Weltbundes der Christlichen Vereine Junger Männer (CVJM) gekommen. Die gemeinsame Grundlage, die Pariser Basis, wurde als Verpflichtung aufgenommen. In der heißt es unter anderem: „Die Christlichen Vereine Junger Männer haben den Zweck, solche jungen Männer miteinander zu verbinden, welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift als ihren Gott und Heiland anerkennen, in ihrem Glauben und Leben seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter jungen Männern auszubreiten.“ Heute wendet sich der CVJM an junge Menschen ohne Unterschied des Bekenntnisses, der Nationalität, der Rasse und der politischen Auffassung.

Paul Eisenhardt war erst 20 Jahre alt

In Rutesheim wurde Jakob Brodmann der Vorsitzende. Die Vereinsmitglieder kamen in Privathäusern zusammen, bis im Jahre 1904 die Altpietistische Gemeinschaft das heutige Gemeinschaftshaus an der Pfarrstraße einweihen konnte. Im oberen Saal war der CVJM heimisch, bis 1970 das Gemeindehaus fertiggestellt wurde. Im Jahr 1919 wurde der Posaunenchor gegründet.

Der Gründer des CVJM hat den Vorstand 1920 in jüngere Hände gelegt. Der damals 20-jährige Paul Eisenhardt übernahm die Aufgabe. Als Schmied hatte er breite Schultern, er konnte und musste vieles auf sich nehmen und manches über sich ergehen lassen. Er hat wohl nicht geahnt, dass er dieses Amt 40 Jahre lang innehaben würde. Ihm sind im Amt gefolgt Werner Brodmann (1960-1972), Manfred Schaber (1972-1984), Andreas Frick (1984 -1985), Paul Wahl (1985-1991), Manfred Länder (1991-1993), Jörg Schaber (1993-2008), Andreas Knapp (2008-2017). Heute steht Frank Fuchs dem Verein vor.

Der langjährige Vorsitzende Paul Eisenhardt war es auch, der im Jahr 1928 den Forchenwald entdeckte. In gut einem Jahr wurde hier ein ehemaliger Steinbruch zum Platz für gesellige Treffen, hier auf dem Vereinsgelände entstand auch die erste Hütte.

Hitlerjungend riss Unternehmungen an sich

Ihre Umgestaltung ist ein Spiegelbild für die Entwicklung des CVJM. 1933 geriet die CVJM-Arbeit unter politischen Druck. Nur noch Bibelarbeiten und Gebetsstunden durften abgehalten werden, während die Hitlerjugend alle Unternehmungen Jugendlicher an sich riss. Da haben Vereinsmitglieder die Schutzhütte abgerissen, um sie nicht der politischen Entwicklung zu überlassen.

1947 kam wieder Leben in den CVJM. 1952 wurde die Jungschararbeit aufgenommen und 1953 auf das Fundament der alten Waldhütte das erste Massivhaus des Vereins errichtet, das 1963 erweitert und 20 Jahre später vollkommen neu errichtet wurde, um weitere 20 Jahre später wieder umgebaut zu werden.

Im Jahr 1970 wurden nicht nur 50 Jahre Mädchenkreis gefeiert, sondern der CVJM ins Vereinsregister eingetragen. Das neue Gemeindehaus in der Pfarrstraße wurde fertig und bot nun Räume für die Gruppenarbeit. Ein historischer Schritt erfolgte 1975, als mit der Namensänderung in „Christlicher Verein Junger Menschen“ nun Mädchen und Frauen in den Verein aufgenommen werden konnten. Es entstand der erste Hauskreis.

Sport und Jugendarbeit

Die Jugendarbeit für Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene, der Sport (Handball, Fußball, Indiaca sowie weniger bekannte Sportarten) gehören heute zu den Schwerpunkten der Aktivitäten des CVJM, der rund 280 Mitglieder hat. Der Posaunenchor bildet ein weiteres Standbein. Das Besondere daran ist, dass hier bis zu drei Generationen gleichzeitig vertreten sind, um mit Musik Gott zu loben.

Tradition haben beim CVJM Rutesheim die Hauskreise, in denen gesungen, gebetet und über einen Bibelabschnitt gesprochen wird. Gegenwärtig bestehen zehn Hauskreise. Und nicht zuletzt gehört es zum Selbstverständnis des rührigen Vereins, interessante Aktivitäten im Forchenwald und Freizeiten zu gestalten.

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