125-Jahr-Jubiläum SV Friolzheim Beim SV Friolzheim regiert König Fußball

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Ein feierlicher Anlass: 1968 gelingt die Meisterschaft in der C-Klasse. Foto: privat

Friolzheim - Bei der Betrachtung des Namens SV Friolzheim lässt sich nicht auf Anhieb der Schluss ziehen, dass es sich dabei um einen reinen Fußballverein handelt. Anstatt des SV (=Sportverein) erscheint ein FC für Fußballclub oder FV für Fußballverein logischer. Blickt man allerdings auf das 125-jährige Bestehen, das der Verein an diesem Wochenende auf dem Sport- und Festgelände feiert, erschließt sich der Sinn für den Vereinsnamen.

Im Jahr 1893 wurde der Turnverein Friolzheim aus der Taufe gehoben. Die Gründungsväter und der -ort sind nicht bekannt, die Chronik ist lückenhaft. Überliefert ist noch, dass die Versammlung am 1. Oktober 1897 die erste Satzung annahm. „Der Zweck des Vereins ist die Stärkung des Körpers und des Geistes, Förderung der Sittlichkeit, verbunden mit vaterländischem Sinn, um so für die Einzelnen Kraft und Wohlsein, für das Ganze Macht und Größe zu erstreben“, lautet es im ersten Paragraphen. Die Beitrittsgebühr betrug damals 50 Pfennige, die Satzung zusätzlich noch einmal 25 Pfennig.

Dreitägiges Turnfest mit Fahnenweihe

Das Turnen fand zunächst in einer eigens errichteten Holzhalle auf dem Gelände des „Hohen Rains“ statt. 1909 wurde ein dreitägiges Turnfest mit Fahnenweihe veranstaltet, dann brachte der Erste Weltkrieg das Vereinsleben fast zum Erliegen. Die jungen Männer wurden zum Wehrdienst eingezogen, nicht alle kehrten zurück. In den 1930er Jahren wurde das bisherige Gelände verkauft, die neue Spielstätte war der spätere Sportplatz „Im Breitlau“.

Nachdem sich die Friolzheimer 1933 noch am Deutschen Turnfest in Stuttgart beteiligten, verflachte das Turnen zunehmend. Der 1919 gegründete Fußballverein hatte massiv an Popularität gewonnen und zog die jungen Leute an. In Ermangelung eines geeigneten Spielfeldes wurde zunächst für drei Mark pro Jahr auf dem „Betzenbuckel“ ein ebenes Gelände von der Gemeinde Heimsheim gepachtet, bis schließlich auf dem Sportplatz „Im Breitlau“ gespielt werden konnte.

Turner finden bei der TSG ein neues Zuhause

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 nahmen die Sportler den Fußballspielbetrieb wieder auf. Es folgte die Gründung des Sportvereins in seiner heutigen Form. Dieser war de facto damals schon ein reiner Fußballverein. Zwar nahm er vier Jahre später den Turnverein auf, dessen Betrieb existierte zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr. Es mangelte am Interesse und an den notwendigen Voraussetzungen. Später sollte es noch eine Theaterspielgruppe mit zwei Aufführungen jährlich geben. Auch diese löste sich aber nach rund drei Jahrzehnten auf. Mit der 1972 erfolgten Gründung der auch heute noch bestehenden TSG Friolzheim fanden die Turner über zwei Jahrzehnte später ein neues Zuhause außerhalb des SV.

Der Sportverein hat heute 380 Mitglieder, rund die Hälfte davon sind Jugendliche. Viel mehr sei aktuell auch nicht möglich. „Wir haben die personelle Obergrenze erreicht“, sagt Wolfgang Ludwig. Besonders stolz ist der Vorsitzende, der vom zehnten Lebensjahr an alle Fußballmannschaften des Vereins von der Jugend bis zu den Senioren durchlaufen hat, auf das Klubgelände. Es gehört der Gemeinde, umfasst einen Rasenplatz, einen Kunstrasen, ein DFB-Minispielfeld sowie eine Halle: „Das hat schon einige andere Vereine beeindruckt.“ Als der DFB 2002 sein Talentförderprogramm einführte, fand das Stützpunkttraining für die besten Spieler des Altkreises kurzzeitig in Friolzheim statt. Den größten Erfolg der jüngeren Vergangenheit feierte der Klub in der Saison 2016/17, als der ersten Mannschaft nach 25 Jahren in den untersten Spielklassen der Aufstieg in die Kreisliga A gelang. Nun, ein Jahr später, kann der Verein nicht nur den Klassenerhalt, sondern auch sein 125-Jahr-Jubiläum feiern.

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