Leonberger Kreiszeitung

Sindelfingen/Renningen

Straßenneubau entpuppt sich als gefährlich

Von Günther Scheinpflug, veröffentlicht am 08.02.2012
factum / andreas weise

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Es ist nichts mehr von dem tragischen Verkehrsunfall zu sehen, der sich auf der Bundesstraße 464 am 25. Januar ereignet hat, und bei dem zwei Autofahrerinnen tödlich verunglückt sind. Kein Kreuz, keine Kerzen. „Die Familien wollen das wohl nicht“, meint Wolfgang Späth aus Renningen, der mit der

30 Jahre alten Unfallverursacherin in einer Firma gearbeitet hat. Der Schock sitze tief. Die 30-Jährige hatte überholen wollen und war frontal auf das Auto einer 43-jährigen Frau aus Renningen geprallt. „Meine Kollegin hat wahrscheinlich gedacht, dass die Strecke zweispurig ist“, sagt Späth. Der 60-Jährige schrieb der Polizei einen Brief, weil ihm der Unfall nicht aus dem Kopf ging – das Antwortschreiben hatte er am Donnerstag im Briefkasten. Es werde ein Warnschild aufgestellt: „Achtung Gegenverkehr.“

Polizei reagiert binnen einer Woche

Der schreckliche Unfall ereignete sich nach der Bundesstraßeneinfahrt Sindelfingen-West in Richtung Renningen. „Der Beschleunigungsstreifen ist länger als bei den meisten Autobahnen“, sagt Späth. „Wer eine solche Einfahrt das erste Mal nimmt, muss den Eindruck gewinnen, dass er auf eine mehrspurige Streckenführung stößt“, erklärt er weiter. Aber genau an dieser Stelle steht auf der neuen Bundesstraße 464 lediglich jeweils eine Spur in jeder Richtung zur Verfügung.

Möglicherweise kommt ein Überholverbot

Die Polizei hält dagegen, dass die 30-jährige Renningerin an jenem Mittwochabend um 19.17 Uhr auf der Strecke in Richtung Renningen zum Überholen angesetzt habe, obwohl sie habe sehen müssen, dass ihr ein Auto entgegengekommen sei. „Wir wissen nicht, weshalb sie den Überholvorgang nicht abgebrochen hat“, sagt der Böblinger Polizeisprecher Frank Natterer. Die Ermittlungen laufen noch. Ein Gutachter soll prüfen, wie schnell die beiden Unfallautos gefahren sind.

Wir wissen nicht, weshalb sie den Überholvorgang nicht abgebrochen hatFrank Natterer, Böblinger Polizeisprecher

„Der Unfall legt die Vermutung nahe, dass die Verursacherin leichtfertig und risikobereit gefahren ist“, sagt Späth. Das aber halte er für ausgeschlossen. Nicht nur, weil er seine ehemalige Kollegin gut gekannt habe, sondern auch, weil er diesen Streckenabschnitt für problematisch halte. „In dem Linksbogen sind die Leitplanken auf der linken Fahrbahnseite relativ hoch, wodurch bei Dunkelheit ein entgegenkommendes Auto nur schwer erkennbar ist“, erklärt Späth.



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