Wimsheim Weisbrich: „Ein konsequenter Kurs zählt noch etwas“

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Mario Weisbrich fährt auch weiterhin eine klare Linie. Foto: factum/Bach

Wimsheim - Als Mario Weisbrich am Tag nach seiner Wiederwahl zwischen all den Gratulanten Zeit für ein Telefonat mit der Zeitung findet, wirkt der Wimsheimer Rathauschef aufgeräumt. „Es geht mir gut“, sagt der 44-Jährige. „Ich bin stolz auf das Ergebnis.“ Am Sonntag hatten 65,5 Prozent der wahlberechtigten Wimsheimer ihn für weitere acht Jahre im Amt bestätigt. Seine stärkste Konkurrentin, Beate Lämmle-Koziollek, bekam immerhin knapp 32 Prozent der Stimmen.

Im Dezember hatte Weisbrich seinen Hut für eine weitere Amtszeit in den Ring geworfen. Es folgte ein anstrengendes Vierteljahr. „Drei Monate zwischen den Stühlen“, beschreibt es Weisbrich rückblickend. In seinem Wahlkampf suchte der Schultes den direkten Kontakt mit den Bürgern, machte Hausbesuche, führte viele Gespräche. „Es war die richtige Entscheidung, einen intensiven Wahlkampf zu führen“, sagt Weisbrich.

Hinzu kam die offizielle Kandidatenvorstellung in einer vollen Hagenschießhalle. „Das war alles sehr zeitintensiv“, erklärt er. Zumal das Tagesgeschäft ganz normal weiterlief. „Das kann ja nicht einfach liegen bleiben, nur weil ich Wahlkampf mache.“

„Ich habe eine Meinung und dazu stehe ich“

Kaum ist die Wahl vorbei, hat der Alltag den 44-Jährigen auch schon wieder eingeholt. Drucksachen vorbereiten, Kreistagssitzung am Montagnachmittag und die angefangenen Projekte, die Neugestaltung der Ortsmitte oder die Sanierung der Feuerwache sind nur zwei davon, laufen auch ganz normal weiter.

Mario Weisbrich will den Kurs, den er zusammen mit dem Gemeinderat eingeschlagen hat, auch in Zukunft weiterführen. Und zwar in gewohnter Manier. „Ich habe eine Richtung und eine Meinung. Und dazu stehe ich“, erklärt der Schultes, etwa in Hinblick auf die jahrelangen Streitigkeiten und Diskussionen um die Ansiedlung der Pforzheimer Goldscheideanstalt Hafner. Sein Job sei es eben auch, vom Gemeinderat getroffene Entscheidungen nach außen zu vertreten und umzusetzen. Auch wenn das nicht immer allen gefalle. Auf eines legt Weisbrich großen Wert: „Egal, um welches Thema es ging: Es war immer alles transparent.“

Einen Großteil der Wähler hat er damit offenkundig überzeugen können. Für ihn ist das Wahlergebnis ein „Stück weit eine Bestätigung dafür, dass ein konsequenter, klarer und ehrlicher Kurs noch etwas zählt“. Knapp 35 Prozent der Wähler konnte er am Sonntag damit allerdings nicht überzeugen. Darin sieht Weisbrich durchaus eine Aufgabe für die Zukunft. Natürlich könne er nicht Jedermanns Liebling sein. Aber er müsse schon überlegen, wie er eben auch diese Menschen ansprechen könne. Vielleicht mit Bürgerbeteiligung?

„Ja, aber dann muss sie eben auch angenommen werden.“ Dass die in der Vergangenheit vielfach propagierten Ängste und Befürchtungen, gerade was Hafner angeht, nach der Wahl nicht einfach vom Tisch sind, ist ihm bewusst. Wie er dem begegnen will? „Mit unemotionalen und konstruktiven Diskussionen.“

Konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat

Diese wünscht sich auch Hans Lauser, seit vielen Jahren Fraktionsvorsitzender der Bürger für Wimsheim im Gemeinderat, stellvertretender Bürgermeister und Wahlleiter.

Die Wahl ist reibungslos über die Bühne gegangen, die 18 Wahlhelfer haben einen guten Job gemacht und es war alles gut vom Hauptamtsleiter vorbereitet, sagt Lauser. Der Bürgermeister-Stellvertreter ist froh, dass am Sonntag so viele an die Urnen gegangen sind und dass das Ergebnis so eindeutig ausgefallen ist. „Ich hoffe, dass jetzt im Gemeinderat ein bisschen Ruhe einkehrt und dass die Zusammenarbeit im Gremium etwas besser wird.“

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