Waldkindergärten Zurück zur Natur kommt gut an

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Draußen zu allen Jahreszeiten: Das ist der Kern der Waldkindergärten. Foto: Andreas Gorr

Mönsheim - Spielen in der freien Natur, so wie es früher für Kinder auf dem Land üblich war – das ist es wohl, was sich heute wieder viele Eltern für ihren Nachwuchs wünschen. Evelyn Quass, die Vorsitzende des Vereins Naturkinder Flacht glaubt, dass dies mit ein Grund ist, warum das Konzept der Waldkindergärten so erfolgreich ist. Die Nachfrage nach Plätzen für Kleinkinder wächst, daher will man in der Gemeinde eine zusätzliche Gruppe einrichten

15 Kinder ab drei Jahren besuchen derzeit den Mönsheimer Naturkindergarten auf dem Appenberg in der Nähe des Sportplatzes. Ein ehemaliges Vereinsheim ist ihre Unterkunft. Ab Januar werden es 18 Kinder sein, davon 13 aus Mönsheim. Nun sieht der Verein ab September 2018 weiteren Bedarf für zusätzliche zwölf Kinder und möchte deswegen eine Kleingruppe für zehn Kinder einrichten. Im Gemeinderat war man nicht nur von dieser Entwicklung sehr angetan, sondern auch vom alternativen Betreuungsangebot, das als Bestandteil des Kindergartenbedarfsplans wie ein eigener kommunaler Kindergarten behandelt wird.

Gemeinderat steht hinter der Einrichtung

„Die Entscheidung für den Waldkindergarten war absolut richtig“, sagte Gemeinderat Hans Kuhnle (BLM). Durch die Zusammenarbeit mit dem Verein könne man eventuell eine Erweiterung des Kindergartens Wichtelhaus vermeiden. Sein Fraktionskollege Joachim Baungärtner lobte die Arbeit des Vereins und sagte, er sei froh, dass diese Idee jetzt Fuß fasse. Bürgermeister Thomas Fritsch plädierte dafür, den Vertrag über eine Kleingruppe zu beschließen. „Der Zulauf hat mich überrascht und man hört nur Gutes“, sagte er.

Für die neue Gruppe, die ebenfalls eine verlängerte Öffnungszeit mit 30 Wochenstunden hat, benötigt der Verein zwei Erzieher. Kinder von drei Jahren an können aufgenommen werden, in Ausnahmefällen schon ab zweidreiviertel Jahren, sagte Evelyn Quass. Der Gemeinderat stimmte schließlich der Einrichtung dieser Gruppe im vorhandenen Gebäude zu. Dort musste eine Reihe von Elektroarbeiten erledigt werden, an deren Kosten sich auch die Gemeinde beteiligt. So darf der seitherige Kaminofen wegen der Waldbrandgefahr durch Funkenflug nicht mehr betrieben werden. Deckenstrahler mussten deswegen zum Heizen montiert werden. Dazu wurden die elektrischen Leitungen saniert, was aber ohnehin fällig geworden wäre, sobald die Küche zum Kochen genutzt wird.

Der Hühnerstall ist fertig

Wurden in diesem Jahr an drei Elternbautagen schon Hochbeete, ein Kompostbereich und ein Hühnerstall errichtet, so will man 2018 das Grundstück etwas mehr abgrenzen, auch um die Hinterlassenschaften von Hunden zu verringern. „Wir freuen uns aber trotzdem über Spaziergänger“, betonte die Vereinsvorsitzende Quass. Auch soll darüber entschieden werden, ob nun tatsächlich Hühner angeschafft werden – „ohne Hahn“, betonte Quass. Zuvor müsse die Betreuung der Tiere sichergestellt werden. Schon heute gehen die Mönsheimer Waschbären regelmäßig ins Barockreitzentrum nach Heimsheim, um Stallluft zu schnuppern und den Umgang mit Pferden zu lernen.

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