Verkehrsoffener Sonntag in Leonberg Schmucke Schnauferl und jede Menge Zirkus

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Stammgast bei der Leo-Motor-Classic: Bernd Nixdorf mit seinem 89 Jahre alten und 61 PS starken Buik. Foto: factum/Granville

Leonberg - Um elf Uhr ist die Welt an beiden Enden der Innenstadt in Ordnung: Auf dem Marktplatz startet die 21. Oldtimer-Rallye Leo-Motor-Classic. Im Süden, im Wirtshaus am Ezach, feiert die Aktionsgemeinschaft „Wir sind Eltingen“ per Fassanstich den Start des Zirkus, der in den Geschäften über die Bühne geht.

Dass der verkaufsoffene Sonntag mehr bedeutet, als nur offene Läden, ist dem Publikum in und um Leonberg schon seit Jahren bekannt. Die Geschäfte legen sich schwer ins Zeug, dass das stressfreie Bummeln zum echten Erlebnis wird.

Anekdoten vom Alt-Champion

Nicht nur für Autofans ist die Leo-Motor-Classic schon seit zwei Jahrzehnten ein echter Hingucker. Wo sonst bekommt man solch eine Bündelung historischer Gefährte geboten, teilweise mehr als 80 Jahre alt, als beim Start auf dem Marktplatz?

Wie immer sagt der Alt-Champion Eberhard Mahle die einzelnen Modelle an. Der in Leonberg lebende Gewinner der europäischen Bergmeisterschaft von 1966 ist vor ein paar Jahren noch selbst bei der Rallye mitgefahren. Jetzt steht er mit Tony Hatter, der in den Achtzigerjahren einige Porsche-Erfolgsmodelle entworfen hat, auf dem Podest und versorgt das Publikum mit Details und Anekdoten.

Das Spektrum reicht vom gar nicht so alten Golf GTI, der auch schon drei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, bis zum Buick von Bernd Nixdorf, der vor mehr als acht Jahrzehnten für den australischen Markt gebaut wurde. Sogar ein Trabbi ist dabei. Ebenfalls aus DDR-Produktion kommt ein Motorrad aus Suhl. Und beim Anblick von zwei Citroën 2 CV, besser als Enten bekannt, oder einem VW-Bus, fallen so manchem Zuschauer wilde Touren aus der Jugendzeit ein.

Joachim Heller, Chef der Werbegemeinschaft „Faszination Altstadt“, ist sehr zufrieden. Besonders, weil nach einem mittäglichen Schauer die Sonne wieder herauskommt und bleibt. Der Marktplatz ist voll. Die Menschen bestaunen die parkenden Oldtimer, die von ihrer Rundfahrt in den Schwarzwald zurückgekehrt sind, schauen sich in den Geschäften um oder kehren auf ein Häppchen oder einen Drink in den Cafés und Lokalen ein.

Offiziell ist zwar noch Sommer, die Kunden richten ihre Augen aber bereist auf die nächste Jahreszeit. „Viele interessieren sich jetzt für Herbst-Deko“, berichtet Heller, der das Fachgeschäft Ziegler für Wohn- und Tischkultur betreibt.

Zufriedene Mienen auch zwischen Carl-Schmincke-Straße und Römerstraße. Mit nur zwei Schlägen und einem eigentlich unnötigen Sicherheitsschlag sticht Inge Horn im Ezach-Eck von Klaus Bertleff das Fass an. Diese Aufgabe hat sie übrigens nicht erst seit ihrer OB-Kandidatur inne.

Ein Schaf an der Leine

Sabine Frederking sorgt mit tierischer Begleitung für Aufsehen. Die Chefin von Optik-Fassl hat ein Schaf und eine Schildkröte angeleint. Doch das Erstaunen legt sich schnell: Es sind Spielzeug-Tiere, Teil des Zirkusprogrammes in ihrem Geschäft.

Beim Schneider Wibbel ist es wie immer. Schon kurz nach 13 Uhr ist der Laden voll. Einige Mutige hauen den Lukas. Doch den Pfeil ganz oben schaffen nur die wenigsten. Darauf eine Schorle!

Kräfte benötigen die Kunden ebenfalls in der Polsterei von Stefan Gaul, wo ein Liter schwere Maßkrüge gestemmt werden müssen. Klingt im ersten Moment nicht so schwierig. Doch ein volles Glas mehrere Minuten zu halten, das geht in den Arm.

In der Altstadt können sich die Kunden eher auf das Genießen konzentrieren. Die neue Weinbar Arda’s Grand Cru hat besonders edle Tropfen im Angebot. Neu im Geschäft ist zudem Juliane Schuler, die „Albert Blumen“ übernommen hat. Die Firmengründer Albert und Gerda Geurts stehen ihr aber weiterhin zur Seite.

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