Verkehr in Ditzingen Diskussion über Rechtsabbiegespur wird fortgesetzt

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Die bisherige Abbiegespur ist eher ein Keil denn eine lange Spur. Sie soll verlängert werden, damit die Fahrzeuge geradeaus in Richtung Autobahn fahren können. Foto: factum/Google Earth

Ditzingen - Maximale Wirksamkeit und teuer oder etwas weniger effektiv, dafür um 150 000 Euro günstiger? Zwei Varianten stehen bei einem heftig diskutierten Straßenbauprojekt in Ditzingen im Fokus. Der Ausschuss für Technik und Umwelt ist über die Verlängerung einer Rechtsabbiegespur von der Siemensstraße in die Dieselstraße uneins, wie Debatten in der Vergangenheit zeigten. Am kommenden Dienstag steht das Projekt nun erneut auf der Tagesordnung. Die Verwaltung will staatliche Fördergelder beantragen, davor benötigt sie eine Entscheidung.

CDU ist für die große Lösung

Bei der vorangegangenen Diskussion Ende 2017 hatten die Christdemokraten stets für die teurere Variante plädiert. Gerhard Siegle etwa meinte, es sei „falsch, wenn man nun nur auf die Kosten schaut“. Die Maßnahme sei schließlich auf lange Zeit ausgelegt. Ihm sei es unverständlich, wenn man sich halbherzig für eine Sache entscheide, nur um 150 000 Euro zu sparen. Er plädierte dafür, „eine richtig tolle Lösung zu machen“.

Damit hatte er sich gegen den Vorschlag der Verwaltung ausgesprochen. Diese hatte sich für die mit rund 763 400 Euro günstigere Variante ausgesprochen.

Die beiden Varianten einer neu angelegten Rechtsabbiegespur anzulegen, verfolgen dasselbe Ziel. Der Verkehr soll am westlichen Stadtrand besser fließen. Entsprechende Untersuchungen der Planungsgruppe Kölz hatten laut der Verwaltung ergeben, dass die Erweiterung des Rechtsabbiegekeils zu einer veritablen Abbiegespur am Knotenpunkt von Siemens- und Dieselstraße zu einer deutlichen Verbesserung im Verkehrsfluss führen würde.

Beide Varianten waren knapp abgelehnt worden

In der teureren Variante haben 31 Fahrzeuge Platz auf der 186 Meter langen Abbiegespur – und damit elf mehr als bei der günstigeren Variante. Nachteil ist unter anderem ein Eingriff in die südlich gelegenen Baugrundstücke während der Bauzeit, der laut der Verwaltung massiv sei. Die Bauzeit wird mit 13 Wochen angegeben, in denen die Siemensstraße nur eingeschränkt zu nutzen ist, weil Fahrspuren gesperrt werden müssen. Die Bauzeit bei der günstigeren Variante beträgt laut der Verwaltung elf Wochen. Diese Abbiegespur ist 102 Meter lang.

Der CDU-Fraktionschef Rolf Feil argumentierte, dass die Mehrkosten für die große Lösung es der Stadt wert sein sollten.

Auch Heinz Lienow von der SPD plädierte für die teurere Variante. Bei einer Mehrausgabe von 150 000 Euro schaffe man eine echte Verbesserung, da sollte man „nicht überlegen, ob wir das machen“.

Ulrich Steller von den Grünen blieb sowohl in Bezug auf die eine wie die andere Variante skeptisch: „Brauche ich sie überhaupt’“, fragte er. Er verwies darauf, dass sich der Verkehr nur punktuell staue, nämlich zu den Hauptverkehrszeiten. Horst Ludewig (FDP) hingegen hielt die günstigere Variante für einen gesunden Kompromiss.

Bei der Abstimmung Ende des vergangenen Jahrs wurden beide Varianten je mit sieben zu sechs Stimmen abgelehnt.

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