Tischtennis Ehemaliger Profi ist Glücksfall für die Spvgg

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Im jungen Alter von fünfzehn Jahren schlägt Levente Szarka die Profilaufbahn ein. Jetzt sind ihm Familie und Beruf wichtig. Foto: Andreas Gorr

Weil der Stadt - Schon damals, vor über drei Jahren, als sich die Wege des ehemaligen Profis Levente Szarka und der Tischtennisabteilung der Spvgg Weil der Stadt kreuzten, hatten die betreffenden Personen ein gutes Gefühl. Ein Gefühl, das sich letztendlich bestätigte: Der 29-jährige gebürtige Ungar entpuppte sich als Glücksfall für die Weil der Städter – und dies in sportlicher, ehrenamtlicher und nicht zuletzt auch menschlicher Hinsicht.

„Die Sportvereinigung ist ein toller Verein, hier fühle ich mich richtig wohl“, sagt Levente Szarka und verweist zum einen auf eine intakte Mannschaft, mit der er nunmehr als Titelaspirant in die zweite Landesliga-Saison geht – und nach drei Spieltagen mit der TTG Leonberg/Eltingen die Tabelle anführt. Szarka findet in Weil der Stadt ein Umfeld vor, das zu seiner derzeitigen Lebenssituation nicht besser passen könnte. Der 29-jährige hat momentan ein ausgefülltes Privat- und Berufsleben. Tagsüber arbeitet er im Vertriebsinnendienst in einer Unterhaugstetter Firma im Bereich der Filtertechnik, zudem befindet er sich im Rahmen seines BWL-Abendstudiums in Stuttgart in den letzten Zügen.

Vor allem dienstags ist er in Weil der Stadt in der Halle aufzufinden, wenn er vier Stunden lang als Jugend- und Herrentrainer wertvolle Arbeit für die Abteilung leistet. „Die letzten beiden Jahre war ich insgesamt schon sehr viel unterwegs, das kostete zum Teil auch Nerven. Ich bin meiner Frau dankbar, dass sie das zuletzt mitmachte.“ Diesbezüglich haben sich die Prioritäten verändert, denn das Ehepaar hat mittlerweile eine kleine Tochter, zudem befindet sich in Neuhausen (bei Pforzheim) das neue Eigenheim im Bau.

Bei allem Trubel bleibt Levente Szarka nur beschränkt Zeit für das eigene Tischtennistraining. „Bei meiner aktuellen Situation ist die Landesliga genau das Richtige für mich“, sagt der Noch-Calwer, der mit durchschnittlich einer Trainingseinheit pro Woche scheinbar mühelos über die (Landesliga-)Runden kommt. Seit „Levi“ in Diensten der Spvgg Weil der Stadt ist, hat er in Punktspielen kein Einzel verloren.

Eine Bilanz, die seinesgleichen sucht, aber angesichts der Tischtennis-Vita des Ex-Profis auch nicht überrascht. Geboren in der ungarischen Stadt Cegléd, machte Levente Szarka dort auch seine ersten Tischtennisschläge, in seinem Heimatland wurde er mehrfacher nationaler Schüler- und Jugendmeister. Im zarten Alter von fünfzehn Jahren schlug er die Profilaufbahn ein, später war er auch Teil des ungarischen Herren-Nationalteams. „Als dann mit einem neuen Coach die Chemie nicht mehr so ganz stimmte, entschied ich mich für den Weg nach Deutschland“, sagt Szarka. Über Janos Toth, den langjährigen Privattrainer der Betzinger Rohr-Zwillinge, kam Szarka im Jahr 2006 nach Heilbronn, wo er in der zweiten Liga spielte.

Viel hätte kurz darauf nicht zum Sprung in die erste Liga gefehlt. „Mit dem damaligen Timo-Boll-Klub TTV Gönnern waren wir uns schon einig und ein Vorvertrag wurde unterschrieben“, erinnert sich Levente Szarka. Doch bei den Hessen wurde der Sponsorenvertrag nicht verlängert. Da zwischenzeitlich auch die Heilbronner Mannschaft personell voll besetzt war, kam Levente Szarka ein Angebot vom damaligen Verbandsligisten Bad Liebenzell nicht ungelegen, zumal er dort auch die Möglichkeit hatte, beruflich Fuß zu fassen. Ab 2007 spielte Szarka sechs Jahre lang als Nummer eins für die Liebenzeller,

Nach einem einjährigen Intermezzo bei Verbandsligist SpVgg Mössingen trat sein ehemaliger Liebenzeller Teamkollege Martin Haug an ihn heran. „Ursprünglich hatten wir uns nur auf die Suche nach einem Spieler begeben“, sagt Weil der Stadts Abteilungsleiter Thomas Verleih, „doch bei weiteren Gesprächen entwickelte sich mehr daraus. Levi war von unserem langfristig angelegten Vereinskonzept angetan, die Jugendarbeit weiter zu intensivieren und das Trainingsangebot im Aktivenbereich zu verbessern.“ Szarka stieg als Spielertrainer ein. Er freut sich über die positive Entwicklung. „Wir haben ein tolles Team von Übungsleitern und Trainern, derzeit sind konstant 25 bis 30 Kinder im Training. Ich hoffe, dass wir mittelfristig ein paar Eigengewächse in die erste oder zweite Mannschaft bringen können“, sagt Szarka, der seit zwei Jahren die deutsche und die ungarische Staatsbürgerschaft besitzt.

Auch durch die Neuverpflichtung des Ex-Liebenzellers Markus Walz werden dem Landesligisten in der aktuellen Saison gute Aufstiegschancen eingeräumt. Viel deutet auf einen Zweikampf um den Titel mit der TTG Leonberg/Eltingen hin. Levente Szarka: „Der Aufstieg ist nicht das primäre Ziel. Wichtig ist, dass das Vereinsgefüge stimmt und der Abstand zur zweiten Mannschaft nicht allzu groß wird. Was vor allem für die Integration von jungen Spielern wichtig wäre. Andererseits wäre der Aufstieg in die Verbandsklasse auch eine prima Sache.“ Und dann müsste der Weil der Städter Ausnahmespieler vermutlich auch wieder ein bisschen mehr trainieren.

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